Berufsaussichten "Chemiker können sich glücklich schätzen"

Absolventen der Chemie werden selten arbeitslos. Beate Raabe, 42, ist Arbeitsmarktexpertin bei der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung in Bonn. Im Interview sieht sie für Berufsanfänger weiterhin gute Startchancen.


UniSPIEGEL:

Deutschland hat 4,7 Millionen Arbeitslose. Wie viele davon sind Chemiker?

Klassiker: Forschung im weißen Kittel
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Klassiker: Forschung im weißen Kittel

Raabe: Nur etwa 3700 Chemiker bezogen 2002 Leistungen vom Arbeitsamt. Die Zahl der Arbeit suchenden Hochschulabsolventen war mit 700 zudem sehr niedrig. Verglichen mit anderen Berufsgruppen können Chemiker sich glücklich schätzen.

UniSPIEGEL: Für Berufsanfänger sieht es in der Chemie noch gut aus?

Raabe: Viele finden schnell über ihre praktisch ausgerichtete Diplomarbeit oder über ein Praktikum eine Stelle. Entscheidend ist aber, dass die Absolventen bundesweit mobil sind.

UniSPIEGEL: Wo kommen Hochschulabgänger am leichtesten unter?

Raabe: Die meisten sind in der Industrie oder bei Universitäten und Forschungseinrichtungen angestellt. Es gibt aber auch Jobs bei kleinen Unternehmen, die etwa anwendungsorientierte Forschung betreiben.

UniSPIEGEL: Arbeiten Chemiker immer im Labor?

Raabe: Die Forscher im weißen Kittel stellen die größte Gruppe. Aber auch für das Produktionsmanagement sucht die Industrie Fachleute.

UniSPIEGEL: 90 Prozent aller Chemiediplomanden promovieren nach dem Studium. Muss das sein?

Raabe: Für Forschung und Entwicklung wird die Promotion noch immer gefordert. Laborleiter werden Sie ohne den Doktortitel nicht. Auch in repräsentativen Positionen wie im Vertrieb gehört die Promotion einfach dazu. Für manche Jobs eröffnen aber andere Kenntnisse genauso gute Chancen wie die Promotion, etwa ein Grundwissen in BWL.

UniSPIEGEL: Auf welchem Feld sollten sich Studenten heute spezialisieren?

Raabe: Einen allgemeinen Trend gibt es nicht. Wer in die Biotechnologie will, sollte sich eben auf Biochemie spezialisieren. In der Labormedizin sind manchmal auch medizinische Zusatzkenntnisse wichtig.

UniSPIEGEL: Was verdient ein Chemiker zu Beginn seiner Karriere?

Raabe: Uni-Absolventen können mit etwa 44.000 Euro im Jahr rechnen. Wer promoviert hat, bekommt durchschnittlich 53.000 Euro.



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