Hamburg - Ursula von der Leyen und Wolfgang Kubicki hatten in diesem Jahr von allen deutschen Politikern den größten Redebedarf - jedenfalls im Fernsehen. Niemand sonst war im Jahr 2012 häufiger in TV-Talkshows zu Gast. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Branchendienstes "Meedia", für die sämtliche Gästelisten der fünf ARD-Talksendungen " Günther Jauch", "Hart aber fair ", Menschen bei Maischberger", "Anne Will" und "Beckmann" sowie des ZDF-Talks "Maybrit Illner" ausgewertet wurden.
Jeweils neun Mal nahmen von der Leyen und Kubicki in den Gesprächsrunden Platz. Nimmt man den Auftritt des FDP-Politikers bei der Debütsendung des Stefan-Raab-Talks "Absolute Mehrheit" noch mit dazu, dann ist er sogar der uneingeschränkte Talkshow-König 2011.
Auf den Plätzen drei und vier folgen Sahra Wagenknecht und Wolfgang Bosbach mit jeweils acht Talkshowauftritten in diesem Jahr. Dahinter liegt mit Jakob Augstein der erste Nicht-Politiker. Der SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist war in diesem Jahr sieben Mal in Talkshows zu sehen.
Die höchsten Neueinsteiger im Talkshow-Ranking sind FDP-Generalsekretär Patrick Döring und Sportreporter Werner Hansch. Beide hatten jeweils fünf TV-Auftritte. Besonders der joviale Ruhrpottler Hansch erwies sich dabei als echte Allzweckwaffe. Er plauderte sowohl über Themen wie Alzheimer als auch über den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück.
2011 war übrigens Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin noch der meistgebuchte Talkshowgast gewesen - in diesem Jahr kam er nur dreimal zum Zug. Und der Siegeszug der Piratenpartei bei den Landtagswahlen 2012 hat sich in den sechs größten Talkshows des deutschen Fernsehens auch nicht niedergeschlagen. Kein einziger Pirat schaffte es unter die Top 20.
syd
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