Rechteverkauf: "Unser Mütter, unsere Väter" kommt in die USA

Tom Schilling im ZDF-Dreiteiler: "Wichtiges Qualitätssiegel für die Produktion" Zur Großansicht
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Tom Schilling im ZDF-Dreiteiler: "Wichtiges Qualitätssiegel für die Produktion"

Es bleibt dabei: Wenn's um den Zweiten Weltkrieg oder die DDR geht, haben deutsche Produktionen auch international eine Chance. Die US-Verleihfirma Music Box hat nun die Rechte an der Dresden-Saga "Der Turm" und dem Weltkriegsdrama "Unser Mütter, unsere Väter" gekauft.

Cannes/Hamburg - Schmeichelhafte Worte aus den USA: "Das europäische Fernsehen hat sich stark verbessert", sagte Ed Arentz, der Chef der Chicagoer Filmverleihfirma Music Box, und nannte als Beispiele dafür die Verfilmung von Uwe Tellkamps Roman "Der Turm" und den Weltkriegs-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter".

Das Lob war allerdings nicht unparteiisch, denn Music Box hat die Rechte an dem Weltkriegsdrama erworben, teilte der Chef von Beta Film, Jan Mojto, am Montag in Cannes mit. Unter dem Titel "Generation War" werde der Dreiteiler zunächst in Kinos der größten amerikanischen Städte, darunter Los Angeles und New York, zu sehen sein. Damit solle Aufmerksamkeit für die spätere Verwertung auf DVD, im Internet und im Fernsehen geschaffen werden. In Cannes begann die größte Fernsehprogramm-Messe der Welt, die MIPTV. Neben "Unsere Mütter, unsere Väter" erwarb Music Box auch die Rechte an "Der Turm", ebenfalls eine Produktion der Firma Teamworx.

"Dieser Verkauf ist ein wichtiges Qualitätssiegel für diese Produktion", sagte Dirk Schürhoff, Mitglied der Geschäftsleitung beim Münchener Filmvertrieb Beta Film, über den "Unsere Mütter, unsere Väter"-Deal. Music-Box-Mann Arentz sagte dem Fachblatt "Variety", "Generation War" habe Kinoqualität und man wolle den Film auch entsprechend behandelt und besprochen wissen. Im vergangenen Jahr kaufte die auf ausländische Filme spezialisierte Firma Music Box bereits die schwedische Mankell-Serie "Wallander".

"Unsere Mütter, unsere Väter" erzählt das Schicksal fünf junger Leute im Zweiten Weltkrieg, gespielt von Miriam Stein, Katharina Schüttler, Ludwig Trepte, Tom Schilling und Volker Bruch. Die Ausstrahlung im ZDF verfolgten im März zuletzt mehr als sieben Millionen Zuschauer. In Polen stieß der Film allerdings auf Kritik, die Darstellung der polnischen Widerstandskämpfer wurde beanstandet.

feb/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Kann mir jemand sagen
hpop 08.04.2013
was an diesem Dreiteiler so besonderes war? Die Charaktäre sind holzschnittartig und flach, die persönlichen Entwicklungen der Hauptprotagonisten absehbar und immer innerhalb eines Schemas mit Identifikationspotential. Kurz: Die Bösen sind böse (und am Ende alle bestraft - mit der sprichwörtlich inszenierten Ausnahme), die Guten müssen im bösen Krieg auch manchmal böse sein, erfahren aber alle Läuterung, es gab böse Nazis aber (Gross)mutti und (Gross)vati waren im Kern gut und mussten sich halt durchschlagen. Unerbittliche Nazis waren höchstens die anderen. Der Holocaust geschah so nebenbei und hatte offensichtlich mit den deutschen Durchschnittsbürgern nichts zu tun. So einfach ist die Welt, garniert mit zur Abwechslung mal nicht ganz billigen Filmeffekten, und fertig ist die international verkaufbare Laube, die hart an der Kante zum Geschichtsrevisionismus laviert. Regt das zum Nachdenken über die Gründe an, die zum Nationalsozialismus und seinen Verbrechen geführt haben? Zur Übernahme von Verantwortung? Nope, reiner Apologetismus zur inneren Unschuld der Generation "Nazi". So sieht sich Grossmuter und Grossvater sicher gern dargestellt. Und der Tagesschausprecher im Anschluss darf ganz betroffen sein, ob solch "kritischer" Selbstbeweihräu- ah, verzeihung Selbstkritik. Bitte nicht noch mehr davon.
2. Ein Versuch die Zeit damals zu erklären .....
bride 08.04.2013
Der Film vermittelte, dass zum damaligen Zeitpunkt auch Menschen lebten, die Träume hatten und leben wollten. Für mich ist es ein Zeitdokument, das zumindest im Ansatz versucht die damalige Zeit zu erklären. Denn aus heutiger Sicht „versteht ja niemand, wie man das hat geschehen lassen können…..“. (Die Dummheit hinter dieser Aussage liegt eben im Unwissen.) Gerne wird aus jedem Deutschen, der in dieser Zeit gelebt hat ein Nazi gemacht. Der Verlierer hat eben die Schuld. Vermutlich kam der Film zu spät. In unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft, ohne Kriege, ohne Hungersnot und ohne politische Willkür – ist die damalige Zeit nicht mehr zu verstehen.
3.
Ion 08.04.2013
Dieser Film ist Volksverdummung und grenzt an Geschichtsklitterung...........................................
4.
inci2 08.04.2013
Wie ist das eigentlich rechtlich? Immerhin ist das eine ÖR-Produktion, die mit der Demokratieabgabe finanziert und erstellt wurde? Wie wird denn der Gewinn jetzt verbucht? Oder wird der anteilsweise von der nächsten Demokratieabgabe abgezogen?
5. Differenzierte Betrachtung
Talan068 08.04.2013
Ich fand den Dreiteiler sehr gut. Schilderer er doch plastisch, wie sich Menschen im Krueg verhalten. Besonders gelungen war die Darstellung der Charakter, da gab es keine klare Unterscheidung von gut & böse, wie in den meisten Filmen. Sondern viel dazwischen, 'böse' Handlungen wurden erklärt, aber keineswegs entschuldig. ...
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