Freispruch Diplom nur für Mutti gefälscht

Mit einem falschen Diplom hatte sich ein Chemiker um eine Stelle bei der Landesregierung Nordrhein-Westfalen beworben. Vor Gericht zog sich der 41-Jährige mit einer kuriosen Begründung aus der Affäre - und traf auf milde Richter.


Du sollst kein falsches Zeugnis geben: Noten können sich schnell in Rauch auflösen
AP

Du sollst kein falsches Zeugnis geben: Noten können sich schnell in Rauch auflösen

Mit einem blauen Auge ist ein Chemiker davongekommen und in zweiter Instanz vom Betrugsvorwurf freigesprochen worden. Mit einem falschen Diplom der Universität Braunschweig hatte er sich beim Verkehrsministerium der nordrhein-westfälischen Landesregierung um eine Stelle beworben.

Sein Zeugnis habe er nur gefälscht, um seiner eigenen Mutter zu gefallen, entschuldigte sich der 41-Jährige vor dem Landgericht Düsseldorf. Das Blatt mit der Note Eins statt Drei sei dann aus Versehen in die Bewerbungsmappe geraten. Die Erklärung klingt seltsam, aber die Richter akzeptierten sie.

Im NRW-Verkehrsministerium war man misstrauisch geworden, weil nur eine einzige Seite des Diplomzeugnisses der Bewerbung beigelegen hatte. Eine Nachfrage bei der Braunschweiger Universität ließ die falsche Angabe auffliegen - und so bekam der Chemiker ein Strafverfahren anstelle eines Bewerbungsgesprächs.

In erster Instanz wurde er noch wegen versuchten Betrugs zu 1000 Euro Strafe verurteilt, bis dann das Landgericht Düsseldorf Milde walten ließ: Weil der Chemiker in der Berufungsverhandlung glaubhaft machen konnte, dass ein Versehen vorlag und kein Schaden entstanden sei, wurde er freigesprochen. Inzwischen, so der Bewerber, habe er sogar einen Doktortitel - einen echten.




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