TV-Serien als Karriere-Ratgeber Wie sich Frauen an die Spitze kämpfen

Frauen, die Karriere machen, als sei es das Normalste der Welt? Gibt's - im Fernsehen. Hier können Sie von 14 Serienheldinnen lernen, wie es nach oben geht und wie sich Abstürze vermeiden lassen.

Daenerys Targaryen, die "Sturmgeborene": Aus Game of Thrones für die Karriere lernen?
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Daenerys Targaryen, die "Sturmgeborene": Aus Game of Thrones für die Karriere lernen?

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Achtung, was jetzt kommt, klingt nach Bildungsfernsehen, allerdings in seiner unterhaltsamsten Variante: Es gibt nämlich TV-Serien, die bilden, ohne dass man es auch nur merkt.

Beiläufig zeigen sie, wie das Arbeitsleben aussehen könnte, wenn Frauen Teams leiten, machthungrig sind und nebenbei auch Kinder haben. Wenn sie erkennen, was sie wollen, und dann - mal achselzuckend, mal eiskalt, mal notgedrungen - ihren Plan durchziehen.

Weil gleichberechtigtes Verdienen und Aufsteigen noch nicht selbstverständlich sind, müssen Vorbilder her: Solche wie Virginia Johnson in "Masters of Sex" ist, die in den Sechzigern mehr sein wollte als alleinerziehende Mutter und Sekretärin. Oder die TV-Journalistin MacKenzie McHale, die in "Newsroom" eine Top-Nachrichtenredaktion leitet, ohne dass thematisiert würde, dass ihr Job was Besonderes sein könnte.

Wer also eine Ausrede braucht, um sich das Zeug staffelweise reinzuziehen: Wir zeigen hier anhand von 14 Serien-Frauen, was man sich für die Karriere abschauen sollte - und was auf keinen Fall.

Virginia Johnson, Sexforscherin in "Masters of Sex"

Die Figur: Virginia Johnson (Lizzy Caplan), die in den USA sexuelle Dysfunktionen erforschte. Und schon in den Sechzigerjahren erlebte, was heute unter "Diversität" promotet wird: Ohne sie hätten sich die Frauen damals nie bereit erklärt, sich für die Studie selbst zu befriedigen.

Ihre Karriere: Wird von der Sekretärin zur Wissenschaftlerin (in bislang zwei Staffeln, die dritte läuft im Sommer an) – und zwar ohne Hochschulabschluss.

Ihre Uniform: Unterm weißen, gestärkten Medizinerkittel adrette Kostüme. Oft aber auch nichts, also nackt, weil sie und ihr Chef sich selbst zu Versuchskaninchen in Sachen Sexualitätserforschung ernannt haben.

Das kann man sich abschauen: Alleinerziehend, Vollzeitjob, wissenschaftlich revolutionär - das ist selbst heute Knochenarbeit. Arbeiten muss sie sowieso, aber knallhart verfolgt Johnson ihr Ziel, mehr zu sein als Mutter - und das 1960. Und wie selbstbewusst sie sexuell ist, wie wohl sie sich mit ihrem Körper fühlt, sollte ebenfalls als Inspiration dienen.

Aufstiegsfaktor: 10 von 10. Für sie geht es steil nach oben, sie ist hartnäckig, unkorrumpierbar und für immer Teil der Geschichte als die weibliche Hälfte der Sexualitätsforscher "Masters und Johnson".

Peggy Olson, Werbetexterin in "Mad Men"

Die Figur: Peggy Olson (Elisabeth Moss), die im New York der Sechziger als Single lebt.

Ihre Karriere: Sie startet als Tippse eines testosteronschwangeren Alpha-Mannes in einer Werbeagentur und wird zur Kreativtexterin. Als einzige Frau. Diese Initiationsgeschichte erzählen die insgesamt sieben Staffeln.

Ihre Uniform: Eher bieder. Und damit anders als die anderen Frauen in der Firma– alles Sekretärinnen mit Wespentaille, betonten Kurven und tiefem Ausschnitt, auf der Suche nach einem Typen, der sie endlich zur Hausfrau macht.

