Gefeierte Schauspielerin Doris Schade ist tot

Ob TV, Theater oder Film - sie beherrschte alles. Die Bühne war ihr Zuhause, doch die Arbeit mit Rainer Werner Fassbinder oder Margarethe von Trotta war ihr ebenso vertraut: Über 60 Jahre lang begeisterte Doris Schade ihr Publikum. Jetzt ist die legendäre Schauspielerin mit 88 Jahren verstorben.

dapd

München - Als "Alleskönnerin" bezeichnete der Kritiker C. Bernd Sucher die Schauspielerin Doris Schade einmal. Er bezog sich dabei auf die Bandbreite von Rollen, die sie im Theater spielte. Doch der Titel kann auf ihr gesamtes Schaffen übertragen werden: Seit ihrem Theaterdebüt 1946 war Schade über 60 Jahre lang sowohl im Theater als auch in Film und TV zu sehen - und wurde überall gefeiert. Nun ist Schade tot. Sie starb am Montag im Alter von 88 Jahren "friedlich im Kreis ihrer Familie", wie ihre Agentur am Dienstag in München mitteilte.

Die gebürtige Thüringerin Schade kam nach ihrem Debüt am Stadttheater Osnabrück und einer Reihe von Engagements an verschiedenen Bühnen Deutschlands und Österreichs 1962 an die Münchner Kammerspiele. 1972 gastierte sie bei den Salzburger Festspielen und ging den Angaben der Agentur zufolge anschließend für fünf Jahre an das Hamburger Schauspielhaus. Seit 1977 war die Schauspielerin wieder an den Münchner Kammerspielen engagiert. 1986 wurde Schade als erste Preisträgerin mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring als beste deutschsprachige Schauspielerin geehrt.

Bekannt ist Schade zudem aus Kino- und Fernsehfilmen wie "Die wilden Hühner", Caroline Links "Jenseits der Stille" oder Rainer Werner Fassbinders "Die Sehnsucht der Veronika Voss". Besonders häufig arbeitete sie mit Margarethe von Trotta zusammen, mit der sie unter anderem "Die bleierne Zeit", "Rosa Luxemburg" und zuletzt "Rosenstraße" drehte. Auch für mehrere Folgen der TV-Serien "Derrick", "Der Alte" und der Krimireihe "Tatort" stand sie vor der Kamera.

Auf die Frage, ob der Beruf der Schauspielerin für sie ein Glück gewesen sei, antwortete Schade in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" zu ihrem 80. Geburtstag: "Ich bin weniger unglücklich, wenn ich spiele."

hpi/dpad/afp

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