Aufsteigen im Job Wo geht's denn hier nach oben?

Mustermitarbeiter rackern und strampeln, sind fleißig, kreativ, belastbar - und hocken doch ewig auf derselben schlechtbezahlten Stelle. Leistung allein bringt einen auf der Karriereleiter nicht voran. Eine Beraterin und ein Headhunter erzählen, worauf es wirklich ankommt.

Immer aufwärts: Wer tut, was ihm Spaß macht, investiert seine Zeit sinnvoll
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Immer aufwärts: Wer tut, was ihm Spaß macht, investiert seine Zeit sinnvoll

Von Nicole Basel


Die Statistik ist hart und unfair: Alle paar Monate präsentieren Forscher andere Gründe dafür, wer beruflich aufsteigt und wer auf ewig öde, schlecht bezahlte Jobs macht: Man sollte etwa ausreichend schlafen (dann wird man angeblich öfter befördert). Man sollte gut aussehen (das halten laut einer Langzeitstudie immer mehr Führungskräfte für relevant). Man sollte groß sein (laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung bringt jeder Zentimeter 0,6 Prozent mehr brutto). Letzteres gilt jedoch nur für Männer.

Wer auf guten Schlaf, Schönheit oder Größe nicht bauen kann - oder sich nicht darauf verlassen will -, der kann immerhin noch an sich selbst arbeiten, um voranzukommen. Leistung allein, auch das ist hart und unfair, bringt einen aber nicht allein weiter, sagt Svenja Hofert, Karrierecoach aus Hamburg: "Leistung ist gut. Das Entscheidende ist aber, dass man darüber redet. Ohne Kommunikation versackt die Leistung." Dabei komme es auch darauf an, was man über sich selbst denke. "Jemand, der unsicher ist, der wird auch von den anderen so wahrgenommen."

Eine sichere Ausstrahlung, sagt Hofert, kann man aber lernen. "Wenn Sie in einer Situation unsicher sind - tun Sie einfach so, als wären Sie von sich überzeugt." Das verbessere nicht nur den Eindruck bei den Kollegen. Das selbstbewusste Auftreten erhöhe automatisch auch das tatsächliche Selbstbewusstsein. Aber auch dieser Rat hat seine Grenzen: Wer immer wieder großspurig eigene neue, angeblich lukrative Geschäftsideen vorstellen möchte, die sich dann aber als Luftnummern entpuppen, wird irgendwann nicht mehr für voll genommen. Sondern als das, was er oder sie dann auch ist: eine Aufschneiderin, die den Betrieb eher stört.

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Expertin Hofert rät, sich regelmäßig zu überlegen, wohin man sich entwickeln möchte. Nur so könne man sein Ziel auch kommunizieren, und das sei relevant. "Politiker machen das ganz häufig, ob offen oder unterschwellig. Oder etwa Barbara Schöneberger: Die hat ganz deutlich gesagt, dass sie die NDR-Talkshow moderieren will. Fünf Monate später hatte sie den Job."

Bei all dem Über-sich-selbst-Reden muss aber auch klar sein: Die Kommunikation muss zur Firma passen. Möglicherweise zählt in einem Unternehmen die Teamleistung mehr als die des Einzelnen. Wer da in Einzelkämpfermanier herumprotzt und sein eigenes Zutun hervorhebt, ist unten durch.

Erfolgsrezept: Mit Spaß dabei sein

Marcus Schmidt ist Headhunter aus München und beschäftigt sich seit Jahren damit, welche Profile bei Unternehmen gefragt sind. Und er hat festgestellt: Einen typischen Karriereverlauf gibt es nicht. "Schauen Sie sich nur die Vorstände erfolgreicher Firmen an: Die haben alle völlig verschiedene Laufbahnen", sagt Schmidt. "Sie haben Unterschiedliches studiert. Manche haben bei einer Beratung begonnen, andere nicht. Manche haben einen Doktortitel oder einen MBA, andere haben überhaupt keinen Uni-Abschluss." Man könne Karrieren nicht nach Schema F planen, die Laufbahnen seien individueller geworden.