Das kann man sich abschauen: Sie holt sich, was sie will. Notfalls über Bande gespielt, weil sie weiß, wie die Jungs ticken.

Aufstiegsfaktor: 5 von 10. Die Position als Partner der Agentur holt sich ausgerechnet die Chefsekretärin – auf die übliche Weise. Für Peggy reicht es nicht zu einem Führungsjob, die gläserne Decke ist im Weg, sobald sie sich die überraschende Stelle als Texterin erarbeitet hat – und das ganz ohne Sex. Wieso sollte in den Sechzigern leichter klappen, was selbst heute schwierig ist.

Annalise Keating, Anwältin in "How to Get Away With Murder"

Die Figur: Annalise Keating (Viola Davis) ist Anwältin und hat die Aura von Chuck Norris. Wer sie auch nur berührt, zerfällt unter ihrem Blick zu Staub.

Ihre Karriere: Sie ist schon beim Start der Serie (bislang lief eine Staffel) ganz oben und das, was man eine Star-Verteidigerin nennt. Lehrt Jura an der Uni und hat jede Woche einen neuen hammerharten Fall auf dem Tisch. Übrigens steckt hinter der Serie die Regisseurin und Drehbuch-Autorin Shonda Rhimes, die auch schon mit "Grey's Anatomy" und "Scandal" Serien um starke schwarze Frauen erfunden hat.

Ihre Uniform: Vom Shift-Kleid mit Perlenkette bis zur hautengen blutroten Lederjacke geht bei Keating alles.

Das kann man sich abschauen: Wenn eine weiß, wie man sich eine Entourage aus Groupies aufbaut, dann sie. Sie macht immer ihre besten Studenten zu HiWis, die hoffen, etwas vom Glanz der Anwältin möge auf sie abstrahlen. Praktisch: So hat Keating stets eine verlässliche Truppe Putzerfische um sich.

Aufstiegsfaktor: 9 von 10. Sie ist so unantastbar, dass kein Außenstehender auf die Idee käme, sie könnte selbst in einen Mord verwickelt sein. Ups!

Patty Hewes, Anwältin in "Damages"

Die Figur: Patty Hewes (Glenn Close) ist der Teufel in Anwaltsgestalt. Und das ist ernst gemeint. Sie kämpft nicht für das Gute, um des Guten willen, sondern explizit wegen des Geldes. Und der Macht.

Ihre Karriere: Ihre Fälle betreffen immer nur die oberen Zehntausend, also globale Konzerne, Milliardäre, das Übliche. Ein Job wie ein Thriller, leider war nach fünf Staffeln Schluss.

Ihre Uniform: Stahlblaue Anzüge. Oder stahlgraue. Hart jedenfalls, wie sie selbst.

Das kann man sich abschauen: Den eigenen moralischen Kodex sollte man wirklich nicht an dem von Patty Hewes ausrichten. Aber wenn eine Figur beweisen kann, wie brutale Egomaninnen ohne einen Funken Klischeeweiblichkeit herrschen können, dann bitte: In Hewes hat man sein Role Model gefunden.

Aufstiegsfaktor: 10 von 10. Da oben, wo sie ist, ist Aufstieg relativ. Weiter geht's nicht. Sie kann Macht festigen wie keine Zweite, aber ihre Strategie sollte man sich wirklich nicht abschauen. Denn bei ihr muss notfalls eben einer sterben. Oder zwei.

Alicia Florrick, Anwältin in "The Good Wife"

Die Figur: Alicia Florrick (Julianna Margulies) ist Anwältin und muss nach jahrelanger Kinder-Auszeit wieder von unten anfangen. Arbeiten muss sie, weil ihr Politikergatte im Knast landet, nachdem seine diversen Affären – Sex und Korruption – aufgeflogen sind.

Ihre Karriere: Von der "Frau von" zur Inhaberin einer eigenen millionenschweren Anwaltskanzlei in derzeit sechs Staffeln. Auch wenn sie anfangs mehr rackern muss als die Typen, um anerkannt zu werden.

Ihre Uniform: Keine Fernsehfigur trägt besser, was als "Power Suit" in den Boutiquen hängt. Über ihre Kostüme, die auch mal blutrot sein können, kann man ganze Masterarbeiten schreiben.

