Von Christian Buß und Daniela Zinser
Frauke Ludowig, 47, nutzt mehr als alle anderen die Mittel der Moral und Scheinmoral für ihre Moderationstechnik. Ihr Prinzip: Auf einen Sockel stellen - und dann anspucken. Ihr tägliches Boulevardstück "Exclusiv - Das Star-Magazin" gibt sie seit 1994 bei RTL. Dafür steht sie auf einem roten Teppich vor sonnengelbem Hintergrund im Studio und kann sich fühlen wie bei der Oscar-Verleihung oder all den Adelshochzeiten, die sie schon live gesehen hat.
Überhaupt hat Frauke Ludowig schon alles gesehen. "Krawallmodels" (Naomi Campbell), "porentiefreine Engel" (Claudia Schiffer) und Menschen, die nie sie selbst sein konnten (Rex Gildo). Damit die Zuschauer auch einordnen können, was die Prominentenstars so treiben, scheut Ludowig die Wertung nicht. Dabei bevorzugt sie allerdings das Indirekte. Sie fragt gerne - und scheint die Antwort immer schon zu wissen: "Ist Amy Winehouse rassistisch?" Jeder Promi-Schwachpunkt wird ausgeleuchtet: Wie sieht Heidi Klum nach der Geburt des vierten Kindes aus, wie lebt Paris Hilton mit ihrer "peinlichen" Familie und wie Jörg Kachelmann nach dem Prozess?
Direkt gefragt wird selten, man will es sich ja nicht verscherzen mit den Stars. Lieber wird der Filmbeitrag hinterher hämisch betextet, mit dem Unterton: Also das geht nun wirklich nicht! Das wirkt wie eine verbitterte Variante der "Gala" - wäre die Moderatorin doch selbst der viel bessere Star! Aber sie muss immer noch zu Beginn jeder Sendung aufklären: "Ich bin Frauke Ludowig." Daniela Zinser
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Kultur | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik TV | RSS |
| alles zum Thema Fernsehen | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH