Vorwurf sexuelle Belästigung: WDR stellt Korrespondenten frei

Er soll einer Praktikantin Pornos gezeigt und anzügliche Nachrichten verschickt haben: Der beschuldigte WDR-Korrespondent ist laut einem Medienbericht beurlaubt worden.

WDR mit Dom in Köln
DPA

WDR mit Dom in Köln


Der WDR hat nach neuen Belästigungsvorwürfen einen TV-Korrespondenten des Senders freigestellt. Das berichtet die "Bild am Sonntag" und beruft sich auf Senderkreise. Vorige Woche war bekannt geworden, dass bereits eine Mitarbeiterin und eine Ex-Praktikantin dem Mann sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten.

Er soll unter anderem einer Praktikantin auf seinem Hotelzimmer Pornos gezeigt und einer Kollegin "eindeutige Mails" geschrieben haben, in denen er sich etwa als "Alphatier" bezeichnete. Für die anzüglichen Nachrichten erhielt er einen Eintrag in die Personalakte.

WDR-Chefredakteurin Sonia Mikich sagte im Interview mit SPIEGEL ONLINE: "Ich bestätige, dass das größtenteils richtige Aussagen sind, aber dass das Gesamtbild nicht vollständig ist." Die Dinge seien komplexer als in den Medien dargestellt. Das vollständige Interview lesen Sie hier.

Die Vorsitzende des Personalrats Christiane Seitz war nach Bekanntwerden der Vorwürfe zurückgetreten und erhob schwere Vorwürfe gegen den WDR. "Der Personalrat (...) hat immer wieder vergeblich gefordert, im absolut hierarchisch geprägten WDR eine (...) Ahndung von Machtmissbrauch und Herabwürdigung gegenüber Schwächeren und Abhängigen zu gewährleisten", sagte Seitz. Derlei Vorschläge seien aber etwa ins Lächerliche gezogen oder als überflüssig erklärt worden.

koe



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