"Unsere Mütter, unsere Väter" Produktionsfirma in Polen vor Gericht

Die Macher von "Unsere Mütter, unsere Väter" müssen sich in Polen vor Gericht verantworten. Der Dreiteiler enthalte Szenen, die Polens Heimatarmee eine Mitschuld an Verbrechen gegen das jüdische Volk gäben.

Volker Bruch in "Unsere Mutter, unsere Vater"
ddp images/ Capital Pictures

Volker Bruch in "Unsere Mutter, unsere Vater"


Die Macher des deutschen Kriegsdreiteilers "Unsere Mütter, unsere Väter" müssen sich seit Montag in Krakau vor Gericht verantworten. Der Weltverband der Soldaten der polnischen Heimatarmee wirft der Produktionsfirma Ufa Fiction und dem ZDF vor, mit der Serie über Deutsche im Zweiten Weltkrieg die Persönlichkeitsrechte Soldaten verletzt zu haben.

Die Serie hatte bei ihrer Ausstrahlung in Polen für heftige Reaktionen gesorgt. Vor allem rechtskonservative Politiker polemisierten gegen "Unsere Mütter, unsere Väter", bezeichneten den Dreiteiler als deutschen "Propagandafilm". Im Zentrum der Kritik steht der Umgang der Serie mit der polnischen Heimatarmee. Die Mitglieder dieser Untergrundorganisation würden - so der Vorwurf - in der Serie als aggressive Nationalisten und Antisemiten dargestellt.

Daraufhin hatte der Verband der Soldaten der Heimatarmee geklagt, er fordert von den Machern der Serie eine Entschuldigung sowie umgerechnet etwa 6000 Euro Schadenersatz. Zum Prozessauftakt sagte ein 92 Jahre alter Veteran der Heimatarmee aus.

Die Vertreter der Produzenten verwiesen auf die künstlerische Freiheit und forderten, die Vorwürfe fallenzulassen. Zudem betonten sie ihr Bedauern, dass der Dreiteiler in Polen auf diese Art aufgenommen worden sei. Produzent Nico Hofmann hatte schon zuvor in einer polnischen Tageszeitung zugegeben, es sei ein Fehler gewesen, keine polnischen Historiker hinzugezogen zu haben.

Kritik kam nicht nur aus Polen. Auch von Journalisten aus den USA erntete der Film teilweise harsche Kritik. Auch die "New York Times" zog Parallelen zu Propagandafilmen aus der Nazizeit.

"Unsere Mütter, unsere Väter" lief im März 2013 unter anderem mit Katharina Schüttler, Tom Schilling, Sylvester Groth und Ludwig Trepte in den Hauptrollen.

gia/dpa



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