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Doku über Islam-Prediger Gülen: "Ich habe gemacht, was sie wollten"

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Millionen Muslime verehren den islamischen Prediger Fethullah Gülen, seine Kritiker warnen dagegen vor Machtstreben und sektenähnlichen Strukturen. Ein WDR-Film beschreibt nun das gefährliche Wirken der Gülen-Gemeinde in Deutschland, die besonders junge Eliten verführt.

Fethullah Gülen: Der Prediger und sein Netzwerk Fotos
AP

Die Anhänger des Predigers sagen, ihnen sei an Toleranz gelegen, am friedlichen Zusammenleben der Menschen. Doch wenn Journalisten oder Wissenschaftler über die Gemeinde des türkischen Imam Fethullah Gülen recherchieren, über ihre Geschäfte und ihre Ideologie, wird es schnell hässlich.

Im Frühjahr 2011 plante Ahmet Sik, der wahrscheinlich beste türkische Investigativ-Journalist, ein Buch über die Macht der Gülen-Gemeinde herauszubringen. Fethullah Gülen lebt in Saylorsburg, einem Dorf zwei Autostunden westlich von New York. Vor 14 Jahren ist er aus der Türkei in die USA gezogen. Seine Anhänger kontrollieren in mindestens 140 Ländern der Welt Schulen, eine Bank, Medienhäuser, Kliniken.

Autor verhaftet, Verlag gestürmt

In seinem Buch "Armee des Imams" beschrieb Sik erstmals, wie Unterstützer Gülens, die Fethullahcis, Justiz und Polizei missbrauchen, um Gegner einzuschüchtern. Kurz vor der Veröffentlichung wurde Sik verhaftet, sein Verlag wurde von Sicherheitsbeamten gestürmt, Manuskripte von "Armee des Imams" beschlagnahmt. Sik, der einen Großteil seiner Berufslaufbahn damit verbracht hat, gegen korrupte Netzwerke in Politik und Militär anzuschreiben, wurde vorgeworfen, Teil einer Terrororganisation zu sein, die gegen die Regierung von Premier Recep Tayyip Erdogan putscht. Er kam erst ein Jahr später aus dem Gefängnis frei, nach massiven internationalen Protesten.

In Deutschland gab es bislang wenig Kritik an den Aktivitäten der Gülen-Gemeinde. Doch auch hierzulande haben Fethullahcis ein Netzwerk aus Schulen, Medien, Unternehmen, Lobbyvereinen aufgebaut. Sie sind bemüht, sich der Öffentlichkeit als demokratisch, liberal, modern darzustellen. "Streber Allahs", lobte die "Zeit". Der "FAZ"-Journalist Rainer Hermann schwärmte, das Treffen mit Gülen sei der "Höhepunkt" seiner Karriere gewesen.

Machtversessen, nicht tolerant

Im vergangenen Sommer zeichneten Aussteiger im SPIEGEL ein anderes Bild der Gülen-Bewegung. Sie berichteten von einer finsteren Sekte, die Anhänger unter Druck setzte. Gülen sei ein Guru, ein Ideologe, der keinen Widerspruch dulde. Sein Streben gelte Macht und Einfluss, nicht Verständigung und Toleranz.

Nun kündigt der WDR für Montagabend eine Dokumentation an, die das Bild der Gülen-Gemeinde als unschuldige, zivilgesellschaftliche Bewegung weiter erschüttern wird. Mehrere Monate haben die Kölner Journalisten Yüksel Ugurlu und Cornelia Uebel an dem Film gearbeitet. Herausgekommen ist ein beklemmender Film, der zeigt, wie weitreichend der Einfluss der Gemeinde auf Migranten in Deutschland mittlerweile ist - und wie schädlich. Gerade junge muslimische Eliten, so das Fazit, werden von der Gesellschaft entfremdet.

Die Recherche war mühsam. Zwar laden Fethullahcis Medienleute durchaus zu ihren Veranstaltungen ein, doch auf kritische Fragen reagieren sie unwirsch - oder mit Schweigen. "Die Strategie scheint zu sein, Journalisten, die nicht aus dem eigenen Dunstkreis kommen, am besten außen vor zu halten", sagt Cornelia Uebel, Co-Autorin des Films.

Den beiden Journalisten ist es dennoch gelungen, Kontakte sowohl zu Kritikern wie zu Anhängern der Bewegung herzustellen. Der Film zeichnet den Aufstieg Gülens nach und dokumentiert die Anziehungskraft, die der greise Imam auf Millionen Muslime weltweit ausübt. Archivbilder zeigen, wie Gülen während Predigten in Tränen ausbricht - gemeinsam mit seinen ekstatischen Anhängern. Einer seiner Unterstützer bekennt, er halte Gülen für genau so bedeutend wie Gandhi oder Mandela.

Gehirnwäsche in "Lichthäusern"

Dem stellen Ugurlu und Uebel die Aussagen von Opfern der Gülen-Bewegung gegenüber, von Kritikern wie dem verfolgten Journalisten Ahmet Sik. Er sagt dem WDR-Team, die Gülen-Gemeinde sei "keine unschuldige Bewegung". "Sie missbrauchen Religion für politische Zwecke. Je mehr Macht sie haben, desto aggressiver werden sie."

Vor allem aber kommen in der Dokumentation Aussteiger zu Wort, die einige Zeit in einer Gülen-Wohngemeinschaft, einem sogenannten Lichthaus gewohnt haben. Ihren Aussagen zufolge werden dort Kader für die Bewegung herangezogen. "Mein Körper, meine Gedanken - alles hat denen gehört. Ich habe gemacht, was sie wollten", berichtet eine junge Frau.

