Studie zum Berufseinstieg Praktika sind nicht alles

Viele Studenten reihen heute Praktika in ihren Lebensläufen aneinander wie Perlenkettenmacher Perlen an einer Perlenkette. Doch verbessert eine pralle Praktikumszeugnissammlung wirklich die Arbeitsmarktschancen? Nicht in jedem Fach, sagt ein bayerischer Hochschulforscher.

Probearbeiter-Demo: Praktika schaden nicht - aber sind sie so wichtig, wie viele glauben?
DDP

Probearbeiter-Demo: Praktika schaden nicht - aber sind sie so wichtig, wie viele glauben?


Ohne Praktika kein Job? Falsch! Dauer, Länge und Zahl der studienbegleitenden Praktika und Nebenjobs spielen nur eine untergeordnete Rolle für den späteren Erfolg auf dem Arbeitsmarkt. Viel entscheidender sind Studienfach, Geschlecht und Abschlussnote.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung. Nützlich sind Praktika hauptsächlich für Absolventen wenig praxisorientierter Studiengänge wie Sozial-, Kultur- oder Sprachwissenschaften. "In den naturwissenschaftlichen Fächern Physik, Chemie und Biologie haben Praktika im Studium kaum Bedeutung", sagt Andreas Sarcletti, der die Daten von fast 4600 Absolventen bayerischer Hochschulen ausgewertet hat.

"Eine Germanistin oder Anglistin dagegen kann ihre Berufschancen durch fachbezogene Praktika deutlich verbessern." 98 Prozent der Absolventen können mindestens ein Praktikum oder einen Nebenjob während der Studienzeit vorweisen. Nur ein Fünftel von ihnen fand über die dort entstandenen Kontakte den ersten Arbeitsplatz nach dem Studium.



© UniSPIEGEL 6/2009
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