ARD-ZDF-Projekt Neuer Jugendsender soll 45 Millionen Euro kosten

Internet, Radio und Fernsehen: Der neue öffentlich-rechtliche Sender soll die Jugend trimedial einfangen. ARD und ZDF wollen das gemeinsame Projekt den Ministerpräsidenten der Länder kommende Woche vorstellen.

Der ZDF-Intendant Thomas Bellut spricht in Berlin über den neuen Jugendkanal
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Der ZDF-Intendant Thomas Bellut spricht in Berlin über den neuen Jugendkanal


Hamburg/Berlin - Ende November 2012 teilte der für das Projekt verantwortliche SWR-Intendant Peter Boudgoust der Öffentlichkeit mit, dass ARD und ZDF für Jugendliche zwischen 14 und 29 Jahren einen neuen Kanal planen. Nun präsentierte ZDF-Intendant Thomas Bellut erste Details zum neuen Sender: Das Angebot ist trimedial geplant - Fernsehen, Radio und Internet. Der Jugendsender soll sich vom ARD/ZDF-Kinderkanal (KiKA) klar abgrenzen, der sich an Kinder von 3 bis 13 richtet. Die ARD solle zwei Drittel der geplanten Kosten von 45 Millionen Euro pro Jahr tragen, das ZDF ein Drittel, erklärte Bellut am Freitag in Berlin.

Das gemeinsam erarbeitete Konzept wollen die öffentlich-rechtlichen Sender den Ministerpräsidenten bei ihrer Tagung nächste Woche vorschlagen, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut am Freitag in Berlin. Die Entscheidung über die öffentlich-rechtlichen Digitalkanäle ist Ländersache.

Personal bei ZDFkultur rekrutieren

Das neue Angebot werde beim Musikprogramm an ZDFkultur anknüpfen, der viele Popkonzerte überträgt. Der Spartensender, der zum Jahresende eingestellt wird, um Platz zu machen für den neuen Sender, soll laut Bellut auch Personal für die Formate liefern, mit denen ZDF und ARD jüngere Zuschauer anlocken wollen, die sie an die Privaten verloren haben.

Die Digitalkanäle ZDFneo, ZDFinfo und der ARD-Nachrichtenkanal Tagesschau24 sollten bleiben, sagte Bellut. Das gelte auch für den den Kika sowie den gemeinsamen Ereignis- und Dokukanal Phoenix und den deutsch-französischen Sender Arte.

Ab wann der Jugendkanal zu sehen ist, ist noch offen. "Vor Mitte 2015 kann ich mir nicht vorstellen, dass das auf Sendung geht", sagte Bellut. Die ARD hofft auf einen früheren Termin. Der ZDF-Fernsehrat hat sich einstimmig für das abgestimmte Konzept mit der ARD ausgesprochen.

twi/dpa



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