Krimi-Vote Wie fanden Sie den Bürgerwehr-"Tatort"?

Krieg in der Vorstadt: Der "Tatort" mit Wotan Wilke Möhring erzählte auf kluge Weise von gefühlter und echter Bedrohung an den Rändern der Metropolen. Oder sind Sie anderer Meinung?

NDR/ Christine Schroeder

Sie wussten, dass er wieder einbrechen würde, und doch mussten die Ermittler den jungen Bulgaren laufen lassen. Draußen vor dem Revier nahm ihn seine Freundin in die Arme und knutschte ihn ab - junges Glück. Kommissarin Grosz beobachtete die Szene aus dem Fenster und sagte: "Die holt ihn von der Arbeit ab. Für die ist das ganz normal." Kollege Falke antwortete: "Für uns doch auch. Nur dass uns keiner von der Arbeit abholt."

Der "Tatort" am Sonntag begann für sein Thema relativ sanft, fast heiter; der kleine bulgarische Ganove kam beinahe sympathisch rüber. Ermittler und Zuschauer konnten in der Anfangsszene eine Verbindung zu ihm aufbauen. Kurz darauf lag er auf einmal tot in einem gutbürgerlichen Wohnzimmer im Süden Hamburgs, ein Hausbesitzer hatte ihn auf frischer Tat erschossen. Und in diesem Moment übernahm der Krimi auch die Sicht des verängstigten und wütenden Vorstädters.

Der "Tatort" stellte den Zuschauer auf die Probe: Er zeigte die Ängste und Erosionen am Stadtrand aus verschiedenen Perspektiven, vermied einfache Antworten und zog den Zuschauer umso tiefer in das Thema hinein. In unserer Kritik schrieben wir: "Ein weiterer Falke-'Tatort', der sich vor der detaillierten Hamburger Topographie den neuen großen Bruchlinien der Gesellschaft nähert." Wir gaben 7 von 10 Punkten. Wie bewerten Sie den "Tatort"?

cbu



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