Kabinettsbeschluss Anerkennung ausländischer Abschlüsse wird einfacher

Einwanderer können in Deutschland oft nicht in ihrem erlernten Beruf arbeiten, weil ihre Bildungsabschlüsse hier nicht anerkannt sind. Das soll nun ein Gesetz ändern, verspricht die Bundesregierung. Doch für einige entscheidende Berufe gelten die neuen Regeln nicht. 

Ausländer rein: Ministerin Schavan hofft auf bis zu 300.000 Fachkräfte für Deutschland
DPA

Ausländer rein: Ministerin Schavan hofft auf bis zu 300.000 Fachkräfte für Deutschland


Berlin - Die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse soll vereinfacht werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) billigte das Kabinett am Mittwoch. "Das Gesetz ist ein überfälliges Zeichen, dass wir die Qualifikationen anderer respektieren. Es wird zum Abbau von Hochnäsigkeit führen", sagte Schavan in Berlin.

Im Herbst hatte die Bundesregierung die Gesetzesnovelle angekündigt, um damit dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegen zu wirken. Ziel ist, dass von der Neuregelung rund 300.000 Menschen in Deutschland profitieren, die die Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Qualifikation anstreben. Den größten Anteil daran machten 250.000 Personen mit Lehrberufen aus, so Schavan.

Einheitliche, transparente und effektive Strukturen bei der Anerkennung sollten Fachkräften die Arbeit in ihrem erlernten Beruf ermöglichen, so wünscht es sich das Bundesbildungsministerium. Nachteile für Bewerber, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben, sollen abgebaut werden.

Künftig soll die Staatsangehörigkeit der Antragsteller bei der Bewertung der Abschlüsse keine Rolle mehr spielen. Bisher ist die Zulassung bei zahlreichen reglementierten Berufen - etwa bei Ärzten - an die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines anderen EU-Landes gebunden. Nun sollen vor allem die Qualifikation und die Berufserfahrung ausschlaggebend sein, die der Zuwanderer mitbringt.

Durch das neue Gesetz entsteht für Zuwanderer ein Rechtsanspruch auf Prüfung ihrer Qualifikation. Binnen drei Monaten nach Vorlage ihrer Unterlagen sollen sie Klarheit bekommen, ob ihre Abschlüsse in Deutschland anerkannt werden. Der Bescheid soll ihnen auch mitteilen, welche Weiterbildung für eine vollständige Anerkennung noch notwendig ist.

Ausländischen Ingenieuren hilft das Gesetz nicht weiter

Der Verabschiedung im Kabinett war ein mehr als einjähriges Tauziehen zwischen neun Bundesministerien, den Bundesländern und den Tarifparteien vorausgegangen, die für die Ausbildungsordnungen in Lehrberufen mitverantwortlich sind. Das Wirtschaftsministerium ist zum Beispiel für die Handwerks- und Gewerbeordnung zuständig, das Innenministerium für das Laufbahnrecht im öffentlichen Dienst, das Landwirtschaftsministerium für Tierärzte und das Verkehrsministerium für Fahrlehrer.

Für den Vollzug des Gesetzes, das nun vom Bundesrat und Bundestag verabschiedet werden muss, sind die Länder zuständig - die laut Schavan nun für ihre Behörden einheitliche Prüfkriterien entwickeln sollen. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) warb für eine unkomplizierte Anerkennung.

Allein in den Bereichen Mathematik, Information, Naturwissenschaften und Technik fehlen nach Angaben von Arbeitgeberverbänden bereits mehr als 117.000 Fachkräfte. Das neue Gesetz betrifft zunächst nur rund 350 Ausbildungsberufe, für die der Bund zuständig ist.