Das kann man sich abschauen: Ja, man kann auch relativ spät mit Kindern und quasi alleinerziehend in einen zeitraubenden, anspruchsvollen Beruf einsteigen - und Karriere machen. Alicia lebt vor, wie befreiend es ist, sich nicht nur über die Mutterrolle zu definieren.

Aufstiegsfaktor: 10 von 10. Wenn es eine richtig gute Emanzipations-Story im Fernsehen gibt, dann diese.

Molly Solverson, Polizistin in "Fargo"

Die Figur: Molly Solverson (Allison Tolman) ist Dorfpolizistin in einem verschneiten Kaff. Kolleginnen? Hat sie nicht. Ach, doch: am Empfang.

Ihre Karriere: Sie wird belächelt, und ausgerechnet der Typ, der nicht der hellste ist, überholt sie und wird ihr Chef. Den bluttriefenden Serienmord der ersten Staffel löst sie dann dennoch allein und bekommt Lob vom FBI.

Ihre Uniform: Dick gefütterte Polizeiklamotten und eine Kappe mit Fellklappen. Weil: af-fen-kalt.

Das kann man sich abschauen: Mitunter muss man am Chef vorbei sein Ding machen. Weil man dran glaubt und sich zu blöd ist für reine Befehlsempfängerei. Und Vorbilder können helfen, so wie Mollys Vater, ein Ex-Polizist, der weiß, was seine Tochter drauf hat.

Aufstiegsfaktor: 9 von 10. Molly Solverson ist am Ende Chefin des Polizeireviers.

Hanna Horvath, Praktikantin mit Nebenjobs in "Girls"

Die Figur: Hanna Horvath (Lena Dunham) repräsentiert die Generation Y in New York. Typ junge Frau, um den sich Eltern Sorgen machen, weil: Aus-dem-Kind-wird-doch-nix. Deswegen kappen sie ihr einfach die finanzielle Unterstützung.

Ihre Karriere: Ihre Idee vom Schrifstellerinnenleben finanziert sie sich über Praktika und Caféjobs. In Staffel vier schafft sie es immerhin, ein Schreibstipendium zu bekommen – muss dafür allerdings nach Iowa.

Ihre Uniform: Alles, was wie ein Pyjama aussieht. Oder ein Pyjama.

Das kann man sich abschauen: Dank Hanna Horvath kann man lernen, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Gut, sie tut's nur gezwungenermaßen. Aber Eltern wissen manchmal einfach, was sie tun.

Aufstiegsfaktor: 10 von 10. Aber für Schauspielerin Lena Dunham, nicht für ihre Figur. Mit nicht mal 30 Jahren so konsequent als Autorin, Schauspielerin, Regisseurin und Produzentin ganz nach oben zu schießen, muss ihr erst mal jemand nachmachen.

Claire Underwood, Politikergattin in "House of Cards"

Die Figur: Claire Underwood (Robin Wright) leitet eine humanitäre NGO, die in Afrika Brunnen baut – und ist Politikergattin an der Seite von Frank Underwood, oberster Strippenzieher in Washington.

Ihre Karriere: Es ist eine Team-Karriere mit einer minutiös kalkulierten langfristigen Strategie. Ziel: die Spitze des Landes. Und wenn es bedeutet, dass sie ihre Organisation globaler aufstellen muss, um quasi als außerparlamentarischer Flügel für Frank außenpolitische Themen auf die Agenda der Parlamentsdebatten zu hieven. Immerhin landen sie so zusammen im Weißen Haus.

Ihre Uniform: Zum lässigen Kurzhaarschnitt, den engen Shiftkleidern oder asphaltschwarzen Laufklamotten kombiniert sie einen sanften "Um mich herum alles Idioten"-Tonfall und eine Mimik, die nach konstantem Zähneknirschen aussieht.

Das kann man sich abschauen:Wer sich langsam bewegt, eher schreitet als geht, strahlt Autorität aus. Und die Serie hat Lehrbuchcharakter, wenn es darum geht, Machtstrategien wie ein Schachspieler vorauszuplanen.

