Azubis erzählen So dreist können Job-Absagen sein

Schlecht vorbereitet, zu spät, unzuverlässig: Viele Unternehmer ärgern sich über Bewerber, die einen Ausbildungsplatz haben möchten. Dabei sind sie häufig selbst nicht besser. Azubis über ihre schlimmsten Erlebnisse.

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Sie wollen ihre Ausbildung dort machen, dort arbeiten, dort lernen. Und dann: keine Antwort. "Weder Absage, noch Eingangsbestätigung" - und das "von namhaften Unternehmen." So berichten es junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind.

Viele Firmen klagen, dass sie keine guten Auszubildenden finden. Doch die angehenden Azubis fühlen sich häufig auch nicht gut behandelt. In der Umfrage "Azubi-Recruiting Trends 2017" hat die Firma "u-form Testsysteme" 2635 Auszubildende und Bewerber online befragt. An einer Stelle sollten die Teilnehmer von ihren kuriosen Erlebnissen im Bewerbungsprozess erzählen.

So berichtet ein Kandidat, er sei erst zwei Jahre nach der Bewerbung zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Hier sind weitere Anekdoten:

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Azubis erzählen: "Zwei Jahre nach der Bewerbung kam die Einladung zum Gespräch"

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koe/lgr



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Actionscript 16.06.2017
1. Die Bewerber sollten sollten froh sein,
dass sie nicht in der Firma arbeiten, die ihre Bewerbung "abgefuckt" - nur so kann man das nennen - hat. Ich habe die Stories unter den Fotos gelesen und kann nur den Kopf über so viel Inkompetenz schütteln.
Frida_Gold 16.06.2017
2.
Japp. Gar nicht mal so selten, auch bei Trainee- oder gar Arbeitsstellen. Bei einer Bewerbung auf ein Trainee-Programm im Online-Marketing wurde mir verkündet, ich könnte dann ja abends nach Feierabend noch die Website des Unternehmens betreuen. Und das bei einem Trainee-Gehalt von 1200€ brutto. Nee, ist klar.
Ökonomikon 16.06.2017
3. Die enorme Dreistigkeit von Absagen und Ausschreibungen triffte alle Bereiche
Dieselbe Dreistigkeit gegenüber Bewerbern tritt sowohl bei der Ausbildungs- als auch bei der Jobsuche zutage. Als Bewerber erhält man (egal ob Lehrstellensuchender, erfahrene Fachkraft oder Akademiker) deshalb oft keinerlei Antwort. Ansonsten antwortet meist nur ein Automailer mit einer Standardabsage. Dass die Bewerbungen gar nicht gelesen werden, wird oft dadurch erkennbar, dass die heute gewünschten Online-Bewerbungen schon Sekunden nach dem Absenden bzw. Upload der Bewerbungsunterlagen mit einer Absage bedacht werden. Ganz dreist wird darin dann auch noch geschrieben, dass die Bewerbung "sorgfältig geprüft und in unserem Haus intensiv diskutiert" wurde. Auch wenn man nur eine Frage zum ausgeschriebenen Job stellt, bekommt man statt einer Antwort oft nur eine Bewerbungsbestätigung und Wochen später eine Absage, in der für "interessante Bewerbungsunterlagen" gedankt wird, obwohl noch gar nichts eingereicht wurde. Diese "offenen Stellen" rotieren dann oft über Monate oder oft sogar über Jahre durch die Internetseiten der ausschreibenden Arbeitgeber und durch diverse "Jobbörsen", wobei oft nur sporadisch das Ausschreibedatum aktualisiert wird, was den Eindruck erweckt, es würde sich um neue "Jobangebote" handeln. Über Internetrecherchen und Erfahrungsberichte von Bewerbern in Arbeitgeberbewertungsportalen findet man dann heraus, dass bestimmte "Stellenangebote" schon seit Jahren ausgeschrieben sind, während Bewerber gar keine Antwort oder seit Jahren nur automatisierte Standardabsagen erhalten und dieselben Stellen immer weiter ausgeschrieben werden. So ist klar, dass nicht selten hunderte Bewerbungen ins Leere laufen, weil hinter vielen vermeintlichen "Jobangeboten" gar keine offene Stelle steht. Vielmehr handelt es sich bei "offenen Stellen" oft um Marketing-Gags, die einen "Fachkräftemangel" belegen sollen. Hinzu kommt, dass sich über Bewerbungen, die auf Stellenausschreibungen eingehen, prima Daten sammeln lassen.
horstenporst 16.06.2017
4.
Nicht nur Azubis geht es so. Auch der Umgang mit hochqualifizierten Bewerbern ist bei vielen Firmen, von Mittelständlern bis zu Weltkonzernen, unfassbar schlecht. Hier zeigt sich nicht selten mangelnder Respekt gegenüber den Bewerbern. Bei den Bildern 9 und 11 handelt es sich im Übrigen um klare Rechtsverstöße, ab zum Anwalt, man muss sich nicht alles bieten lasssen.
Kerze der Freiheit 16.06.2017
5.
Ich war mal zu einem Vorstellungsgespräch bei einer öffentlichen Krankenversicherung eingeladen. Zunächst musste ich eine aufwendige Präsentation daheim erstellen, die ich beim Gespräch vorstellen sollte, was natürlich nicht unbedingt so erfreulich ist, wenn man noch andere Bewerbungen fertigstellt und nebenher arbeitet. Beim Gespräch kam dann raus, dass ich in einer anderen Abteilung arbeiten sollte, was ja in Ordnung ist, nur frage ich, warum man das nicht vorher per Mail mitteilen kann. Meine Bewerbungsunterlagen wurden wohl vorher nicht angesehen, da, als ich meinen Werdegang so schilderte, dermaßen offensichtliche Blicke ausgetauscht wurden, so dass es schon extrem unhöflich war. Am Ende wurde mir gesagt, dass mir nach einer Woche mitgeteilt werden würde, ob ich die Stelle erhalte oder nicht. Tatsächlich erhielt ich später als zugesagt die Absage für die Stelle, auf die ich mich ursprünglich beworben hatte, und dann überraschend noch einige Wochen später eine Absage auf die Stelle, für die ich dann möglicherweise während des Gesprächs vorgesehen war. Interessant ist, dass ich vorher im vergleichbaren Bereich bei der "Konkurrenz" gearbeitet habe. Ich nehme an, dass durch die Präsentation einfach Wissen abgezapft werden sollte, ohne dass ich überhaupt zur Einstellung vorgesehen war. Meine Fahrtkosten wurden natürlich nicht übernommen, und als ich erzählte, dass ich am selben Tag von meinem Wohnort angefahren war, war das Erstaunen groß. Es wurde wohl gedacht, ich hätte vorher im Hotel übernachtet. Letztlich, so mein Eindruck, wollte man wohl nur Wissen abzapfen. Ich sollte dafür aber noch die Kosten in Form von Anfahrt und Übernachtung selber tragen.
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