Dem Ingenieurs- und Lehrermangel wird die Novelle allerdings nicht abhelfen können: Für die Anerkennung einer ausländischen Ingenieurs- und Lehrerausbildung sind die Bundesländer zuständig, gleiches gilt für eingewanderte Erzieher und Architekten. Die Länder hätten bereits in Aussicht gestellt, die neue Regeln auch für Berufe unter ihrer Zuständigkeit auf den Weg bringen wollen, teilte das Bildungsministerium mit.

cht/dapd/reuters/dpa



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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
hjka 23.03.2011
1. Toll
Zitat von sysopEinwanderer können in Deutschland oft nicht in ihrem erlernten Beruf arbeiten, weil ihre Bildungsabschlüsse hier nicht anerkannt sind. Das soll nun ein Gesetz ändern, verspricht die Bundesregierung. Doch für einige entscheidende Berufe gelten die neuen Regeln nicht.* http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,752717,00.html
haben die Probleme! Statt sich um die Anerkennung "innerdeutscher" Schulabschlüsse zu kümmern erkennt man doch besser ausländische an. Was schert es einen Bundespolitker ob z.B. die Abschlüsse aus Rheinland-Pfalz in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern extrem herabgestuft werden. Abitur in Rhld-Pf. ist nicht gleich Abitur in BW, Hessen und BAY. Ein 1er ABitur wird hier mit 2,5 bewertet.
willywinzig 23.03.2011
2. Was ist mit den DDR-Abschlüssen?
Fast 22 Jahre nach dem Mauerfall sind viele DDR-Abschlüsse bis heute nicht anerkannt. Warum? Das hat Methode, da steckt ein System dahin, ein politischer Wille. Das ganze BRD-Bildungssystem mit den unterschiedlichen Schulabschlüssen, mit regionalen Unterschieden und bundesländerspezifischen Differenzierungen ist ein Anachronismus. Wir haben Telefon, Handy und Internet, aber wir haben in dieser BRD Bildungs-Strukturen aus der Steinzeit. Du bist Deutschland, nö ich bin blöd, dass ich hier noch lebe und Steuern zahle. NOCH.
Oceandrive 23.03.2011
3. Geniales von Schwaz-Gelb
Papier ist bekanntlich geduldig, besonders bei den Berufsabschlüssen. Bei Akademiker ist das noch extremer. In den USA möchte man aus gutem Grund immer wissen wo man studiert hat; und dies innerhalb eines Landes. Viel Spaß mit den ach so hochqualifizierten Abschlüssen aus dem Ausland. Hier in Deutschland macht man jeden Trend zur Verflachung bei Bildungsabschlüssen mit-> siehe deutscher Diplom-Ingenieur. Der ist im brillanten Bologna-Prozeß mal eben untergegangen. Warum eigentlich? Wegen inkompetenter Bürokraten und Politiker, natürlich alles Geistenswissenschaftler, Juristen, BWLer -also die Krone der Schöpfung- die sich auf angelsächsischen Murks geeinigt haben. Danke. Dann also mal her mit den hochqualifizierten Einwanderer mit tollen Titeln und Abschlüssen. Übrigens, das Erwachen kommt beim Einsatz am Arbeitsplatz. Und wirklich tolle Leute wollen wirklich tolles Geld für wirklich tolle Arbeit sehen. Schwarz-Gelb träumt noch immer von billigen und willigen Akademikern für die deutsche Wirtschaft. Wenn man sieht für was heute Vollakademiker als Berufsanfänger arbeiten sollen.........
berkwerg 23.03.2011
4. diplimindustrie
ich komme gerade von den philippinen . dort existiert eine ganz diplombeschafffungsindutrie. wer ins ausland will zum arbeiten und wem dafür bestimmte Berufsdiploma oder zertifikate fehlen kann sich diese , gegen entsprechende bezahlung natürlich problemlos kaufen . das wird in anderen vergleichbaren entwicklungsländern auch nicht anders sein sein.
marypastor 23.03.2011
5. Das ist richtig.
Zitat von berkwergich komme gerade von den philippinen . dort existiert eine ganz diplombeschafffungsindutrie. wer ins ausland will zum arbeiten und wem dafür bestimmte Berufsdiploma oder zertifikate fehlen kann sich diese , gegen entsprechende bezahlung natürlich problemlos kaufen . das wird in anderen vergleichbaren entwicklungsländern auch nicht anders sein sein.
Allerdings ist ein Diplom keine Garantie fuer Leistung. Nach spaetestens 3 Monaten merkt jeder Arbeitgeber, ob der Mann was taugt oder nicht. Wenn nicht, besteht dann das Problem, dass die Herrschaften in Deutschland sind, keine Arbeit finden und vom Steuerzahler ernaehrt werden muessen. Denn zurueck werden sie ja wohl nicht gehen.
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