Föhnen, föhnen, föhnen - und immer an die inneren Werte denken. Mit diesem simplen Konzept fuhr RTL Anfang letzten Jahres ganz unerwartet Traumquoten ein. Dabei war "Der Bachelor", die Kuppelshow vor Teuer-teuer-Ambiente, nur die Wiederauflage eines Formats, das Anfang des Jahrtausends eher glanzlos gestartet war.
Doch jetzt scheint sich die Sendung fest etabliert zu haben: Laut RTL erreichte die "Bachelor"-Auftaktfolge am Mittwoch ab 20.15 Uhr 4,16 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 12,5 Prozent) - der bislang stärkste Staffelanfang des Formats überhaupt. Wieder stellte ein Junggeselle seine Föhnwelle und seinen Luxuskörper aus und betonte dabei, dass er vor allem an guten Gesprächen interessiert sei, während 20 junge Frauen in engen Kleidchen und mit devotem Augenaufschlag versicherten, dass sie nichts anderes wollen, als ihn zu verwöhnen.
Das Erfolgsgeheimnis vom "Bachelor"? Hier wird ein Geschlechterbild transportiert wie in den fünfziger Jahren, als die Rollen von Mann und Frau noch ordentlich verteilt waren. Retro-Fernsehen pur.
Für den Tagessieg aber reichte der rückständige Balz- und Protz-Reigen trotzdem nicht. Die besten Quoten erzielte ab 20.15 Uhr in der ARD der erste Teil des tadellosen Kriegsdramas "Das andere Kind", das aus Kinderperspektive von den letzten Etappen des 2. Weltkriegs erzählte. 5,62 Millionen Zuschauer schalteten ein (16,5 Prozent Marktanteil). Ein klares Ja des Publikums zum öffentlich-rechtlichen Qualitätsfernsehen.
cbu
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