Satire-Magazin "Titanic" darf Sebastian Kurz als "Baby-Hitler" ins Fadenkreuz nehmen

Umstrittene "Titanic"-Aktion: Das Satire-Magazin zeigte den österreichischen Kanzler Kurz samt Zielscheiben-Montage und dem Titel "Baby-Hitler töten!". Jetzt ist klar: Der Fall hat keine juristischen Folgen.

Umstrittene "Titanic"-Montage
Titanic

Umstrittene "Titanic"-Montage


Das Fadenkreuz ist auf die Brust des winkenden Politikers gerichtet, darüber steht in rosa und türkisen Lettern: "Endlich möglich: Baby-Hitler töten!" So machte sich das Satire-Magazin "Titanic" in einem Beitrag über Österreichs jungen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) lustig.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte, wurden die Ermittlungen nun eingestellt. Die Zielscheiben-Montage bleibt ohne juristische Folgen. Der Verdacht einer Aufforderung zu Straftaten sei verworfen worden, weil das Bild offensichtlich keinen ernsthaften Mordaufruf darstelle.

Ein Verfahren wegen Beleidigung sei nicht möglich gewesen, weil Kurz keinen Strafantrag gestellt habe.

Im Oktober 2017 hatte der 31-Jährige die Nationalratswahl in Österreich gewonnen, was das Magazin zum Anlass für die Montage nahm. Kurz wurde unter anderem wegen seines strikten Anti-Migrationskurses zum Kanzler gewählt.

cbu/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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citizen01 18.05.2018
1. Ist die harmlose Interpretation des Gerichts zu halten
angesichts einer Bevölkerung, in der nicht mehr alle lesen und Satire verstehen können.
hl007 18.05.2018
2. @citizen01
1. Es ist das Verständnis der Staatsanwaltschaft, wie dem Artikel unschwer zu entnehmen ist! So viel zur Ihrer Lesekompetenz, sorry diesen Seitehieb konnte ich mir nicht verkneifen ;-) 2. Ein Verhalten kann doch nicht deshalb strafbar sein, nur weil die Menschen nach Ihrer Einschätzung immer dümmer werden.
ericstrip 18.05.2018
3. Es ist so öde...
...grobe Beleidigungen und Geschmacklosigkeiten in die Welt zu posaunen und dann "Satire" zu rufen. Unter Satire verstehe ich Texte und Bilder, die subtil und intelligent sind. Aber wenn es in die politisch gewünschte Richtung zielt, ist es in Ordnung, ja, ja... Dopplemoral. Und da wundert sich noch jemand über vergiftete Diskurse?
Olaf 18.05.2018
4.
Na, da wurde die Latte der Geschmacklosigkeiten ja wieder höher gelegt. Dann wird die AfD sicherlich bald nachziehen.
Stäffelesrutscher 18.05.2018
5.
Zitat von OlafNa, da wurde die Latte der Geschmacklosigkeiten ja wieder höher gelegt. Dann wird die AfD sicherlich bald nachziehen.
Zu Ihrer Info: die AfD hatte längst vorgelegt. Wenn der Aufruf, eine SPD-Politikerin »in Anatolien zu entsorgen«, und die Parole, »man müsste« jemanden umbringen, nicht als strafbar eingestuft werden, dann kann man die Titanic nicht für Satire belangen.
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