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US-Magazin erklärt deutsche Show: "Wetten, dass..?" - und Sie müssen auf die Couch

Medienanalyse: Das US-Magazin "New Republic" schreibt über "Wetten, dass..?" Zur Großansicht
New Republic

Medienanalyse: Das US-Magazin "New Republic" schreibt über "Wetten, dass..?"

Erklären Sie mal jemandem in den USA, wie "Wetten, dass..?" funktioniert. Das US-Magazin "New Republic" hat es jetzt versucht: Die deutsche Show sei ein bisschen sexistisch, ein bisschen rassistisch - ein Besuch für B-Promis aber trotzdem zu empfehlen.

Wer berühmt werden möchte, muss oft schlimme Dinge über sich ergehen lassen. Für amerikanische B-Promis bedeutet das: einen Abend bei Markus Lanz auf dem Sofa von "Wetten, dass..?" zu verbringen.

Das US-Magazin "New Republic" hat versucht, seinen Lesern die deutsche Show zu erklären. Amerikanische Stars, die in Deutschland ihren Bekanntheitsgrad steigern wollten, ließen sich in die Fernsehsendung einladen und schauten dann deutschen Durchschnittsmenschen dabei zu, wie die Walnüsse mit ihren Pobacken knackten. Die US-Prominenten müssten außerdem "ein bisschen Rassismus und ein bisschen Sexismus" ertragen und sich, zurück in den USA, dann im Fernsehen über diese schreckliche Show aufregen. Da sei Aufmerksamkeit garantiert.

Jüngster Beweis für die Wirksamkeit der Formel: der kanadische Schauspieler Will Arnett. Nach seinem Besuch bei "Wetten, dass..?" lästerte er bei US-Talker Jimmy Kimmel über "die verrückteste Show schlechthin". Ihr Name bedeute wohl: "What the fuck is happening" - Was, verdammt noch mal, passiert hier eigentlich?

Mit der Beschwerde traf Arnett, wie zuvor schon Tom Hanks und Halle Berry, sowohl in Deutschland als auch den USA einen Nerv - und schaffte es so in Zeitungen und auf Webseiten, die sonst nie über ihn berichtet hätten.

Die Sendung "Wetten, dass..?" sei ein Phänomen, schreibt "New Republic". Sie bestätige die schlimmsten Vorurteile, die man gegenüber Deutschen haben könne: humorlos, seltsam, stillos.

Das Spielprinzip sei schwer zu verstehen, die Sprüche von Moderator Markus Lanz unfreundlich und sexistisch. Wiederholt habe der Moderator weibliche Hollywoodstars dazu gedrängt, fremde Männer zu küssen. Auf YouTube finde man unzählige Clips mit amerikanischen Promis, von Paris Hilton bis Kevin James, die mit einer Mischung aus Langeweile, Verwirrung und Horror die Show verfolgten.

Für die Faszination der Deutschen für diese irre Sendung gebe es nur drei mögliche Erklärungen: 1. die Freude daran, dass einmal Hollywoodstars einem Klempner aus Frankfurt zugucken müssen und nicht umgekehrt, 2. das Verlangen, Deutsche zu sehen, die einfach mal was Verrücktes machen, 3. eine unerklärliche Leidenschaft fürs Wetten.

Die Nachricht, dass die Sendung nun eingestellt werde, sei für Hollywoodstars beruhigend, aber, so "New Republic", man könne sich nie sicher sein, ob die Show nicht doch irgendwann wiederkomme. Der beste Tipp zum Überleben eines Besuchs stamme von Michael Bublé: vor der Sendung Marihuana rauchen.

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Promi-Gäste über "Wetten, dass..?": "Es war schmerzhaft"

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 95 Beiträge
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1.
hschmitter 05.11.2014
Ich finde, anstatt indirekt durch solche Artikel über Lanz herzuziehen, sollte man es direkt machen. Er bietet ja regelmäßig in der nach ihm benannten Sendung genug Anlass dazu, an seinen Fähigkeiten zu zweifeln. Abgesehen davon, Wetten dass ist doch immer schon eine langweilige Dauerwerbeveranstaltung gewesen - jeder, der dort auf dem Sofa saß, saß doch dort nur, um irgendwas zu präsentieren. Und oft war das zu präsentierende Produkt nicht besser als die Sendung. Das paßt dann halt wie Arsch auf Eimer.
2.
Annabel 05.11.2014
Auf den Punkt gebracht. Sehen übrigens auch viele Deutsche so.
3. Wetten dass...
Süddeutscher 05.11.2014
mag aus der Zeit gefallen sein. Aber die Sendung ist immer noch x-mal besser als der durch ständige Werbung unterbrochene TV-Dreck aus den USA! Sollen sie sich echauffieren - von Kultur haben sie einfach keine Ahnung. Am besten einfach keine AngloAmis mehr einladen. Dann ist Ruhe im Karton!
4. Erstmal Werbung..
koenigludwigiivonbayern 05.11.2014
Vielleicht verstehen die Amis nicht, daß nicht alle 2 Minuten eine Werbepause kommt, während denen sie ihre verrutschten Mieder wieder richten können oder jemand anders fragen, um was es eigentlich geht. Die meisten Obengenannten beschweren sich über verlorene Ohrstecker oder Übersetzer, die zu langsam waren. Wenn ich kein einziges Wort einer Sprache verstehe, setze ich mich eben nicht in eine Fernsehshow. Und wenn, dann halte ich hinterher die Klappe.
5. Wer ist Will Arnett ?
pventura 05.11.2014
Fairerweise muss man sagen. Jedes Land bekommt dass was es verdient. Wir in diesem Fall "Wetten was". Wie wäre das Urteil wohl ausgefallen - hätte er auch noch die anderen schrottigen Shows mit zb. Dauergrinser Stefan Raab gesehen der mal mit einem Wok den Abhang herunterdüst oder Autos schrottet. Ebenfalls nicht zu verachten. Shows in denen Biographien vorgetragen werden wo sich der Leser auf diese übergibt. Im Namen des Spasses und der Legitimation von Trash TV Sender Nr. eins Pro7. Wie schon geschrieben. Jedes Land bekommt das Programm was ihm zusteht.
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