Mehr Professoren-Netto Jetzt beginnt das große Rechnen

Professoren müssen mehr verdienen, sagen Deutschlands höchste Richter. Wer gewinnt und wer verliert durch eine neue Regelung? Und wie viel wird das die Länder kosten? Antworten auf die wichtigsten Fragen zum wegweisenden Urteil.

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Chapeau, Herr Professor: Bundeverfassungsrichter bei der Urteilsverkündung
dapd

Chapeau, Herr Professor: Bundeverfassungsrichter bei der Urteilsverkündung


In Hessen ist die Besoldung von Professoren zu niedrig angesetzt und damit verfassungswidrig, verkündete das Bundesverfassungsgericht am Dienstag. Das Gros der Juristen in den roten Roben ist auf diesem Gebiet doppelt kundig, denn vier der acht Richter des Zweiten Senats sind selbst Professoren. Deswegen stellte der Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle auch vor der Urteilsverkündung klar, "dass die auf der Richterbank Anwesenden von der Entscheidung selbst nicht profitieren".

Profitieren werden derzeit rund 20.000 Professoren in Deutschland, vor allem die, die nicht über lukrative Nebeneinkünfte verfügen und ihren Hochschulchefs nicht mit dem Abwandern in die freie Wirtschaft drohen können. Fest steht auch, dass das Urteil für die Bundesländer teuer wird. Wie viel genau die Neuregelung kosten wird, müssen Hessen und die anderen Bundesländer nun bis Jahresende ausgerechnet haben.

Wer profitiert von dem Urteil, was wird sich ändern und kriegen Hochschullehrer schließlich wirklich mehr Netto aufs Konto? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

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insgesamt 62 Beiträge
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Jay's 14.02.2012
1. Es handelt sich hier
um oeffentliche Gelder. Vielleicht sollte man dem Steuerzahler mal das Wort geben. Weiterhin sind Professoren Beamte und haben damit einen abgesicherten Beruf auch wenn sie auf einige Rechte verzichten muessen. Wenn ihnen das Gehalt nicht passt, dann sollen sie doch in die freihe Wirtschaft gehen. Nur kann es da sein, dass sie gelegentlich auch gefeuert werden koennen. Ich finde dieses Urteil zum Himmel schreiend.
caro0101 14.02.2012
2. . . . wer bildet unsere Studierenden aus?
Wenn alle Professoren dem o.g. Vorschlag folgen, haben wir keine Professoren mehr; und damit kann man doch wirklich nicht zufrieden sein. Es geht um das Bildungsniveau eines Volkes. Und wenn ein 'alter' Professor wenige als ein Oberstudienrat erhält, ist doch irgendetwas faul.
onecomment 14.02.2012
3. ..
Zitat von Jay'sum oeffentliche Gelder. Vielleicht sollte man dem Steuerzahler mal das Wort geben. Weiterhin sind Professoren Beamte und haben damit einen abgesicherten Beruf auch wenn sie auf einige Rechte verzichten muessen. Wenn ihnen das Gehalt nicht passt, dann sollen sie doch in die freihe Wirtschaft gehen. Nur kann es da sein, dass sie gelegentlich auch gefeuert werden koennen. Ich finde dieses Urteil zum Himmel schreiend.
Ich bin Steuerzahler und für eine höhere Besoldung. Problem gelöst?
keksguru 14.02.2012
4. passend zur TVL Reform
da wurden vor rund 6 Jahren nicht nur die Gehälter im öffentlichen Dienst geknebelt, auch bei der Professorenbessoldung galten nun definitiv deutlich niedrigere Eingangsgehaltsstufen, im Vergleich zu der früher geltenden C2, C3 und C4 Besoldung analog zum BAT. Das ganze System war auf Sparen ausgerichtet, Weihnachtsgelder wurden mit dem Grundgehalt so stark verrechnet daß am bei TVL11 gerad noch mal 30% der Monatsvergütung erhielt, wohingegen TVL3-6 ca. 70% erhielten. Selbst bei den HIWI Gehältern haben sie getrickst, und weil die halt auch nur rechnerisch 50 ganze Tage im Jahr arbeiten durften hatte so manch einer weniger Kohle in der Tasche. Mir ging als Angestellter damals schon die Galle hoch, aber mit Zeitverträgen hieß es nur, unterschreib oder geh. Für die Jungprofs ist das halt umso frustrierender, denn mit welcher Begründung kriegt ein Philoprof nur 70% dessen was ein MaschBau-Prof kriegen würde? Zumindestens bei den Profs gibt es nun deutlich mehr, vielleicht hilft das auch mal dabei, etwas Tarifgerechtigkeit wiederherzustellen. Wenn man ein neues system einführt darf es keine Besitztstände geben, denn gerade die Besitzstände führen zu teilweise absurden Gehaltsgefällen, je niedriger desto krasser.
bamingo 14.02.2012
5. Unfassbar...
Zitat von Jay'sum oeffentliche Gelder. Vielleicht sollte man dem Steuerzahler mal das Wort geben. Weiterhin sind Professoren Beamte und haben damit einen abgesicherten Beruf auch wenn sie auf einige Rechte verzichten muessen. Wenn ihnen das Gehalt nicht passt, dann sollen sie doch in die freihe Wirtschaft gehen. Nur kann es da sein, dass sie gelegentlich auch gefeuert werden koennen. Ich finde dieses Urteil zum Himmel schreiend.
Menschen wie Sie haben aber auch rein gar nichts begriffen. Es geht hier nicht um einen einfachen Beamten, sondern um eine äußerst gebildete Elite, die Deutschland durch ihr Wissen und die Forschungsarbeit erheblich vorantreibt. Und gerade solche Leute soll man zum Einen gerecht bezahlen und zum Anderen sie nicht ins besser bezahlte Ausland quasi abwerben.
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