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"Wetten, dass..?"-Sendung aus Offenburg: Arzt wohlauf, Patient tot

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Lanz, Kerkeling, Diaz, Kretschmar: Die Verrenkungen waren umsonst Zur Großansicht
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Lanz, Kerkeling, Diaz, Kretschmar: Die Verrenkungen waren umsonst

Zum Ende seiner Sendung aus Offenburg verkündete Markus Lanz das Aus für "Wetten, dass..?". In den lähmenden Stunden zuvor zeigte sich einmal mehr, warum das vielleicht gar keine schlechte Idee ist.

ZDF-Intendant Thomas Bellut, der es eigentlich wissen müsste, sagte neulich, er wisse "wirklich nicht", wie lange es "Wetten, dass ..?" noch geben werde. Man wolle sich anschauen, "wie stark die Marke" noch sei. Die Marke wohlgemerkt, nicht ihr derzeitiger CEO Markus Lanz. Über den wiederum munkelte man hinter ZDF-Kulissen und vor der jüngsten Sendung, er werde nach zuletzt katastrophalen Quoten womöglich das Handtuch werfen. Aber dann suchte Markus Lanz am Ende seiner 13. Show eine Kamera und erklärte, man werde sich nach der Sommerpause wiedersehen - "mit den letzten drei Ausgaben von 'Wetten, dass..?'". Arzt wohlauf, Patient tot.

In den lähmenden Stunden vor diesem Paukenschlag hatte sich einmal mehr beobachten lassen, warum das vielleicht sogar eine ganz gute Idee sein könnte. Als wären sie eingeweiht, trugen die Gäste an diesem Abend ausnahmslos schwarze Trauerkleidung. Einmal spielte Lanz sogar darauf an: "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal im Fernsehen den buntesten Anzug tragen würde!" Nein, anzumerken war dem Moderator rein gar nichts. Der Show dagegen umso mehr.

Mit dem Modemacher Guido Maria Kretschmer plauderte Lanz über Frauen und wie sie gekleidet sein sollten, damit sie "immer zünftig und vernünftig" aussähen. Und Kretschmer plauderte über dies und das und darüber, "gar nicht mehr so gegen Arschgeweih" zu sein, weil das später im Pflegeheim gut käme. Und: "Ich finde auch wichtig, dass man ein Gegenüber hat, das sagt: Ach nee, lass mal."

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"Wetten, dass..?": Aus, Ende, vorbei

Was auch nur zufällig prophetisch klang, denn belanglos ging's weiter. Mit Stargast Cameron Diaz, von der Lanz wissen wollte, wie sie ihre Klamotten kauft. Sie sagt, als "Mädchen" kaufe sie mal hier, mal da, eine ganz normale Sache bei Mädchen. Später erkundigte sich der Moderator bei der "wilden Hummel" noch: "Wie oft hast du dir die Nase gebrochen?"

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Das Ende von "Wetten, dass..?"

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Zwinkerzwinker

Auftritt Hape Kerkeling, der in einem glücklicheren Paralleluniversum längst ein gefeiertes "Wetten, dass ..?" mit 14 statt mit nur fünf Millionen Zuschauern moderieren würde. Er bringt, ein apartes Halstuch vor der Wampe, nur ein schlappes Schlagermedley zum Vortrag. Dazu tanzt das deutsche Fernsehballett. Auf der Couch erklärt der Komiker, dass und warum er Schlager mag, was nicht sonderlich überraschen will. Auf Nachfrage von Lanz gibt er die uralte Geschichte zum Besten, wie Jermaine Jackson mal den Kölner Dom für Notre-Dame in Paris gehalten hat, worauf Guido Maria Kretschmer einwirft, die Frau von Jermaine Jackson sei seine Textilagentin in den USA. Sachen gibt's! Die Welt ist klein!

Und weiter im Programm, das seinen Tiefpunkt erreichte, als Kerkeling von Veronica Ferres zu einem Hochzeitswalzer genötigt wurde. Die Schauspielerin hatte zwar ihren Maschmeyer daheim gelassen, verkündete aber Hochzeitspläne. Unterdessen erläuterte Markus Lanz augenzwinkernd Cameron Diaz, warum das mit der Ehe zwischen Kerkeling und Ferres natürlich nicht klappen könne, zwinkerzwinker. "Deutschland 2014", so Lanz, "so entspannt geht's da zu!" Auch Cameron Diaz selbst fand er "sehr, sehr, sehr entspannt". Wie auch Annette Frier, die eine neue Comedy bewarb und betonte, ihre Kinder zwecks Steigerung der Intelligenz lieber in die "Süddeutsche" als in die "FAZ" einzuwickeln.

