Fortsetzung der Exzellenzinitiative Gute Lehre an Unis soll belohnt werden

Die Exzellenzinitiative für Hochschulen geht weiter, über das Jahr 2017 hinaus: Bund und Länder wollen die Unis künftig nicht nur für Forschung, sondern auch für gute Lehre und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft belohnen - es geht um Hunderte Millionen Euro.

Studenten in Leipzig: Künftig auch die Lehre fördern
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Studenten in Leipzig: Künftig auch die Lehre fördern


Deutsche Universitäten sollen weiter mit Geld aus der Exzellenzinitiative gefördert werden. Die Wissenschaftsminister von Bund und Ländern haben einen Grundsatzbeschluss gefasst, das Förderprogramm, das auch als Elitewettbewerb bekannt ist, nach 2017 weiterzuführen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder sollen den Beschluss am 11. Dezember absegnen.

Anders als bisher soll nicht nur die Forschung, sondern auch die Lehre von den Milliarden aus der Initiative profitieren können. Die Förderung sei für "alle Leistungsbereiche" einer Universität möglich, heißt es dazu im Beschluss. Damit reagieren die Wissenschaftsminister auf vielfache Kritik, das Förderprogramm komme Studenten einer ausgezeichneten Hochschule gar nicht oder nur sehr indirekt zugute. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder der Wirtschaft ist nach dem Beschluss ab 2017 förderwürdig.

Mit der Exzellenzinitiative unterstützen Bund und Länder seit 2006 Spitzenforschung an deutschen Unis, unter anderem die derzeit elf sogenannten Exzellenz-Unis. Universitäten können sich mit einzelnen Forschungsbereichen oder Zukunftskonzepten für die ganze Institution bewerben. Bis 2017 ist die Förderung aktuell gesichert. Rund 540 Millionen Euro fließen im Durchschnitt jedes Jahr.

Unklar ist aber noch, wofür Universitäten das Geld künftig beantragen können. Eine Kommission unter Vorsitz des Schweizer Umweltphysikers Dieter Imboden evaluiert den Erfolg der einzelnen Förderlinien der Exzellenzinitiative seit September. Im Januar 2016 will das Gremium Ergebnisse vorstellen, Details zur nächsten Förderrunde will die Wissenschaftsministerkonferenz erst im Sommer 2016 beschließen.

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Elite-Unis: So sehen Sieger und Verlierer aus

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insgesamt 12 Beiträge
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laurismauris 30.10.2014
1. Toll, die Exzellenz-Initiative, aber an der LMU...
Diese Exzellenz-Initiative scheint mehr Augenwischerei als Inhalt zu sein. In der LMU in München wird gerade ein Professor berufen, obwohl er in seinem Bewerbungsvortrag lt. SZ (Vorsingen mit Nachspiel) offensichtlich plagiiert hat. Ist das die Exzellenz in Deutschland? Erst Schavan und nun dies?
Knallerbsin 30.10.2014
2.
Wieso sollen die an Hochschulen Lehrenden für etwas belohnt werden, wozu sie sich arbeitsvertraglich verpflichtet haben? Ich dachte, dafür ist das Gehalt da. Ich werde jetzt zu meinem Chef gehen und eine Belohnung dafür verlagen, dass ich meine Arbeit gut mache.
mensch0817 30.10.2014
3. Mittelver(sch)wendung
Die Frage wird sein, wofür die Mittel eingesetzt werden können. Für Millionen Euro neue Gebäude aus dem Boden zu stampfen, hilft den Studierenden relativ wenig. Wesentlich mehr hätten sie davon, wenn ein paar Haushaltsstellen mehr geschaffen werden würden. Bisher wird dort aber immer mehr eingespart, der akademische Mittelbau wird zusehends abgebaut. Lehre/Studentenbetreuung wird heute zu einem nicht geringen Teil von Drittmittelmitarbeitern bestritten. Die Drittmittelgeber dulden das offenbar klaglos, denn eigentlich werden die Leute ja dafür bezahlt, ihre Projekte zu bearbeiten. Ohne sie aber würde der Betrieb schnell zusammenbrechen. Eine Haushaltsstelle mehr für jeden Professor würde dort viel Entlastung bringen. Man darf gespannt sein, ob dem großen Trara dann diesmal auch mal Taten folgen - es wäre nötig!
fwittkopf 30.10.2014
4. Das wird nichts,
denn die Haltung der Professoren ist entscheidend. Bisher geht auch der Kellnerjob als betriebliches Praktikum durch. Die Akkreditierungen und Prüfungs- und Studienordnungen sind ein Witz, wenn die Dinge nicht kontrolliert werden.
Newspeak 30.10.2014
5. ...
Man sollte einfach mehr Akademikerstellen im Mittelbau schaffen. Wie früher. Dann verbessert sich die Lehre schon dadurch, daß mehr Menschen sich um die gleiche Anzahl Studenten kümmern können. Leider können damit aber aufgeblasene Bildungspolitiker und Unifunktionäre nicht so tolle Homestories abliefern. Das ist unspektakulär und wirksam, während die Exzellenzinitiative mit großem Bohei inszeniert wird und im Endeffekt nur Kosmetik darstellt.
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