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Post an den Zwiebelfisch: Der frühe Wurm fängt den Haken

Alea iacta est - die Würfel werden neu gemischt! Dein Ohr in Gottes Hand! Nein, so kommen wir auf keinen grünen Nenner! Lesen Sie hier eine Auswahl der lustigsten verdrehten Redewendungen und missglückten Sprichwörter, denen Zwiebelfisch-Leser begegnet sind.




Die Würfel werden neu gemischt!
DPA

Die Würfel werden neu gemischt!

Lieber Herr Sick, nicht nur Sie haben eine Freundin, die sehr kreativ mit Redewendungen hantiert! Auch ich kann ein solches Modell vorweisen, und das meine heißt Andrea, die ich vielleicht gerade auch wegen dieser Eigenart sehr schätze. Allerdings sind ihre Redewendungen oft objektiv ziemlich klug: In der Regel versiebt Andrea bereits den Einstieg, merkt dies aber bereits während des Sprechens und versucht dann durch einen kreativen Anschluss die Redewendung noch zu retten. Ergebnisse sind dann zum Beispiel:

Wer im Steinhaus sitzt, sollte nicht mit Bomben werfen!

Wenn der Hund erst einmal in den Brunnen gefallen ist, muss man ihn schwimmen lassen.

Und natürlich gibt es auch typische Verdreher: Der frühe Wurm fängt den Haken.

Tobias Studer, Konstanz


Auf diese Zwiebelfisch-Kolumne habe ich nur gewartet! Hier ein paar nette Ergänzungen meiner lieben Freundin:

"Ich mit euch Fußball spielen? Ich kann euch doch nicht alle nass aussehen lassen."

"Wir sollten noch Getränke besorgen, damit wir nicht im Trockenen sitzen."

"Wir wollen ja nicht den Teufel an die Wand werfen."

Beste Grüße und weiter so mit dem Zwiebelfisch!

Matthias Strube, Frankfurt am Main


Anbei zwei Verdreher, die ich im Kollegenkreis vernommen habe:

"Die Kuh aus dem Feuer holen"

"In der Kraft liegt Ruhe"

Patrick Holtmann, Bruchköbel


Hallo lieber Zwiebelfisch, hier ist der schönste "Schnitzer", den ich kenne:

"Wir sind aus dem gleichen Pulver geschnitzt."

Marco Bottari


Meine liebe Freundin Sinead ist Grafikerin und stammt aus Irland. Vielleicht liegt es an ihrem Beruf und ihrer Herkunft, dass sie der deutschen Sprache nicht ganz mächtig ist und sich häufig "zweispaltig" fühlt. Einsam ist sie jedenfalls nicht. Sie war neulich bei Ikea, um sich neue "Beziehungen" zu holen. Auf meine Frage, ob diese fürs Bett seien, antwortete sie: "Wofür denn sonst?"

Alexander Ardelean


Lieber Zwiebelfisch, unser Favorit direkt aus dem Sprichwortmixer: "Die Würfel werden neu gemischt."

Silke Holzhause und Silke Strowik


Mein Sohn gewinnt seit Jahren "hochhaus" beim Kartenspielen.

Martina Gabriel, Berlin


Meine Schwiegermutter benutzt immer wieder gern die Redewendung "Fische bei die Köppe" und meint wohl "Butter bei die Fische".

Und anstelle von "Rucki-Zucki" sagt sie auch gern "Racki-Backi!"

Roland Frenkert


Dein Ohr in Gottes Hand

Steffen Stripf, Stutensee


Ein guter Freund von mir benutzt immer Folgendes, wenn er zustimmt: "Da rennst du bei mir offene Ohren ein!"

Holger Skotara, Valbert


Lieber Herr Sick, Ihre Freundin Sibylle ist offenbar eine Konifere auf ihrem Gebiet! Es gibt diverse Leute, die sich mit ihr gut verstehen würden. Zum Beispiel ein älterer Herr, der freimütig zugab, in eine Marionettenwohnung zu investigieren. Schön auch die Begeisterung, die jemand mal aufbrachte, als ein Swimmingpool blau elliminiert wurde. Das sah aber auch wirklich toll aus.

Thorsten Rund


Eine Bekannte sagt üblicherweise:

"Vom Hütchen aufs Stöckchen kommen"

Ansgar Körbes


Ich musste doch schmunzeln, als Sie die "spanischen" Dörfer erwähnten - da lag Ihre Freundin gar nicht so daneben. Im Tschechischen, wo es unsinnig wäre, von "böhmischen Dörfer" zu sprechen, zumal man die dort bestens kennt, benutzt man tatsächlich die Redewendung "spanische Dörfer", wenn man vom Unbekannten oder Unverständlichen spricht.

Anne März


Lieber Herr Sick, auch im Französischen spricht man tatsächlich von "villages espagnols", wenn es um völlig Unbekanntes geht. Vielleicht ist Ihre Freundin ja frankophon oder frankophil?

Karl Siegemund

Antwort des Zwiebelfischs: Und ob Sibylle frankophil ist! Obwohl sie das vehement bestreiten würde, denn sie hielt von Franco nicht viel. Umso mehr hält sie dafür vom "Savoy vivre" der Franzosen.


Unser Deutschlehrer wollte einmal nach einem allgemeinen Tohuwabohu wieder Ruhe in die Klasse bringen und tat dies mit dem Ausruf: "Schwamm beiseite!"

Walter Hirschmann, Nürnberg


Eine Freundin meinte bei einer schwierigen Informatikaufgabe mal: "Ich komme da auf keinen grünen Nenner."

Ein Arbeiter bei Daimler: "Da musst du noch mal ein Auge drüber werfen."

Ich weiß leider nicht mehr, wo ich diesen Ausspruch aufgeschnappt habe: "Das kann man doch nicht alles über einen Hut scheren."

Ein Freund von mir sagt öfter: "Ich versteh das auf keinem Auge!"

Christian Rohrdantz, Konstanz


Sehr geehrter Zwiebelfisch, mit großer Freude las ich Ihren letzten Beitrag über verdrehte Redwendungen und Sprichwörter. Ich habe auch so einen Freund wie Sie Ihre Sibylle, und seine Produktion an Unnachahmlichkeiten hat dazu geführt, dass ich ein kleines Schatzkästchen mit besonders schönen Verdrehungen angelegt habe:

"Ich habe letzte Wochen mal wieder zehn gerade sein lassen"
"ergo sum habe ich..."
"Unmöglich, da ein Bein auf den Fuß zu kriegen"
"Das hat der sich aus den Fingern gewürgt"
"Ich habe Feuer geleckt"
"Da sieht man, wie der Hase geht" "Wenn der sich erst mal was auf den Kopf gesetzt hat..."
"Ihm sind die Pferde durchgebrochen"
"Der Zeitpunkt war einfach reif..."
"Dann haben wir so zwei Fliegen mit einer Klatsche abgehakt"


Als treuer Leser Ihrer Kolumne grüßt Sie Ihr

Walther Paravicini, Münster




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Und hier finden Sie noch mehr zum Schmunzeln: Schnitel mit Championg und Pharmaschinken

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