Krimi-Vote Wie fanden Sie den Vorort-"Tatort"?

Ein Polizeipräsidium wie eine Kita, ein Kommissar mit Zuckerwatte: Der Kiel-"Tatort" um eine mörderische Supermarktkassiererin schwankte zwischen drollig und düster. Oder sind Sie anderer Meinung?

NDR/ Christine Schroeder

Weshalb sehen moderne Begegnungsplätze in Behörden eigentlich immer aus wie Inneneinrichtungen für Kindergärten? Ziemlich am Anfang des Kieler "Tatort" an diesem Sonntag nahmen Kommissar Borowski (Axel Milberg) und Kollegin Sahin (Almila Bagriacik) eine Erstbegehung des neuen Polizeipräsidiums vor, überall standen klitzekleine verspielte Sitzgelegenheiten in Gelb, Grün und Orange in der Gegend rum. Sahin zog die Augenbrauen hoch und sagte: "Holen uns hier unsere Eltern ab?"

Das gab den heiteren, beschwingten und gelegentlich spöttischen Grundton dieser Episode vor, die von einer Supermarktkassiererin erzählte, die sich in den Wohlstand der Nachbarn fantasierte und dabei den Mann von nebenan erschoss. In einer launigen Szene sah man, wie Kommissar Borowski sich bei einer Observation neckisch hinter einer Zuckerwatte versteckte.

In unserer Kritik schrieben wir: "Solche Albernheiten lenken irgendwann doch vom subtilen Horror ab, der sich wie auf Hausschlappen in die Eigenheimwelt schleicht." Wir gaben sechs von zehn Punkten. Wie fanden Sie den "Tatort"?

Die nächste Folge mit dem Kieler Ermittlerduo ist schon abgedreht. Regie führte Nikki Stein, der einst für die düsteren, existenzialistischen Frankfurt-"Tatorte" mit Jörg Schüttauf und Andrea Sawatzki verantwortlich zeichnete. Auch in der nächsten Kieler Episode dürfte es grimmiger zugehen: Es geht um eine undurchsichtige Pfarrersfamilie und um eine Leiche, die unter einem Hundekadaver begraben ist.

cbu



insgesamt 47 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kumi-ori 04.03.2019
1.
Das war endlich mal wieder richtig gut (auch wenn das Ende mit dem Lottoschein irgendwie in der Luft lag). Das allerbeste war der Anfang mit der Kastration des Flokkatis
r.muck 04.03.2019
2. Acht Punkte
Schon immer ein Fan der Borowski-Tatorte, war auch dieser überaus gelungene Fernsehunterhaltung. Schade, das seine frühere Kollegin, wie hieß sie doch gleich wieder, nicht mehr an Bord ist.
grumpy53 04.03.2019
3. hat Spass gemacht
Ich mag Borowski únd ich will unterhalten werden. Nicht allzu platt, bitte. Als regelmäßiger Krimi-Gucker freu ich mich, mal nicht die üblichen Besetzungen zu sehen, sondern Schauspielerinnen und Schauspieler, die ihren Job verstehen und beherrschen und nicht omnipräsent sind. Ein bißchen üb erzeichnend, hier eine prollige Supermarktkassiererin, dort eine Kripobesetzung, die auch nur Menschen sind, warum nicht. Dass das richtige Leben anders ist, weiß ich. Und wer sich nicht unterhalten fühlt, bitte zeitnah aus- oder umschalten, Buch, Brettspiel, Besuch bei Freunden, Spaziergang oder Hobby neu entdecken.
wiesenflitzer 04.03.2019
4. War das etwa ein Krimi?
Dann habe ich das wohl nicht bemerkt. Soviel Unfug in einem Film. Ach ja. Und wo genau hatte der Mann jetzt das viele Geld her? Einfach mal nicht aufgelöst. Dem Zuschauer halt was hingeschmissen. Ne ne, das war unterirdisch.
Anneliese-Schmidt 04.03.2019
5. Ich fand's klasse
Wer TV schaut, will unterhalten werden. Das hat dieser Tatort bei mir endlich einmal geschafft. Es passiert nicht allzu oft, dass eine Produktion meinen verqueren Sinn für Humor trifft.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.