Aufstiegsfaktor: 8 von 10. Denn Claire kapiert nach und nach, dass der Deal mit der Teamarbeit immer nur zu ihren Lasten geht. Bis sie Ende der dritten Staffel eine Entscheidung trifft.

MacKenzie McHale, Nachrichtenchefin in "The Newsroom"

Die Figur: MacKenzie McHale (Emily Mortimer) leitet eine der wichtigsten TV-Nachrichtenredaktionen des Landes.

Ihre Karriere: Sie ist eine mit Preisen überhäufte Kriegsreporterin, bis sie sich der Truppe in New York annimmt. Und mit glasklarem Blick die Themen des Tages setzt, die abends gesendet werden.

Ihre Uniform: Stilettos. Aber auf eine derart unaufgeregte Art und Weise, dass es auch Sneaker sein könnten.

Das kann man sich abschauen: Sie ist sich nicht zu schade, wenn Not am Mann ist, überall einzuspringen. Und Mortimers Rolle illustriert, wie selbstverständlich es sein kann, dass da eine Frau die Fäden in der Hand hält: Denn es ist einfach nicht der Rede wert.

Aufstiegsfaktor: 8 von 10. Nach oben ist noch Luft. Aber die Macht, die sie hat, reicht ihr. Was okay ist. Muss ja auch mal gesagt werden.

Skyler White, Ehefrau in "Breaking Bad"

Die Figur: Skyler White (Anna Gunn) ist die Frau eines Drogenproduzenten, was sie aber lange nicht weiß. Typ: "Unschuld vom Lande"

Ihre Karriere: Von der Hausfrau und zweifachen Mutter zur Geldwäscherin. Zum Glück ist sie gelernte Buchhalterin - und was für eine!

Ihre Uniform: Alles von Jogginghosen über enge, aufgeknöpfte Blusen bis zum Spucktuch auf der Schulter.

Das kann man sich abschauen: Wenn's um Zahlen geht, macht ihr keiner was vor. Sie ist das Paradebeispiel für eine, die davon profitiert, unterschätzt zu werden. Bei ihr gilt: Der Zweck heiligt die Mittel. Und wenn es hilft, die Bluse noch einen Knopf weiter zu öffnen – bitte, Jungs, wenn ihr immer noch darauf reinfallt.

Aufstiegsfaktor: 3 von 10. Mehr war auf den letzten Metern der finalen fünften Staffel nicht drin. Bei ihr lief's langsamer, als Crystal Meth wirkt, aber dann mit Karacho.

Birgitte Nyborg Christensen, Regierungschefin in "Borgen"

Die Figur: Birgitte Nyborg Christensen (Sidse Babett Knudsen) ist die erste Frau an der Spitze Dänemarks.

Ihre Karriere: Von der Anführerin einer kleinen Oppositionspartei zur Staatschefin binnen Tagen. Alles nur wegen eines Skandälchens rund um die Parlamentswahl: Der Amtsinhaber hatte dummerweise die Kreditkarte der Staatskanzlei gezückt, um mal eben die Fantastillionenrechnung vom Luxusboutiquen-Trip seiner Gattin zu begleichen.

Ihre Uniform: Sie trägt die international gültige Politikerinnenklamotte aus dunklen Anzügen und Kostümen. Aber mit High-Heels, Ohrringen, und gerne auch mal auf dem Fahrrad anstelle einer Dienstkarosse.

Das kann man sich abschauen: Dass Aufstieg als Frau immer Hand in Hand geht mit einem Partner, der kein Problem hat, sich um die beiden Kinder zu kümmern. Und dass es nicht nötig ist, Integrität oder moralische Prinzipien für die Macht zu opfern.

Aufstiegsfaktor: 8 von 10. Denn im Laufe der drei Staffeln steigt sie auch mal aus der Politik aus.

Daenerys Targaryen, Thronanwärterin in "Game of Thrones"

Die Figur: Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) ist Exil-Prinzessin und will auf den Thron. Wie so viele andere auch.

Ihre Karriere: Aus der Außenseiter-Position in die Favoritinnenrolle: Weil sie Mutter dreier Drachen ist und eine Armee von Eunuchen auf ihr Kommando hört, wächst ihre Macht. Und damit ihre Chance, an die Spitze zu kommen.

