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"Terra X: Geheimbünde": Aus dem Tempel zur Weltherrschaft

Um diesen Bund ranken sich seit Jahrhunderten Mythen und Legenden: Die Freimaurer gelten als mächtigste und verschwiegenste Geheimgesellschaft der Welt. Jetzt widmet sich ein SPIEGEL-TV-Film für die ZDF-Sendung "Terra X" dem Geheimbund.

Weltweit gibt es rund vier Millionen Freimaurer, in Deutschland gehören rund 14.000 Menschen dazu. Aber was treiben die Herren in ihren Logenhäusern? Streben sie tatsächlich nach der Weltherrschaft, wie ihre Gegner unterstellen? Oder wollen Freimaurer nur das Gute im Menschen fördern, wie sie selbst verlautbaren lassen?

Eine dreiteilige TV-Dokumentation, die SPIEGEL TV für das ZDF erstellt hat, versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Die Filmemacher erhielten teilweise exklusive Einblicke in das Innenleben des Ordens - allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt. Die sogenannte Tempelarbeit, bei der die geheimen Rituale durchgeführt werden, war stets tabu.

"Diese Geheimhaltung und das Mysteriöse, das viele Geheimgesellschaften umgibt, eignet sich natürlich auch sehr gut zur Manipulation", warnt Professor Marian Füssel von der Universität Göttingen. Eindrucksvollstes Beispiel ist die italienische Vereinigung "Propaganda Due", die einst als normale Freimaurerloge gegründet wurde. Schnell jedoch unterwanderte die Mafia den abgeschotteten Club und machte aus der Loge eine kriminelle Vereinigung, die bei zahlreichen Verbrechen ihre Hand im Spiel gehabt haben soll. Darunter auch bei der Ermordung des Direktors der Banco Amrosiano, Roberto Calvi, der 1982 erhängt unter einer Brücke in London entdeckt wurde.

Die Freimaurer selbst sagen, sie hätten nichts zu verbergen und würden nur versuchen, aus einem guten Menschen einen besseren zu machen. Die "Arbeit am rauen Stein" im Tempel stehe stellvertretend für die Weiterentwicklung der Seele. Dabei durchläuft der Freimaurer-Neuling mehrere Hierarchiestufen, bis er vom sogenannten Lehrling über den Grad des Gesellen zum Meister ernannt wird.

Zirkel, Kreuz und Winkelmaß

Seit Jahrhunderten zieht diese verschwiegene Bruderschaft die Menschen in ihren Bann. Entstanden sind die modernen Logen aus der mittelalterlichen Bauhütten-Bewegung, in der sich führende Baumeister zusammenfanden. Dass man auf ihren Versammlungen oft politische Dinge sagen durfte, für die man in der Außenwelt Probleme bekommen konnte, machten die Logen auch für Freidenker höchst attraktiv. Ab 1737 boomte die Freimaurerei auch in Deutschland.

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Terra X "Geheimbünde": Unter Einfluss der Tempelritter

Seit genau so langer Zeit jedoch ranken sich Verschwörungstheorien um den Bund. In Wahrheit, so die Vorwürfe, strebten die Freimaurer die Weltherrschaft an. In der Tat gehörten Könige, Kaiser und Präsidenten zum elitären Mitgliederkreis. Und angeblich hätten solch prominente Brüder ihre geheimen Symbole sogar im Stadtbild von Washington D.C. verewigt - in Form von Zirkeln, Kreuzen und Winkelmaß, die bestimmte Straßenverläufe aus der Luft gesehen ergeben. Zwar wird diese Theorie von den US-Behörden als abwegig bezeichnet. Doch es steht fest, dass die Auftraggeber des damaligen Stadtplaners Pierre L'Enfant allesamt Freimaurer waren.

Die zweite Folge "Die Erben der Templer" prüft die bekanntesten Verschwörungstheorien, die sich um den Geheimbund ranken. Außerdem präsentieren die Autoren die wahren Hintergründe der Freimaurerei und erklären das Erfolgsgeheimnis des Bundes.


"Terra X: Geheimbünde", Folge 2 "Die Erben der Templer": So, 12. Januar, 19.30-20.15 Uhr, ZDF

Kay Siering ist SPIEGEL-TV-Autor

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