Ziemlich verspannt dagegen der Auftritt von Anastacia, in Deutschland ein Weltstar, die den Moderator lüstern anschnurrte, wozu Lanz nur einfallen mochte: "Ist ein schöner Abend hier heute." Die Sängerin sieht übrigens ihren mehrfach tapfer bekämpften und mehrfach besiegten Krebs als "Segen" an, findet ihn "nicht mehr negativ, nicht mehr schlecht", und würde gerne "alle Menschen gesund sehen", auch jene zu Hause vor den Fernsehern, die "auch gerade diese Probleme haben", wie Lanz einfühlsam feststellte.

Junge Männer, die auf Lichter starren

Gesund bleiben auch die Wettkandidaten. Ein wuchtiger Hobby-Legolas schoss mit dem Bogen auf aus Toastern katapultierte Weißbrotscheiben, um sie in der Luft mit dem Pfeil zu erwischen und gegen die Wand zu tackern. Ein blasser Toast, erfahren wir, fliegt nicht so hoch, der ist meistens noch ein wenig feuchter. Zwei "verrückte Typen" erkannten am rhythmischen Aufleuchten der Bremslichter des Vordermanns, welcher Song gerade im Auto lief. Wir sahen also hauptsächlich einem jungen Mann dabei zu, wie er konzentriert hinter dem Steuer saß und nach vorne starrte.

Irgendwann fiel Lanz auf, dass während der Vorbereitung für diesen sensationellen Stunt gerade für fast zehn Sekunden niemand etwas sagte, weshalb er dann selbst sagte: "Volle Konzentration, wir dürfen die beiden nicht durcheinanderbringen", um später an genau der Stelle selbst reinzuplappern, wo sich einer der Typen wirklich konzentrieren musste. Später starrten wir sekundenlang auf hartgekochte Eier, die darauf warteten, von einem Cowboy mit der Peitsche geköpft zu werden.

Ina Müller, in deren Händen "Wetten, dass..?" vermutlich ebenfalls einen schönen Tod stürbe, moderierte die Außenwette im Hafen von Emden, wo der Kapitän eines Kutters ein winziges Buddelschiff in eine Flasche navigierte. Ans Herz ging die Kinderwette zweier Brüder, die sich Farbmuster auf dem Boden merken wollten, was aber nicht klappte, worauf die Jungs sichtlich am Boden zerstört, wenn nicht fürs Leben traumatisiert waren. Markus Lanz sah das Drama und hatte eine seiner eleganten Ideen zum Trost: "So, ihr bekommt jetzt ein Küsschen von einer der schönsten Frauen der Welt", was Cameron Diaz allerdings nicht mitmachte: "Ist denen, glaube ich, egal", stellte sie geistesgegenwärtig fest und klatschte die beiden lieber altersgemäß ab.

Wettkönige wurden drei Studenten, die im Salto über ein Glas sprangen, das sie dabei sukzessive mit einem Strohhalm leerten. Zwei davon, erklärte Lanz eilfertig, haben ihre "Wurzeln" anderswo, sind aber hierzulande geboren. Sachen gibt's. Die Welt ist klein. Oder, wie Lanz sagte: "Auch das ist Deutschland 2014". Deutschland 2015 wird dann erstmals nach 215 Abenden in 33 Jahren eines ohne sein televisionäres "Lagerfeuer" sein. Es können nun die Nachrufe auf eine Ära geschrieben werden. Sehr, sehr, sehr entspannt.