Ihre Uniform: Viele Flatterkleider in Weiß, Bleu und Schmutzfarben. Mit viel Haut dazwischen, umrahmt von platinblondem Wallehaar. Aber bloß nicht irritieren lassen, alles nur Ablenkungsmanöver.

Das kann man sich abschauen: Ihren Siegeswillen. Wenn's sein muss, isst sie dafür auch mal ein Pferdeherz - und zwar roh.

Aufstiegsfaktor: 4 von 10. Noch hat sie das Blingbling-Ding ja nicht. Aber sie heißt nicht umsonst auch "Die Sturmgeborene".

Carrie Mathison, Agentin in "Homeland"

Die Figur: Carrie Anne Mathison (Claire Danes) ist CIA-Agentin. Spezialgebiet: die arabische Welt, von Irak bis Afghanistan.

Ihre Karriere: Manchmal muss man nur Arabisch studieren, um für den Geheimdienst rekrutiert zu werden. Auch dank ihres unerschütterlichen Mentors leitet sie in Staffel vier sogar die Abteilung in Afghanistan und konspiriert mit Pakistan.

Ihre Uniform: Hauptsache praktisch – kann sein, dass sie binnen Minuten los muss zum Auslandseinsatz. Meist auch dabei: ein Kopftuch.

Das kann man sich abschauen: Wie man selbst vollgeballert mit Psychopharmaka klarer sieht als der Rest der Experten – und daran mit einer Starrköpfigkeit festhält, die man nur haben kann, wenn man's einfach besser weiß. Tut sie. Immer.

Aufstiegsfaktor: 9 von 10. Weil sie trotz bipolarer Störung und Kleinkind einfach ihren Job durchzieht - auch wenn das manchmal ganz schön hässlich ist.

Kima Greggs, Kommissarin in "The Wire"

Die Figur: Kima Greggs (Sonja Sohn) ist Kommissarin im Drogen- und Morddezernat in Baltimore. Und hängt mit Vorliebe breitbeinig auf Stühlen rum.

Ihre Karriere: Von der einfachen Drogenfanderin mit Eins-A-Aufklärungsraten steigt sie zwischenzeitlich auf und leitet einzelne Einheiten, ist am Schluss Hauptermittlerin eines Dreifachmords.

Ihre Uniform: Sie entzieht sich jedem Kleidungsklischee, trägt Baseballkappen, Cargohosen und Sweater genauso wie High-Heels zu Businessanzug oder Shirts mit Flatterärmeln.

Das kann man sich abschauen: Wie Sonja Sohn, die Schauspielerin, knallhart ihr Serienleben rettete, ist bemerkenswert. Als sie bei Dreharbeiten zufällig mitbekam, dass ihre Figur schon in Staffel eins umkommen soll, schnappte sie sich Autor David Simon und redete es ihm wieder aus. Sie blieb alle fünf Staffeln lang.

Aufstiegsfaktor: 6 von 10. Einen reinen Schreibtischjob würde sie nie wollen. Sie will ermitteln, nicht verwalten. Der größte Triumph dieser Rolle ist aber, dass sie wie die Kollegen einfach nur ihren Job machen darf. Dass Greggs eine Frau und noch dazu lesbisch ist, bleibt Nebensache.

Frauen, die ganz in echt erfolgreich sind, zeigt unser Quiz der Karrierefrauen. Wir haben Knicke und Kuriositäten in ihren Lebensläufen gefunden. Testen Sie Ihr Wissen: Welche Karriere gehört zu wem?



