Informatiker Abbruch oder Aufbruch?

Die Hochschulen melden in der Informatik verheerend hohe Abbrecherzahlen - teils fliehen die Studenten aus überfüllten Hörsälen, teils werden sie von Firmen schon mitten im Studium abgeworben.


Jeder zweite Informatikstudent in Deutschland bricht sein Studium ab. An den Universitäten liegt die Abbrecherquote sogar bei knapp 70 Prozent, wie der IT-Branchenverband Bitkom ermittelte. An den Fachhochschulen und Berufsakademien bringen es immerhin 60 Prozent der Studierenden zum Abschluss.

"Wir fürchten, dass die Abbrecherzahlen noch ansteigen", warnt Bitkom-Bildungsexperte Stephan Pfisterer. Wegen der starken Nachfrage nach IT-Fachkräften interessieren sich zwar besonders viele Abiturienten für ein Informatikstudium, doch die Hochschulen können den Andrang kaum bewältigen. "Mit 500 Erstsemestern im Hörsaal zu sitzen, kann sehr frustrierend sein", glaubt Pfisterer. Und wer nicht vor dem Gedränge bei Studienbeginn flieht, wird oftmals mitten im Studium von Unternehmen abgeworben.

Trotz lockender Angebote warnt Pfisterer jedoch vor dieser Form des Studienabbruchs: "Für den Job-Einstieg mag das noch gehen, aber beim ersten Wechsel wird nach dem Abschluss gefragt."



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