"Tatort"-Quote: 9,4 Millionen schauten Wiener Prostitutions-Krimi
Hartes Thema, radikale Inszenierung, exzellente Quote: 9,43 Millionen Zuschauer schalteten am Sonntag den Wiener "Tatort" über bulgarische Sexsklavinnen ein. "Promi Big Brother" entwickelt sich derweil zum Quoten-Desaster.
Hamburg/Berlin - Wien von seiner schwärzesten Seite: Die "Tatort"-Folge am Sonntag zeigte die Donaumetropole als einen einzigen großen Sex-Discounter. Es ging um ausgebeutete Bulgarinnen, die gezwungen werden, ihren Körper zu verkaufen. Ein schwieriges Thema, das ohne jedes spekulatives Element umgesetzt wurde - und eine Top-Quote einfuhr: 9,43 Millionen Zuschauer verfolgten die Episode mit Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer als Ermittler. Auch beim jüngeren Publikum zwischen 14 und 49 Jahren siegte der "Tatort" mit 21,7 Prozent Marktanteil.
Gerade für das Wiener TV-Revier ist das ein Erfolg. Zwar liefert der ORF in Reihe außergewöhnliche, gewagte "Tatort"-Folgen ab - beim großen Publikum erfreuen sich Neuhauser und Krassnitzer als kaputte Wiener Cops in der Regel aber keiner großen Beliebtheit. Die Folge "Angezählt" von Autorenfilmerin Sabine Derflinger hat nun laut "Blickpunkt: Film" die beste Quote für einen Krassnitzer-"Tatort" überhaupt eingefahren.
Auf Platz zwei lag am Sonntag zeitgleich das ZDF-Melodram "Herz aus Eis" aus der Reihe der Inga-Lindström-Verfilmungen - 5,95 Millionen Zuschauer (17,4 Prozent) schauten den Film mit Markus Knüfken.
Im Abwind ist hingegen das Sat.1-Spektakel "Promi Big Brother", das am späteren Abend um 22.15 Uhr lediglich 1,88 Millionen Zuschauer (8,3 Prozent) einschalteten. Schon beim extrem langweiligen Start am Freitag waren nur 3,21 Millionen Zuschauer dabei, am Samstag waren es dann lediglich 2,23 Millionen. Gemessen am Werbeaufwand des Trashformats mit Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher ein Desaster.
cbu/dpa
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