Krimi-Vote Wie fanden Sie den Vampir-"Tatort"?

Mitgefühl für eine Blutsaugerin? Durch das furiose Spiel von Lilith Stangenberg ging der Zuschauer auf Tuchfühlung mit einer Vampirin. Ein Bremer Horror-"Tatort" mit Tiefgang. Oder sind Sie anderer Meinung?

Radio Bremen/ Christine Schröder

Am Ende erklärte sich das Vampirverhalten der jungen Frau doch noch mit einer extremen Lichtempfindsamkeit. Doch bis zur Auflösung konnten wir die Täterin im Bremer "Tatort" für eine echte Untote halten. Das ist auch der starken Ausnahmeschauspielerin Lilith Stangenberg zu verdanken, die schon in dem gefeierten Wolfsdrama "Wild" 2016 den Schattenbereich zwischen Einsamkeit und Lust auskundschaftete.

In dem "Tatort" gelang es Stangenberg, dass wir am Ende bei allem Grauen, das ihre Figur verbreitet, mit ihr mitfühlten. Regisseur und Autor Philip Koch, der demnächst für Netflix die postapokalyptische Thrillerserie "Tribes of Europe" dreht, bewies sich ein weiteres Mal als Genre-Könner. Ein Krimi mit starken Effekten und starken Charakteren - und ein weiterer Beweis für die Experimentierlust des Bremer TV-Reviers.

Mörderautos und Ökoterroristen, Subventionskriminalität und Pflegenotstand: Bei den Fällen um das Ermittlerteam Lürsen und Stedefreund ging immer eine risikofreudige Erzähllust mit einem Gespür für gesellschaftliche Themen einher. 2019 nimmt das Team seinen Abschied. Gerade ist die letzte Folge abgedreht worden, die an einem Feiertag Anfang 2019 gezeigt wird. Nachfolger sind noch nicht gefunden, Radio Bremen hat bewusst eine größere Pause zwischen Abschied und Neuanfang eingeplant.

In der aktuellen Folge "Blut" drehten Lürsen und Stedefreund aber noch mal richtig auf. Wir schrieben in unserer Kritik, dass dieser "Tatort" "einerseits lustvoll die Klaviatur des fantastischen Schreckens spielt, andererseits treibt er die Geschichte am Ende wieder subtil in Richtung psychologischen Realismus." Wir vergaben 9 von 10 Punkten. Wie fanden Sie den Krimi?

cbu



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