Zwiebelfisch-Abc sublim/subtil


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JAMIRI

Auf den ersten Blick sind sich diese beiden kleinen Wörter verdammt ähnlich. Und tatsächlich liegen sie nicht nur klanglich, sondern auch semantisch nah beieinander.

Was sublim ist, das ist nur mit ausgeprägtem Feinsinn wahrnehmbar, das wird nur von Menschen verstanden, die ein Gespür für Feinheiten haben. Eine winzige Geschmacksnuance zum Beispiel, eine hauchzarte Farbveränderung, ein minimaler Anstieg oder Rückgang der Lautstärke.

"Ein sublimes Spiel zwischen Zeigen und Verstecken von heller Haut", so beschreibt das "Handelsblatt" die Darstellung der "Lukrezia" des Malers Veronese.

Was subtil ist, das ist mit großer Sorgfalt und viel Feingefühl gemacht, das ist detailreich, fein strukturiert - und daher nicht für jedermann erkennbar oder verständlich. Man spricht zum Beispiel von "subtilem Humor" und meint damit einen feinen, versteckten Witz, über den nur lachen kann, wer in der Lage ist, ihn herauszuhören oder -zulesen.

Beide Wörter lassen sich also zunächst mit "fein" und "zart" übersetzen, das Wort "sublim" bedeutet darüber hinaus "erhaben", "äußerst raffiniert", während "subtil" die weitergehende Bedeutung "spitzfindig", "unterschwellig", "schwierig" hat.

Der feine Unterschied zwischen sublim und subtil ist daher eher als subtil zu bezeichen denn als sublim.

Dass derjenige, der "subtil" und "sublim" verwechselt, deswegen gleich in der Hölle landet, ist allerdings nur ein Gerücht.

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