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Wegen Bohlen-Häme: Jugendschützer beanstanden "DSDS"

"Antisozial" und "desorientierend": Die Kommission für Jugendmedienschutz hat sich über die Wiederholung einer "DSDS"-Folge beschwert. In der führt Dieter Bohlen einen Kandidaten wegen dessen durchnässter Hose vor - Häme und Herabwürdigung würden so als völlig legitim dargestellt.

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Hamburg - Mit seinem pennälerhaft wirkenden Humor hat Dieter Bohlen in Deutschland unzählige Fans gefunden - tatsächlich aber könnten die Sprüche des "DSDS"-Jurors eine negative Wirkung auf Kinder und Schüler haben. So jedenfalls sieht es die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der Landesmedienanstalten. Sie hat deshalb die Wiederholung einer Folge der Sendung "Deutschland sucht den Superstar" im Nachmittagsprogramm beanstandet. Das teilten die deutschen Medienwächter am Donnerstag mit.

7,37 Millionen Zuschauer wurden im Abendprogramm des 6. Januar Zeugen, wie Chefjuror Dieter Bohlen, 55, sich über einen Kandidaten lustig machte, der mit sichtlich durchnässter Hose zum Vorsingen antrat. Bohlen erläuterte ihm detailliert, wie man sich auf der Toilette zu verhalten habe, damit ein solches Malheur vermieden wird. Die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten monierte, dass die Wiederholung dieser Szene im Tagesprogramm am 9. Januar die Entwicklung von Kindern unter zwölf Jahren beeinträchtigen könne.

RTL erwecke den Eindruck, als könne der junge Mann seine Köperfunktionen nicht kontrollieren, was ausführlich gezeigt und lächerlich gemacht worden sei, kritisierte die Kommission. "Hier werden nicht nur beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten als normale Umgangsformen präsentiert. Hier werden Verhaltensmodelle vorgeführt, die Häme und Herabwürdigung anderer als völlig legitim darstellen", heißt es in der Mitteilung. Das wirke erklärten Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt entgegen und könne eine desorientierende Wirkung auf Kinder ausüben.

Im Jahr 2008 hatte die Kommission gegen mehrere Casting-Folgen der fünften "DSDS"-Staffel ein Bußgeld von insgesamt 100.000 Euro verhängt. Grund waren schon damals beleidigende Äußerungen des Jury-Mitglieds Dieter Bohlen - und dass antisoziales Verhalten als Normalität dargestellt werde.

sha/dpa/apn

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