Führungspositionen Wissenschaftsrat fordert eine Frauenquote

Zwar schließen mehr Frauen als Männer ein Studium ab, doch dann steigt an den Hochschulen die männliche Dominanz. Deswegen fordert der Wissenschaftsrat jetzt nach SPIEGEL-Informationen eine Frauenquote für die Uni. Der Frauenanteil müsste sich demnach gewaltig erhöhen.

Allein unter Männern: Nur 15 Prozent der Professoren sind Frauen
Corbis

Allein unter Männern: Nur 15 Prozent der Professoren sind Frauen


Die Frauenquote ist in der Wissenschaft angekommen: Der Wissenschaftsrat will, dass Auswahlkommissionen und Aufsichtsorganen von Forschungseinrichtungen und Hochschulen weiblicher werden. Deswegen fordert er nach Informationen des SPIEGEL eine Frauenquote, im Gespräch waren zuletzt 40 Prozent.

Der Wissenschaftsrat berät Bund und Länder in wissenschaftspolitischen Fragen. Nach seinen Angaben waren im Jahr 2010 zwar 52 Prozent der Hochschulabsolventen weiblich und 44 Prozent der Promovierten, aber nur 25 Prozent der Habilitierten und rund 15 Prozent der Professoren in der höchsten Besoldungsstufe C4/W3 waren Frauen.

Die Zahlen zeigten, "dass sich die Schere zwischen Männer- und Frauenanteilen nach dem Studienabschluss öffnet und im Zuge der weiteren wissenschaftlichen Laufbahn größer wird". Zwar habe es seit einer Vergleichserhebung 2006 Fortschritte gegeben: Der Frauenanteil bei den C4/W3-Professoren lag damals um rund vier Prozentpunkte niedriger, in den Spitzenpositionen der außeruniversitären Forschungseinrichtungen stieg er von 7,9 auf 11,3 Prozent.

Damit mehr Wissenschaftlerinnen in Führungspositionen gelangen, empfehlen die Experten den Hochschulen und Instituten, bei befristeten Verträgen längere Laufzeiten einzuräumen. So sollen Eltern mehr Sicherheit bekommen. Außerdem sollten Hochschulen und Institut ausreichend viele Kinderbetreuungsplätze einrichten und flexible Arbeitszeiten gewähren.

Frauenanteil an der Hochschulleitung: In 15 Jahren von wenig auf weniger wenig
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Frauenanteil an der Hochschulleitung: In 15 Jahren von wenig auf weniger wenig

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insgesamt 22 Beiträge
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realburb 26.05.2012
1. fatal
Ich halte das für ein fatales Signal, viele Frauen wissen schon, warum sie sich gegen den Karriereweg an der Uni entscheiden. Weil die Bezahlung so schlecht ist, die Anforderungen so hoch und die Aussichten eine feste Stelle zu bekomen so mies. Aber das ist ja jetzt endlich vorbei, während sich Männer weiter wie bekloppt um die wenigen Stellen balgen müssen, können die wenigen Frauen, die daran interessiert sind sich jetzt einfach aus einer reichhaltigen Palette bedienen. Schönes Deutschland.
giveusmcneal! 26.05.2012
2.
Waere es nicht besser die Quote auch vom Anteil der Doktorandinnen pro Bereich abhaengig zu machen? Im Bereich Informatik z.B. sieht es da noch nicht so gut aus und eine feste 40% Quote wuerde nur den Frauen schaden, die es auch ohne diese schaffen wuerden oder bereits geschafft haben. Natuerlich kann ich hier nicht fuer andere Faecher sprechen aber nehme an eine differenziertere Herangehensweise die sich am tatsaechlichen Anteil im jeweiligen Fach orientiert wuerde zu einem faireren Ergebnis fuehren.
Niamey 26.05.2012
3. Das gibt es nicht?
Zitat von sysopCorbisZwar schließen mehr Frauen als Männer ein Studium ab, doch dann steigt an den Hochschulen die männliche Dominanz. Deswegen fordert der Wissenschaftsrat jetzt nach SPIEGEL-Informationen eine Frauenquote für die Uni. Der Frauenanteil müsste sich demnach gewaltig erhöhen. Wissenschaftsrat fordert eine Frauenquote in Auswahlkommissionen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,835227,00.html)
Wir leisten uns neben anderen Dummschwätzern auf dem Bildungssektor noch einen Wissenschaftsrat? Woraus wird der bezahlt und warum hat er den Bologna-Irrsinn nicht gestoppt? Dafür haben wir jetzt eine Reform bei der unser Uniniveau nach unten angepasst worden ist damit wir im Ausland vergleichbarer und konkurenzfähiger werden! Ha, das ich nicht lache! Genau hinschauen und mit Abgängern wie Arbeitgebern sprechen. Da kommt ein anderes Bild auf. Wieder eine Generation in den Sand gestzt ihr Schlafsäcke!
gmahde_wiesn 26.05.2012
4. das Bild ist irreführend
Bei 15% frauenanteil und 31 personen auf dem Bild, sollten davon eigentlich 5 Frauen sein.
gmahde_wiesn 26.05.2012
5. 15 %
ach ja, und wenn es 15% professorinnen sind und gemäß graphik über 20% kanzlerinnen und Prorektorinnen, dann sind die Frauen in diesen Gruppen (auf der obersten Leitungsebene) bereits überrepresentiert.
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