Krimi-Vote Wie fanden Sie den Retro-"Tatort"?

Wenn das Gestern würdevoll mit dem Heute ringt: Der Wien-"Tatort" mit Eisner und Fellner war ein gelungener Oldschool-Krimi. Oder sind Sie anderer Meinung?

ARD Degeto/ ORF/ Cult Film/ Petro D

Kommissare und ihre Jazz-Vorliebe: Schon 1977 legte Hansjörg Felmy als Ermittler Haferkamp in der "Tatort"-Folge "Das Mädchen von gegenüber" Miles Davis' Album "Sketches of Spain" auf und gab damit die melancholische Stimmung des Krimiklassikers vor. So ähnlich war es nun auch im Wiener "Tatort" am Sonntag, in dem Harald Krassnitzer als Oberstleutnant Eisner zum Aktenstudium Davis' "Kind of Blue" spielte.

Zudem war die Folge "Wahre Lügen", der erste Wien-"Tatort", der sich offen mit den neuen Machtverhältnissen in Österreich auseinandersetzte: Die Veteranen Eisner und Neuhauser kriegten es darin auch mit den jungen Feschen zu tun, die auf dem Ticket der ÖVP/FPÖ-Koalition in die Behörden einziehen. Ein durchaus brisanter Aspekt, da sich auch der für den Wien-"Tatort" verantwortliche Österreichische Rundfunk (ORF) der immer stärkeren Einflussnahme durch ÖVP und FPÖ ausgesetzt sieht.

In unserer Kritik zu dem Sonntagskrimi über Waffendeals und dubiose historische Politikertodesfälle schrieben wir: "Am Ende wird es ein wenig unübersichtlich bei der Frage, wer da eigentlich wem im Weg steht. Trotzdem: 'Wahre Lügen' ist ein gelungener Oldschool-Krimi, in dem das Gestern würdevoll mit dem Heute ringt." Wir gaben 8 von 10 Punkten. Wie fanden Sie den "Tatort"?

Der nächste Österreich-"Tatort" ist schon abgedreht und wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres zu sehen sein. Ein weiteres Mal werden Fellner und Eisner als Sonderermittler abberufen, diesmal nach Kärnten. Es geht um die Holzbranche und Umweltaktivisten. Eine Hauptrolle spielt Verena Altenberger, die in diesem Jahr als Nachfolgerin von Matthias Brandt als Kommissarin im Münchner "Polizeiruf" 110 einsteigt.

cbu



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