Arbeitsrecht Frau darf trotz Brustimplantaten zur Polizei

Können Brustimplantate bei gefährlichen Polizeieinsätzen kaputt gehen? Ja, sagte ein bayerischer Amtsarzt und lehnte eine Bewerberin mit Implantaten ab. Die Frau klagte - und bekam vorläufig Recht.

Polizistin in Bayern (Symbolbild)
DPA

Polizistin in Bayern (Symbolbild)


Brustimplantate sind kein Grund, eine Bewerberin für den Polizeidienst abzulehnen. Das entschied das Verwaltungsgericht München in einem Eilverfahren und gab damit vorläufig der Klage einer Bewerberin statt: Die junge Frau darf trotz der Schönheitsoperation ihrer Brüste die Ausbildung zur Polizistin beginnen (Aktenzeichen: M 5 E 16.2726). Die endgültige Entscheidung über die Klage fällt erst später.

Die Personalstelle des Polizeipräsidiums München hatte die Bewerberin abgelehnt, weil sie seit Februar 2015 - aus kosmetischen Gründen - zwei Brustimplantate trägt. Der Polizeiarzt argumentierte, dass die Frau damit für den Polizeidienst gesundheitlich nicht mehr geeignet sei: Besonders beim Selbstverteidigungstraining und bei gefährlichen Einsätzen seien Beschädigungen der Implantate zu befürchten.

Kein erhöhtes Risiko

Die Richter vertrauten jedoch auf das Gutachten eines plastischen Chirurgen. Danach gebe es "unter Berücksichtigung der konkreten Beschaffenheit der verwendeten Implantate (schnittfestes, hochmodernes Implantatmaterial) sowie deren Platzierung (unterhalb der Muskeln)" kein erhöhtes Verletzungsrisiko.

Der Polizeiarzt dagegen habe zu pauschal entschieden und den konkreten Fall zu wenig berücksichtigt, heißt es in dem Eilentscheid. Danach darf die Zulassung zur Polizei nur dann abgelehnt werden, wenn "bei der Bewerberin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Frühpensionierung oder erhebliche Ausfallzeiten zu befürchten" sind. Das sei bei der Klägerin aber nicht zu erwarten.

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