Umstrittene Doku Arte zeigt nun doch Antisemitismus-Film

Die zunächst gesperrte Doku "Der Hass auf Juden in Europa" soll nun doch auf Arte laufen. Zuvor gab die ARD bekannt, den Film als Diskussionsbeitrag zu zeigen.

Arte-Programmchef Le Diberder: "Neue Situation für Arte"
DPA

Arte-Programmchef Le Diberder: "Neue Situation für Arte"


Der deutsch-französische Kultursender Arte wird die umstrittene Dokumentation "Auserwählt und ausgegrenzt - Der Hass auf Juden in Europa" entgegen seiner ursprünglichen Absicht nun doch zeigen. Grund dafür ist die Entscheidung des Ersten, den Film mit anschließender Diskussion darüber an diesem Mittwoch um 22.15 Uhr ins Programm zu nehmen.

"Diese Entscheidung führt zu einer neuen Situation für Arte", teilte der Sender mit. "Deutsche Zuschauer werden Zugang zu dieser Sendung erhalten. Für die französischen Zuschauer wird das nicht der Fall sein." Um einen identischen Kenntnisstand des Arte-Publikums in beiden Ländern zu ermöglichen, werde Arte den Film zeitversetzt um 23 Uhr zeigen.

Arte hatte zunächst am Film bemängelt, dass er nicht ausreichend die Kriterien des Auftrags erfüllt habe, den stärker werdenden Antisemitismus in Europa abzubilden. Auch handwerkliche Fehler wurden kritisiert. Daher wollte der Sender das Stück nicht ausstrahlen. Der Zentralrat der Juden hatte darüber Unverständnis geäußert und die Sender öffentlich aufgefordert, den Film auszustrahlen.

Arte-Programmchef Le Diberder hatte daraufhin in einem offenen Brief seine Entscheidung begründet. Le Diberder kritisierte, die Sendung konzentriere sich nicht wie ursprünglich vorgesehen, auf Antisemitismus in europäischen Ländern, sondern - anders als in dem formulierten Auftrag - auf den Nahen Osten und habe deshalb nicht akzeptiert werden können. Dies solle aber nicht als Wertung über die Qualität des Films verstanden werden. Auch die "Bild"-Zeitung hatte sich in die Diskussion eingeschaltet und für 24 Stunden Ausschnitte der unfertigen Dokumentation auf ihrer Webseite gezeigt.

Am Freitag vergangener Woche teilte das Erste mit, den Film zeigen und die Mängel thematisieren zu wollen. Ab 23.45 Uhr soll in der Talksendung "Maischberger" darüber debattiert werden.

cpa/dpa



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