"Das Problem ist, dass angebliche Regeln die Karrierewilligen oft blockieren", sagt Schmidt. "Etwa, dass man bei einer Unternehmensberatung beginnen muss. Oder unbedingt im Ausland gewesen sein muss. Dann denken viele, sie hätten keine Chance mehr, weil der erste Job nicht der richtige war." Karriereschritte, rät er, sollte man vor allem danach auswählen, dass sie einem mehr Optionen verschaffen.

Da Jobanforderungen sich so schnell ändern, sollte man sich zwar Rat holen, aber vor allem auf sich selbst hören, etwa bei der Studienwahl: "Kein Mensch weiß, nach welchen Führungskräften der Markt in zehn Jahren verlangt. Wenn ich also einfach mache, was mich interessiert und was mir Spaß macht, dann habe ich meine Zeit auf jeden Fall sinnvoll investiert. Der Erfolg stellt sich dann meist auch ein." Es gebe heute viel weniger Karriereschranken als früher. "Und das", sagt Schmidt, "ist doch eine phantastische Nachricht."

insgesamt 64 Beiträge
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Seite 1
albert schulz 11.08.2010
1. Karriere
Einmal soll ich meine Mitarbeiter loben. In der nächsten Woche soll ich sie unterdrücken, quälen und zur Sau machen. Heute soll ich schwätzen. Schwätzen dürfen Chefs. Untergebene haben die Klappe zu halten oder Lobeshymnen anzustimmen, wie beim Militär. Der Mensch ist nämlich vor allem eitel, und er hält sich für klug. In einer Hierarchie ist klar geregelt, wer der Klügste ist. Das sollten selbst Spiegel - Redakteure wissen. Die meisten Menschen wollen übrigens gar nicht Vorgesetzte sein. Drei Kröten mehr und zehn Stunden die Woche dazu, und noch mehr buckeln und Lobeshymnen krächzen, dem Chef bei der Jagd das Gewehr nachtragen oder mit seiner Gattin shoppen oder eben Bridge spielen. Die Leistungsgesellschaft ist eine reine Fata morgana. Wer meint Leistung bringe Erfolg, ist allerdings schlecht beraten. Erfolg erzeugt Neid. Auch bei Vorgesetzten. Das sind die, die immer so wahnsinnig tolle Ideen haben.
kdshp 11.08.2010
2. aw
Zitat von sysopMustermitarbeiter rackern und strampeln, sind fleißig, kreativ, belastbar - und hocken doch ewig auf derselben schlechtbezahlten Stelle. Leistung allein bringt einen auf der Karriereleiter nicht voran. Eine Beraterin und ein Headhunter erzählen, worauf es wirklich ankommt. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,710111,00.html
Hallo, ich fühle mich bestätigt! Nicht der der viel arbeitet und zu 100% hinter seiner firme/seinem job steht kommt nach oben sondern der der am besten krichen kann.
SBasker 11.08.2010
3. Flexibilität
Gute Ausbildung und ein gutes Selbstbewusstsein sind Voraussetzungen für Aufstiege, da sollte man nicht zu viel auf andere hören. Und ohne die Bereitschaft zum Stellenwechsel geht es nur in seltenen Fällen wirklich nach oben: Übersicht von mehr als 100 Stellenbörsen (http://www.plantor.de/2010/uebersicht-von-mehr-als-100-stellenboersen-im-2wid-webkatalog/).
rumpel84 11.08.2010
4. titel
Zitat Stromberg: Büro ist wie Tour de France. Entweder du fährst mit Windschatten oder mit Schweineblut. Aber immer ganz dicht am Ar... des Vordermann
Callimero 11.08.2010
5. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
Der Artikel bestätigt meine Meinung zu den "Aufsteigern" der Gesellschaft. Es kommt darauf an sich selbst darstellen zu können, zu blenden und zu schwallen. Genau solche Granaten haben wir mehr und mehr an der Spitze sitzen, egal ob in Wirtschaft oder Politik (- seltsamerweise immer mehr Juristen, die meinen alles zu können). Und da sind solche Blendgranaten und Selbstdarsteller immer Teil des Problems und nie der Lösung...
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