Jugendserie von funk YouTube sperrt "Wishlist"-Folge wegen Sexszene

Die Serie "Wishlist" richtet sich an Jugendliche und ist ab 12 Jahren freigegeben. Nicht auf YouTube: Die aktuelle Folge kann nur nach Anmeldung und ab 18 Jahren gesehen werden.

Vita Tepel in "Wishlist"
Funk/ Vien Tran-Van

Vita Tepel in "Wishlist"


Preisgekrönt oder pornografisch? Die Video-Plattform YouTube hat die aktuelle Folge aus der zweiten Staffel der funk-Serie "Wishlist" für Personen unter 18 Jahren gesperrt. Sie ist nur nach vorheriger Anmeldung abspielbar. Grund soll eine Sexszene zwischen den beiden Hauptfiguren Mira und Casper sein.

"Wishlist" ist jedoch eine Mystery-Serie, die sich vor allem an junge Zuschauer zwischen 14 und 25 Jahren richtet. Produziert wird sie von funk, dem Jugendangebot von ARD und ZDF. Es geht um eine App, die Wünsche erfüllt, wenn man im Gegenzug eine Aufgabe erledigt. 2017 wurde "Wishlist" mit einem Deutschen Fernsehpreis und einem Grimme-Preis ausgezeichnet. (Lesen Sie hier unsere Rezension der ersten Staffel.)

Ein YouTube-Sprecher sagte zu der Sperrung, bei sexuell zu expliziten Inhalten könne eine solche Altersbeschränkung vorkommen. Nach Ansicht der Jugendschutzbeauftragten von Radio Bremen, Bärbel Peters, entspricht die Sexszene aber einer Altersfreigabe ab 12 Jahren. "Die Szene ist weder pornografisch noch widerspricht sie anderen Auflagen des Jugendschutzes."

Tatsächlich sind in der Szene die beiden Hauptfiguren zu sehen, wie sie sich zunächst in Unterwäsche, später zunehmend nackt im Bett wälzen, küssen und dann Sex haben (vorbildlich mit Verhütung). Dabei sind weder primäre noch sekundäre Geschlechtsorgane zu sehen, die Inszenierung ist insgesamt zurückhaltend und geht an keiner Stelle über Sexszenen hinaus, wie sie in Filmen und Serien an der Tagesordnung sind. Auf der funk-Homepage ist die Episode weiterhin abrufbar.

kae/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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penie 24.01.2018
1. Die Geister die Ihr rieft ...
So etwas sollte eine Mahnuzng für alle "Sexismus"-Schreihälse sein. Die aus den USA herübergeschwappte Prüderie führt schlicht und ergreifend zu Zensur. Die Provider halten sich aufgrund politischen Drucks an die "höchsten Standards", d.h. sie zensieren im Zweifel lieber zu scharf als zu lasch. NetzDG und überzogene Sprachregelungen aufgrund "political correctness" tun ein Übriges. Orwell läßt grüßen.
egoneiermann 24.01.2018
2.
Zitat von penieSo etwas sollte eine Mahnuzng für alle "Sexismus"-Schreihälse sein. Die aus den USA herübergeschwappte Prüderie führt schlicht und ergreifend zu Zensur. Die Provider halten sich aufgrund politischen Drucks an die "höchsten Standards", d.h. sie zensieren im Zweifel lieber zu scharf als zu lasch. NetzDG und überzogene Sprachregelungen aufgrund "political correctness" tun ein Übriges. Orwell läßt grüßen.
Sexismus ist Benachteiligung bzw. Bevorzugung wegen des Geschlechts und hat nichts mit Sex zu tun, bzw. dem was man in Deutschland darunter versteht. Sexus lt. das Geschlecht ist primär die Unterscheidung zwischen Männlein und Weiblein, wir haben aber daraus die Bezeichnung für den Spaß zwischen Menschen gemacht, nicht mal das unterschiedliche Geschlecht ist da noch ausschlaggebend.
dasfred 24.01.2018
3. YouTube geeignet ist machbar
Man hatte früher in den USA gerne Filme in einer zweiten Version für den europäischen Markt gedreht, in denen es etwas freizügiger zugehen durfte. Da sollte man doch heute vielleicht bedenken, dass man für YouTube lieber etwas weniger Sex und mehr Gewalt produziert, weil das den amerikanischen Sehgewohnheiten eher entspricht.
jopad 24.01.2018
4. Tja nun,
hätten sie sich stattdessen halt lieber mit halbautomatischen Waffen die Rüben weggepustet, dann wäre die Freigabe ab 12 kein Problem gewesen.
averell 24.01.2018
5.
Echt bitter wenn man bedenkt, was es sonst so auf Youtube frei zu sehen bekommt. Gewalt - kein Problem. Sex - auf keinen Fall.
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