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1. Unnötiger Verriß
schlüsselkind 06.04.2014
Ich bin kein Wetten, dass - Fan, aber der vorliegende Verriß ist m.E. unpassend, und erkennbar eher der Eitelkeit des Autoren ("Ich bin ja, ach, so distanziert") als dem fairen Berichten über die Sendung geschuldet. Ja, "Wetten, dass" ist Samstagabend-Unterhaltung und kein Shakespeare. Ich habe seit langem heute einmal wieder die Sendung geschaut, und ich habe mich -ja, seicht, was aber in unserem Land anscheinend nicht zulässig ist, während wir dennoch paradoxerweise neidvoll auf unsere so viel lockereren Nachbarnationen schauen- gut unterhalten gefühlt. Wenn ich Talkshows mit Tiefgang sehen möchte, schalte ich zu anderer Zeit andere Programme ein. Heute gelüstete es mich einfach nur nach Unterhaltung. Die habe ich gefunden -mit übrigens zum Teil tatsächlich tollen und ungewöhnlichen Wetten. Könnte man ja auch mal schreiben. An dieser Stelle hatte die Sendung aber ohnehin nie eine Chance. Der Moderator schon gar nicht. Leute, Ihr schießt Euch auf ein leichtes Opfer ein. Leicht ist´s, im Chor zu schimpfen. Gleich wird´s wieder Kommentare hageln, in denen diverse Spiegel Online-Leser betonen, wie intellektuell sie sind und dass (und warum) sie selbstverständlich nie "Wetten, dass" schauen. Haben aber erstaunlicherweise immer dennoch irgendwie das Bedürfnis, an dieser Stelle ihren Kommentar dazu abzugeben. Um es anders zu sagen: Mein Vater schaut die Sendung ebenfalls nicht. Weil ihm so etwas generell "zu albern" ist. Er beschäftigt sich aber konsequenterweise auch nicht weiter damit - und kommentiert deshalb hier auch nicht. Auch das wäre ihm viel zu albern.
2. optional
hirlix 06.04.2014
Ich muss sagen früher war ich ein grosser Fan von Wetten dass. Aber es bringt nichts der Vergangenheit nachzuhängen, das Format hat sich einfach ausgelutscht in der heutigen Zeit. Ich finde es Schade, dass es die Show nicht mehr geben wird, aber muss sagen, dass ich sie auch seit ein paar jahren nicht mehr schaue. Früher war es etwas Besonderes, wenn dort Robbie Williams oder so aufgetreten ist, heute schau die Musiker auf youtube an....
3.
D0nJuAn 06.04.2014
Da schaue ich lieber 4 folgen Breaking Bad und das zum 2. mal .... Danke Internet und ein Hoch auf SKY!
4. Die einzig ...
macinfo 06.04.2014
richtige Entscheidung!
5. Ich habe mir seit etlichen
attis 06.04.2014
Jahren die Sendung nicht angeschaut. Kann es sein, dass eine langweilige Sendung einen langweiligen Moderator braucht, um langweilige Menschen unterhalten zu können? Das ist dann wenigstens die Harmonie der Langeweile.
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Lanz-Momente
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Markus Lanz moderierte "Wetten, dass..?" ins Quotentief: Die Februar-Ausgabe der Samstagabendshow wollten nur 5,85 Millionen Menschen sehen. Ein historisches Tief. ZDF-Intendant Thomas Bellut ließ sich kurze Zeit später mit den Worten zitieren, er wisse nicht, wie lange es die Sendung noch geben werde.

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Lanz ist sich selten für etwas zu schade. Im März 2013 bekam er beispielsweise eine Schokoladen-Dusche ab.

ZDF

Ein besonders umstrittener Auftritt von Markus Lanz war sein Gespräch mit Sahra Wagenknecht: Mit der Phrase "Da muss ich einmal einhaken" unterbrach der Moderator Anfang des Jahres seinen Gast wiederholt und mit einer inhaltlich nicht nachvollziehbaren Penetranz.

Zuschauerin Maren Müller aus Leipzig startete daraufhin die Online-Petition "Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!" - und hatte nach wenigen Tagen mehr als 60.000 Unterschriften (siehe Screenshot von openpetition.de). In ihrer Begründung ist nachzulesen, dass sie auch politisch motiviert ist: Sie wirft Lanz vor, vor allem mit linken Politikern ein Problem zu haben.

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Markus Lanz bei der Oktober-Ausgabe von "Wetten, dass..?": Für seine Moderation des Samstagabend-Klassikers musste der ZDF-Mann viel Kritik einstecken - und sinkende Einschaltquoten hinnehmen.

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Eigentlich erstaunlich, denn skurrile Momente gab es zuhauf bei Markus Lanz.

ZDF/ Youtube

Halbnackter Protest im TV-Studio: Zwei Femen-Aktivistinnen haben die Talkshow von Markus Lanz gestürmt. Es war nicht der erste Moment in einer Lanz-Sendung, in der sich die Zuschauer gefragt haben dürften, was da los ist.

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So sicherlich auch bei seinem Jahresrückblick "Menschen 2013". Auf dem Bild zumindest guckt Dieter Hallervorden recht irritiert hinter dem Sofa hervor.

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Und noch ein Beispiel: Erst im November 2013 gab es bei "Wetten, dass..?" ein bizarres Zungenspiel zu beobachten. Anlass war eine Wette: Der Kandidat will die Zahnpasta, die seine Freundin vorher benutzt hat, beim Zungenkuss erschmecken.

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Auch Lanz selbst sorgt für Tiefschläge. Hier sieht man ihm in der wohl schlechtesten "Wetten, dass..?"-Ausgabe beim Limbotanzen. Er wäre am liebsten selbst aus dem Studio gerannt, erzählte Lanz im Dezember 2013 dem Magazin "Stern".

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Weitere skurrile Highlights: Der schottische Schauspieler Gerard Butler schüttet sich in der Show vom Juni 2013 Eiswürfel in seine Hose - und Lanz lacht sich im Hintergrund kringelig.

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Dauer-Werbesendung? TV-Moderator Stefan Raab durfte bei Lanz einen von ihm entwickelten Duschkopf ausgiebig anpreisen.

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Zusammen mit den Köchen Alfons Schuhbeck (l.) und Alexander Herrmann (r.) schnallte er sich auch schon ein Sixpack-Imitat um.

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Den Gästen blieb ebenfalls wenig erspart. US-Schauspieler Tom Hanks musste im November vergangenen Jahres in der ZDF-Show plüschige Katzenohren tragen.

dapd

Hinterher lästerte Hanks über die quälend langwierige Familiensendung.



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