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Schwarzberg 09.04.2015
1. Spitze
Emanzipation schön und gut. Aber das einzige, was Menschen antreibt, scheint heutzutage der Wunsch (die Gier?) zu sein, nach "oben" zu kommen. Was und wo ist oben? Geht es irgend jemandem noch um Inhalte? Hat noch jemand Spaß an dem was er tut? Da wird aus einer Profilneurose einiger weniger - angereichert mit unreflekiertem Pressetamtam - eine gesellschaftliche Zwangsneurose. Irgendwann kommt dann wieder die Gegenbewegung, wo uns (weil das Modell erschöpft ist) Karriere verweigernde Aussteiger, sogenannte Individualisten, als zu kopierende Idole dargestellt werden. Irgendwie langweilig, das Ganze. Ich glaub, ich lass die Glotze ganz aus.
ArmeeVerkleinerungsstrahl 09.04.2015
2. Spoileralert
Geil, danke! Ich wollte Fargo eigentlich noch zu Ende gucken.
AliceAyres 09.04.2015
3.
„Borgen Das kann man sich abschauen: Dass Aufstieg als Frau immer Hand in Hand geht mit einem Partner, der kein Problem hat, sich um die beiden Kinder zu kümmern. Und dass es nicht nötig ist, Integrität und moralische Prinzipien für die Macht zu opfern.“ Äh … nein. Im Falle Birgitte Nyborgs will der Ehemann dann doch lieber die Scheidung und selbst zurück in einen verantwortungsvollen Job anstatt die Kinder zu hüten. Die Politiker-Gattin ist ihm schnell zu dominant geworden. Und Nyborg selbst wirft im Laufe ihrer Amtszeit so viele ihrer Prinzipien über den Haufen, dass sie denen, die sie abgelöst hat, doch erschreckend ähnlich wird. Die Serie ist eher ein Beispiel dafür, wie Macht korrumpiert – egal ob Mann oder Frau.
arkimethans 09.04.2015
4.
Stella Gibson, die hervorragend von Gillian Anderson in der Serie "The Fall" gespielt wird, könnte man noch zu dieser Liste hinzufügen. Immerhin muss sie sich in einem Umfeld durchsetzen, das von Männern dominiert wird, die nur an der Oberfläche stark erscheinen, aber meist sehr zerbrechlich sind. Die Serie spielt in Nordirland und religiöse Untertöne sind allgegenwärtig. Das Thema Gleichstellung ist mir als Mann ein wichtiges Anliegen. Das ist aber keine Einbahnstraße und die radikalen Stimmen in beiden Lagern gefährden den Dialog zwischen den Geschlechtern. Wer Männern seine Empathie verweigert oder ihre Probleme süffisant kommentiert, steht in meinen Augen dem männlichen Chauvi in nichts nach. Insbesondere wem Gewalt angetan wird, dem sollte auch Mitgefühl entgegengebracht werden. Als Gesellschaft haben wir große Fortschritte gemacht. Schließlich leben wir heute in einem Land, das von einer Frau regiert wird. Man mag von der Kanzlerin Merkel halten, was man möchte, aber ich kenne niemanden, der ihre Schwächen für ein Attribut ihres Geschlechtes hält. Ich persönlich halte nichts von der Quote, verstehe allerdings die Befürworter und räume ein, dass manche der vorgebrachten Argumente ihre Richtigkeit besitzen. In meinen Augen schwächt sich ein Unternehmen, das eine Stelle nicht mit der Person besetzt, die am Besten dafür geeignet ist. Das Geschlecht sollte in der Frage keine Rolle spielen. Ich weiß aber auch, dass meine Sichtweise nicht der allgemeine Konsens ist. Ich glaube nur nicht daran, dass Zwangsmittel die Situation nachhaltig verbessern werden. Eher verschieben sich die Konflikte nach innen.
MiniMoogMe 09.04.2015
5.
Ich schließe mich einigen der Vorredner an: für mich als Frau ist es nicht vorbildlich, ausgerechnet die negativen und asozialen Methoden der Mächtigen zu kopieren, um nach oben zu kommen. Viele dieser Seriencharaktere sind moralisch und persönlich abscheulich und ich werde sie bestimmt nicht bewundern und verherrlichen, nur weil sie Frauen sind. Man/frau kann es auch zum Erfolg und Ansehen schaffen, ohne sich durch und durch zu korrumpieren (oder die schon vorhandenen sozialen Defizite zum Maßstab für alle anderen zu machen). Es gibt auch andere Bereiche für die eigene Selbstverwirklichung als Politik, Anwaltskanzlei, Bank oder Meth Lab.
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