Die Beschreibung deckt sich mit der Analyse Mustafa Sens, einem Soziologie-Professor aus Ankara. Er schrieb bereits 2007 in der Zeitschrift "Soziale Welt", die von dem Münchner Soziologen Ulrich Beck herausgegeben wird: "Die Lichthäuser werden als einziger Weg gesehen, eine neue Generation zu schaffen und zu trainieren." Der Ton dort sei strenger als in Militärbaracken. Die Hierarchie extrem strikt. Bewohner würden einem Brainwashing unterzogen. "Ihr wichtigstes Ziel ist es, schrittweise sämtliche Bereiche des öffentlichen Lebens zu erobern und transformieren - unter Einsatz jeglicher Mittel."

Deutsche Politiker stehen der Bewegung weitgehend ahnungslos oder naiv gegenüber. Die CDU-Politikern Rita Süssmuth etwa stellt in der WDR-Dokumentation der Gülen-Bewegung einen Persilschein aus. Gülen, sagt die langjährige Bundestagspräsidentin, trete "für Demokratie ein, für Rechtsstaatlichkeit, Bildung und die strikte Ablehnung jeglicher Gewalt." Süssmuth, auch darauf weisen die Filmautoren hin, ist Beiratsmitglied in einem Berliner Lobby-Verein Gülens.


"Der lange Arm des Imam - das Netzwerk des Fethullah Gülen", WDR, 15. April, 22.00 Uhr

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1. bunte Republik
toskana2 15.04.2013
Zitat von sysopAPMillionen Muslime verehren den islamischen Prediger Fethullah Gülen, seine Kritiker warnen dagegen vor Machtstreben und sektenähnlichen Strukturen. Ein WDR-Film beschreibt nun das gefährliche Wirken der Gülen-Gemeinde in Deutschland, die besonders junge Eliten verführt. http://www.spiegel.de/kultur/tv/wdr-doku-ueber-den-tuerkischen-prediger-fethullah-guelen-a-894466.html
Wenn das zutrifft, was der SPIEGEL berichtet, dann hätten wir hier, zu den schon vorhandenen, eine zusätzliche Fliehkraft, die zum ... Zusammenhalt dieser Bunterepuplik beiträgt. Und unsere Politiker üben sich seit Jahren in der Beschönigung und Verharmlosung dieses Zustands. Ob Naivität oder Feigheit oder "Aufschubsdenken", man suche sich heraus, was passte.
2. Ein Bericht zur Gülen Bewegung in der FAZ...
Dyke 15.04.2013
...brachte es innerhalb kürzester Zeit auf 560 (zu 99% positive) Kommentare. Dass diese alle gleich klangen (teilweise wortwörtlich) und von Kommentatoren stammten, die sich nur für diesen einen Kommentar angemeldet hatten, stimmte einen dann schon sehr skeptisch... Und dass deutsche Politiker tief und fest schlafen bzw. einfach die Augen verschliessen bzgl. islamistischer Unterwanderung ist nichts neues.
3. Immer wieder Maximilian:)
xsupermanx 15.04.2013
Ach Maximilian, letztes Jahr hast Du doch schon alles geschrieben, wieso jetzt eine Wiederholung? Islam: Das Treiben des türkischen Predigers Fethullah Gülen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/spiegel/islam-das-treiben-des-tuerkischen-predigers-fethullah-guelen-a-850649.html) Selten liest man in den deutschen Leitmedien einen derart voreingenommenen und undifferenzierten Artikel. Da setzt sich ein islamischer Gelehrter für den Dialog und für die Bildung ein und Herr Popp kritisiert dieses Vorgehen. Wäre es besser wenn er zu den Waffen ruft?? Das sich Gülen mehrfach, glaubhaft und entschieden gegen jede Art von Gewalt gestellt und mit seiner Aussage „Ein Muslim kann kein Terrorist, ein Terrorist kann kein Muslim sein“ einen einmaligen Vorstoß nach den 9/11-Anschägen gemacht hat, wird kurzerhand verschwiegen. Wen kümmert es? Passt ja auch nichts ins Bild... Neue Einblicke in die Gülen-Bewegung erhält man mit diesem reißerischen Artikel mit Sicherheit nicht, wohl aber einen Einblick in die verbohrte Innenwelt des Schreiberlings Maximilian Popp.
4.
lordas 15.04.2013
Zitat von Dyke...brachte es innerhalb kürzester Zeit auf 560 (zu 99% positive) Kommentare. Dass diese alle gleich klangen (teilweise wortwörtlich) und von Kommentatoren stammten, die sich nur für diesen einen Kommentar angemeldet hatten, stimmte einen dann schon sehr skeptisch... Und dass deutsche Politiker tief und fest schlafen bzw. einfach die Augen verschliessen bzgl. islamistischer Unterwanderung ist nichts neues.
Wenn Frau Rita Süssmuth so eng mit der Organisation verbunden ist, wird sich da auch nicht großartig was entwickeln. Wenn Gülen schlau ist und das unterstelle ich ihm mal, dann wird er schon wissen wie man sich vor der Politik schützt. In dem man sie ganz fest umarmt. Legt er sich dann noch für die Rechte der Religionen allgemein ins Zeug, dann wird auch die katholische Kirche mit ihm Arm in Arm gehen.
5. optional
spon-1311436928183 15.04.2013
" Einer seiner Unterstützer bekennt, er halte Gülen für genau so bedeutend wie Gandhi oder Mandela." Weshalb nicht? Gülen war in der Türkei zeitweise selber verfolgt. Seine Schulen sind vorbildlich. Mir scheint, der SPIEGEL lässt hier mal wieder seiner Religionsphobie freien Lauf.
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