Reaktion auf Urteil in Plagiatsaffäre Schavan verzichtet endgültig auf Doktortitel

Annette Schavan gibt sich geschlagen: Sie werde nicht weiter gegen den Entzug ihres Doktortitels kämpfen, teilte die Ex-Ministerin mit. Sie erkennt damit das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf an.

Annette Schavan (CDU) bei ihrem Rücktritt 2013: "Jetzt bereite mich auf neue Aufgaben vor"
DPA

Annette Schavan (CDU) bei ihrem Rücktritt 2013: "Jetzt bereite mich auf neue Aufgaben vor"


Nein, sie will nicht mehr weiterkämpfen. Annette Schavan (CDU), Ex-Bildungsministerin und Ex-Doktorin, wird den juristischen Streit um ihren Doktortitel nicht weiterführen. Sie teilte mit, sie habe über das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf nachgedacht und sich entschieden, "keine Berufung einzulegen und damit die juristische Auseinandersetzung zu beenden". Das Gericht hatte Schavans Klage gegen den Entzug ihres Doktortitels vor wenigen Wochen abgewiesen.

Sie weise nach wie vor den Vorwurf der Täuschung zurück, wolle aber die Debatte um wissenschaftsethische Standards im Umgang mit Plagiatsvorwürfen nicht mit ihrem Fall belasten. Die Entscheidung hat sich Schavan nicht leicht gemacht, das merkt man ihren Worten an: "Die Arbeit an meiner Dissertation vor über 30 Jahren war für mich eine gute Zeit, in der ich viel gelernt habe". Ihre Doktorarbeit sei für sie mehr als der Abschluss ihres Studiums und der Promotion gewesen, heißt es in der Erklärung, die auf ihrer Internetseite veröffentlicht wurde. "Jetzt bereite ich mich auf neue Aufgaben vor und freue mich darauf."

Die Ehrendoktorwürde der Universität Lübeck, die ihr am Freitag verliehen werden soll, will sie aber annehmen. Das bestätigte einer ihrer Mitarbeiter am Donnerstag. Die Ehrung ist umstritten.

Die Affäre um Schavans Dissertation begann vor knapp zwei Jahren. Im April 2012 wurde zum ersten Mal auf einer Internetplattform der Vorwurf des Plagiats gegen die damalige Bundesbildungsministerin erhoben - von einem anonymen Plagiatsjäger mit dem Pseudonym Robert Schmidt auf der Webseite Schavanplag. Einige Monate später kamen auch Promotionsausschuss und Fakultätsrat von Schavans ehemaliger Universität zu dem Ergebnis, dass an zahlreichen Stellen plagiiert worden sei. Von einer "leitenden Täuschungsabsicht" ist in einem Gutachten die Rede.

Im Februar 2013 entzog die Universität Düsseldorf Schavan schließlich den Doktortitel. Vier Tage danach trat Schavan als Ministerin zurück und begründete diesen Schritt mit ihrer Klage. Zu diesem Zeitpunkt lag die Promotion der damaligen Bundesbildungsministerin bereits 33 Jahre zurück. Schavan hatte Flüchtigkeitsfehler eingeräumt, den Vorwurf der Täuschung aber stets zurückgewiesen.

otr

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derandersdenkende 10.04.2014
1. Wie kann man auf etwas verzichten,
Zitat von sysopDPAAnnette Schavan gibt sich geschlagen: Sie werde nicht weiter gegen den Entzug ihres Doktortitels kämpfen, teilte die Ex-Ministerin mit. Sie erkennt damit das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf an. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/plagiat-affaere-schavan-ex-ministerin-verzichtet-auf-doktortitel-a-963763.html
auf das man nie einen Anspruch hatte? Mir unbegreiflich!
Kalaschnikowa 10.04.2014
2. Na ja.....
Zitat von sysopDPAAnnette Schavan gibt sich geschlagen: Sie werde nicht weiter gegen den Entzug ihres Doktortitels kämpfen, teilte die Ex-Ministerin mit. Sie erkennt damit das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf an. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/plagiat-affaere-schavan-ex-ministerin-verzichtet-auf-doktortitel-a-963763.html
Der SPON-Titel "Schavan verzichtet engültig auf Doktortitel" hört sich soooo an, als würde sie das freiwillig machen.....Und dass sie das Urteil des Verwaltungsgerichts anerkennt, ist echt nett von ihr.....
ein-berliner 10.04.2014
3. Die Dame gibt sich geschlagen?
Zitat von sysopDPAAnnette Schavan gibt sich geschlagen: Sie werde nicht weiter gegen den Entzug ihres Doktortitels kämpfen, teilte die Ex-Ministerin mit. Sie erkennt damit das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf an. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/plagiat-affaere-schavan-ex-ministerin-verzichtet-auf-doktortitel-a-963763.html
Da war doch wohl zu viel Schmutz am erschlichenen Titel. Es gibt ja noch die netten Professorentitel, da macht man keinen Fehler. Der Dr.h.c., hier als humus causa, wäre auch noch frei. Phui Teufel mit der Titelgeilheit.
wolf130749 10.04.2014
4. Ab ins Kloster
Frau Schavan sollte schauen, ob es in Rom nicht irgendwo ein Kloster gibt, in das sie sich zwecks längerer Exerzitien zurückziehen könnte. Im Moment halte ich sie nicht zur Botschafterin beim Vatikan qualifiziert.
na,na,na 10.04.2014
5. Da hat sie wohl Recht, was bringt eigentlich ein
Doktortitel. Wenn man die Doktorarbeiten anschaut, so sind doch die meisten so überflüssig wie ein Kropf. Es geht bei diesem Geschachere doch nur um Prestige auf Teufel komm raus.
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