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Schlechte Quote

Til-Schweiger-"Tatort" enttäuscht im TV

Erst pöbelte Til Schweiger wegen des Sendeplatzes für seinen "Tatort" gegen die ARD, dann griff er gemeinsam mit dem Sender das Thema selbstironisch in Trailern wieder auf. Genutzt hat es wenig.

Warner Bros.

Till Schweiger alias Nick Tschiller

Montag, 09.07.2018   11:51 Uhr

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Schon im Vorfeld hatte sich Till Schweiger ausführlich über den ungünstigen Sendeplatz für seinen "Tatort" "Off Duty" beschwert - mitten im Sommerloch, und dann auch noch zur WM. Doch ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber höchstpersönlich rechtfertigte den Sendeplatz als ganz bewusst gewählt und pries in als "frische Ware" inmitten der Wiederholungen an. Ohne Erfolg: Gerade mal 5,34 Millionen Menschen wollten den 130-Minuten-Action-"Tatort" sehen.

Zum Vergleich: Den ersten Schweiger-"Tatort" "Willkommen in Hamburg" sahen 2013 mehr als zwölf Millionen Menschen. Dann allerdings nahm das Interesse an dem Chaoten-Cop Nick Tschiller (Schweiger), der gern um sich ballert und alles bricht, was Gesetz und Logik angeht, ab. Doppelfolgen und ein Helene-Fischer-Auftritt halfen da wenig. Den XL-"Tatort" "Off-Duty" wollten vor zwei Jahren nur 300.000 Menschen im Kino sehen.

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Auch zwei selbstironische Trailer, die die ARD für den "Tatort" drehte, zündeten wohl nicht. Darin sind nicht etwa Filmausschnitte zu sehen, vielmehr machen sich Schweiger und sein Sidekick Fahri Yardim alias Yalcin Gümer über den Sendplatz lustig und fiebern wie bei einem WM-Spiel mit.

Nun also nicht einmal sechs Millionen Zuschauer bei einer "Tatort"-Premiere. Auch bei den SPIEGEL-ONLINE-Lesern fiel die Folge eher durch. Normalerweise erreicht ein neu produzierter "Tatort" am Sonntagabend zwischen acht und zehn Millionen Zuschauer, im Sommer auch mal weniger. Nur an Sommerloch und WM kann es aber wohl nicht gelegen haben. Am Donnerstag schalteten 6,8 Millionen Zuschauer einen alten Münster-"Tatort" im WDR ein.

brs/dpa

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