Krimi-Vote Wie fanden Sie den Lindholm-"Tatort"?

Hartes Pflaster Göttingen: Der "Tatort" setzte die Stadt mit Thai-Boxern und handgreiflichen Ermittlerinnen in Szene - das Missbrauchsdrama aber kam zu kurz. Oder sind Sie anderer Meinung?

NDR/ Christine Schroeder

Vielleicht ist Göttingen ja doch gar nicht so uncool, wie es Kommissarin Lindholm mit ihrem arroganten Auftreten am Anfang suggerierte. Die Verantwortlichen des "Tatort" am Sonntag gaben sich jedenfalls alle Mühe, das gediegene Universitätsstädtchen als hippen Ort zu beschreiben. Als ein verdächtiger Lehrer nach seinem Alibi gefragt wurde, holte er Virginie Despentes' zeitdiagnostischen Pop-Roman "Vernon Subutex" aus seiner Tasche, den er angeblich zur Tatzeit gekauft hatte.

Auch strengten sich die Filmemacher an, Göttingen als hartes Pflaster zu inszenieren: Sie ließen Kommissarin Lindholm eine Plazenta aus einer Schulkloruine fischen, sie zeigten Thai-Boxer beim Kampf, Lindholm drückte einen Schulhof-Dealer mit den Fingern in die fiese Visage und spuckte ihm dann ihre Verachtung ins Gesicht: "Ich mache keine Deals mit jemandem, der Kindern im Alter meines Sohnes Drogen verkauft." Doch ach: Die eigentliche Opfergeschichte kam bei diesen Hardboiled-Einlagen ein bisschen zu kurz.

In unserer Kritik schrieben wir: "Der Haken ist, dass bei aller lehrbuchhaften Trauerbewältigung das eigentliche Drama der Teenagermutter in den Hintergrund gerät. Zwischen den ekligen Verdächtigen und den empathischen Ermittlerinnen wirkt das Mädchen wie eine Statistin in ihrer eigenen Tragödie." Wir gaben fünf von zehn Punkten. Wie fanden Sie den Krimi?

cbu



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