Berlin Ärzte sollen für Vermittlung von Leichen an Bestatter kassiert haben

Bis zu 300 Euro sollen sie pro Leiche erhalten haben: In Berlin sollen sich Ärzte laut einem Medienbericht Geld hinzuverdient haben, indem sie Tote an einen bestimmten Bestatter vermittelten.

Friedhof in Berlin-Mitte
DPA

Friedhof in Berlin-Mitte


Berliner Ärzte sollen Tote gegen Geld an einen bestimmten Berliner Bestatter vermittelt haben. Dafür sollen die Ärzte bis zu 300 Euro pro vermittelter Leiche erhalten haben, wie der RBB zuerst berichtete. Ein Bestatter in Hellersdorf soll die Ärzte des Leichenschaudienstes gezielt angeschrieben haben.

Die Ärzte wiederum sollen die Hinterbliebenen teilweise massiv unter Druck gesetzt haben. Bis zu 30 Leichen soll der Bestatter pro Monat erhalten haben - ein gutes Geschäft.

Der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) liegen mehrere Beschwerden von Angehörigen und offiziellen Stellen vor, hieß es am Donnerstag. "Ein solches Verhalten wäre unter keinem Gesichtspunkt zu tolerieren", steht in der Mitteilung. Es könne zum Widerruf der ärztlichen Approbation führen. Auch der Berliner Ärztekammer ist der Fall laut RBB schon bekannt. Offenbar läuft bereits ein Untersuchungsverfahren gegen die drei Ärzte.

Der RBB beruft sich in seinem Bericht auf Kollegen der Ärzte sowie weitere Zeugen. Interne Anweisungen verbieten demnach den Ärzten des Leichenschaudiensts, Bestattungsunternehmen zu empfehlen. Die drei Beschuldigten sollen monatlich bis zu 3000 Euro in bar für ihre Dienste bekommen haben.

Weitere Zeugen schilderten dem RBB, wie die Geschäfte zwischen Bestatter und Ärzten abliefen. Demnach informierten die Ärzte den Bestatter, wann sie im Leichenschaudienst eingesetzt waren. Daraufhin konnte sich der Bestatter bereit halten. Über mehrere Monate sollen die Geschäfte so gelaufen sein. Für den Bestatter seien die Honorare an die Ärzte zwar teuer gewesen, aber diese habe er mit den Rechnungen an die Kunden umlegen können.

Laut des RBB-Berichts sind Schmiergeldzahlungen in Berliner Altenheimen, Kliniken und Pflegestationen weitverbreitet.

kha/lov/AFP/dpa



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