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09. Februar 2018, 09:51 Uhr

Nach Hungerstreik

Polen will Arztgehälter erhöhen

Seit Monaten fordern polnische Klinikärzte mehr Geld. Nun gibt die Regierung in Warschau nach - verlangt aber eine Gegenleistung.

Sie haben einfach nicht lockergelassen: Im Herbst vergangenen Jahres waren Klinikärzte in Polen in den Hungerstreik getreten, um gegen ihre heftigen Arbeitsbedingungen zu protestieren. Im Januar verweigerten sie Überstunden - und legten schon mit dieser begrenzten Maßnahme ganze Kliniken lahm.

Jetzt endlich reagiert die polnische Regierung und erhöht die Gesundheitsausgaben und Arztgehälter. Der neue Gesundheitsminister Lukasz Szumowski erzielte am Donnerstag eine Einigung in dem seit Monaten schwelenden Konflikt mit den Medizinern.

Demnach sollen die Ausgaben für das Gesundheitswesen bis 2024 von derzeit 4,7 auf 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) angehoben werden. Ursprünglich sollte dieses Ziel ein Jahr später erreicht werden.

Abwanderung von Medizinern soll gestoppt werden

Im Gegenzug müssen Ärzte nach ihrer Facharztausbildung mindestens zwei Jahre in Polen arbeiten. Damit soll verhindert werden, dass junge polnische Ärzte in westliche Staaten abwandern, wo sie mehr Geld verdienen.

Der einmonatige Hungerstreik von Dutzenden Assistenzärzten hatte im vergangenen Oktober in ganz Europa Aufsehen erregt. Die Ärzte forderten eine Erhöhung der Gesundheitsausgaben auf 6,8 Prozent des BIP binnen drei Jahren.

Derzeit verdienen Assistenzärzte in Polen zwischen 500 und 700 Euro im Monat. Viele machen deswegen Überstunden, um ihr Gehalt aufzubessern.

mamk/afp

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