Krimi-Vote Wie fanden Sie den Wagner-"Tatort"?

Rachemord und Walkürengesänge: Der "Tatort" aus Bayreuth war trotz Schwächen ein suggestiver Killerthriller. Oder sind Sie anderer Meinung?

BR/ Hendrik Heiden

"Jemanden wie dich kann man nur bestrafen, indem man ihm das nimmt, was ihm am wichtigsten ist: sich selbst. Alles andere ist ihm egal." Mit diesen Worten leitete der gefesselte, an die Wand fixierte und im Rollstuhl sitzende Rachemörder am Sonntag im Rache-"Tatort" den Tod seines Opfers, eines fiesen Milchfabrikanten, ein.

Die Folge "Ein Tag wie jeder andere" war der Versuch, einen raffinierten Killerthriller nach Vorbild von "Das Schweigen der Lämmer" vor dem Hintergrund der Wagner-Festspiele in Bayreuth in Szene zu setzen. Die Walküre sang drohend, der Killer sinnierte düster, da störten nur die umständlichen pädagogischen Einschübe über Lebensmittelgesetze und Rechtsstaatlichkeit.

In unserer Kritik schrieben wir: "Trotz aller erheblichen Schwächen an der Erklärfront ist dieser 'Tatort" doch auch ein sauber und suggestiv getaktetes Thrillerstück: Nicht einen Moment zweifeln wir daran, dass der Rollstuhlfahrer allen Einschränkungen zum Trotz sein gesamtes destruktives Potential entfalten wird." Wir gaben sieben von zehn Punkten. Wie bewerten Sie den Krimi?

Für den Franken-"Tatort" verantwortlich zeichneten Erol Yesilkaya (Buch) und Sebastian Marka (Regie), die wie kein zweites Team in Deutschland einfallsreich und virtuos US-Genrekino-Elemente in ihre öffentlich-rechtlichen Fernsehkrimis bauen. Für die Berliner "Tatort"-Folge "Meta", die eine Hommage an Martin Scorseses "Taxi Driver" war, wurden die beiden dieses Jahr für den Grimme-Preis nominiert. An diesem Dienstag erfahren Sie, ob sie ihn bekommen.

cbu



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