1000 Fragen Sind Rabenmütter wirklich schlechte Mamas?

Raben haben einen miesen Ruf: Sie zerren Unrat aus den Mülleimern in Parks, sind als Leichenfledderer und krächzende Unglücksboten verschrien - und als schlechte Eltern. Aber vernachlässigen Rabenmütter tatsächlich ihren Nachwuchs?

Vorurteile gegen Raben: Pechbringer, Todesvogel, schlechter Brutpfleger
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Vorurteile gegen Raben: Pechbringer, Todesvogel, schlechter Brutpfleger


Raben überraschen Forscher immer wieder mit ihrer Intelligenz und fristen trotzem ein ziemlich trostloses Dasein: Sie sind schwarz, weil sie einst verflucht wurden, heißt es im Volksglauben. Und Rabenmutter ist ein Synonym für schlechte Mütter. Doch woher kommt der Ausdruck? Behandeln Raben ihre Jungen tatsächlich so miserabel?

"Das Gegenteil ist der Fall - eigentlich sollte der Ausdruck Rabenmutter eine Auszeichnung sein", sagt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). "Raben betreiben eine ausgesprochen intensive Brutpflege und sind vorbildliche Vogeleltern." Das gelte für die ganze Familie der Rabenvögel mit ihren rund hundert verschiedenen Arten auf der Welt. Dazu zählen hierzulande neben den Kolkraben die verschiedenen Krähenarten und Dohlen. Außerdem gehören Elstern, Tannenhäher und Eichelhäher zu den Rabenvögeln.

"Ohne die aufwendige Fürsorge der Eltern wären Rabenküken nicht überlebensfähig", sagt Heiermann. Sie schlüpfen als sogenannte Nesthocker: nackte, hilflose Wesen, die darauf angewiesen sind, dass die Eltern sie wärmen und fortwährend mit Futter versorgen. Dagegen kommen Hühnerküken beispielsweise schon recht fit zur Welt: In ihrem warmen Flaumkleid rennen sie gleich los und picken selber Futter. Die Henne hat es also vergleichsweise einfach mit dem Nachwuchs.

"Wären Raben schlechte Eltern, wären sie längst ausgestorben"

Rabeneltern schaffen, was vielen Menschen-Paaren misslingt: Hat sich ein Kolkraben-Pärchen einmal gefunden, bildet es einen Bund fürs Leben, bleibt treu und zieht gleichberechtigt die Brut groß. Dabei zeigen die intelligenten Vögel ihre stark ausgeprägte Fürsorge. "Wären Raben tatsächlich schlechte Eltern, wären sie längst ausgestorben", sagt Heiermann.

Bleibt die Frage, woher der üble Ruf der Raben stammt. Hieran ist offenbar die Bibel Schuld. Im Buch Hiob heißt es: "Wer bereitet den Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und fliegen irre, weil sie nicht zu essen haben?" Vermutlich gehe diese Bibelstelle auf junge Raben zurück, die aus dem Nest gefallen sind, sagen Historiker: Die betroffenen Jungtiere machen einen verlassenen und hilflosen Eindruck. Beobachtern kann dabei leicht entgehen, dass die Rabeneltern immer in der Nähe sind und das Jungtier weiter versorgen.

"Im Übrigen dichtet der Mensch vielen Tieren Eigenschaften an, die gar nicht zutreffen", sagt Heiermann. Beispielsweise seien weder der Esel dumm, noch der Wolf böse oder der Fuchs besonders schlau. Einige Eigenschaften der Raben machen ihn für viele Menschen nicht sehr sympathisch: Sie sind schwarz, geben ein unmelodisches Krächzen von sich und machen sich als Aasfresser über Kadaver her. "Das Gerücht ihrer angeblich nachlässigen Brutfürsorge rundet das düstere Image ab", sagt Heiermann.

fln/dapd

insgesamt 12 Beiträge
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Asirdahan 03.07.2011
1. ohne
Raben sind meine absoluten Lieblingsvögel. Sie sind klug, frech und liebenswert. Die Bibel hat zu keinem Tier ein liebevolles Verhältnis, sie teilt sie allenfalls in nützlich oder schädlich für den Menschen ein. Ein sehr verengtes Blickfeld.
Berliner-030 03.07.2011
2. ...
Ich mag die Raben auch. Es sind äußerst kluge und mutige Tiere denn sie greifen sogar wesentlich größere Lebewesen an wenn sie ihren Nachwuchs in Gefahr sehen.
greentiger 03.07.2011
3. Sehr kluge Tiere
Ich habe Raben an einer Strassenkreuzung vor unserer Wohnung gesehen, die auf das grüne Licht für Fussgänger warteten um anschliessend eine Nuss auf die Fahrbahn zu legen. Bei der nächsten Grünphase holten sie sich dann die Innereien der geknackten Nuss ab. Da dies schon öfter vorkam, muss ich davon ausgehen, dass dies geplant war. Ebenso warten öfter mal Raben auf die Strassenbahn als Nussknacker, indem sie vor deren Ankunft die Nüsse auf die Schienen legen.
gunman, 03.07.2011
4. Krähen/Raben Nein Danke.
In der Stadt sind Raben/Krähen reiner Terror. Laute, nervige Viecher, die viel kaputt machen alles vollkacken und andere Singvögel, die wesentlich angenehmer daherkommen, auffressen und vertreiben.
Spieegel 03.07.2011
5. Raben
Ich mag die Tiere nicht besonders, wobei ich nun zum ersten Mal davon höre, dass sie allgemein nicht gemocht wurden. (Rabenmütter kannte ich allerdings als Begriff). Aber ich habe selbst einmal die Schlauheit einer Rabe beobachtet. In einem Mülleimer entdeckte diese Essenreste. Dieser Mülleimer war allerdings so konstruiert, dass dieser von oben verschlossen war und nur seitlich einen "Einwurfschlitz" hatte. Was tat die Rabe? Sie suchte sich einen Stock, der lang genug war, um in den Mülleimer zu kommen. Mit dem Stock im Schnabel holte sie sich das Essen aus dem Mülleimer. Schon faszinierend. Aber diese Vögel sind auch aggressiv gegenüber anderen Vögeln. Ist irgendwo Futter ausgelegt und andere Vögel sind zugange, werden diese kurzerhand verscheucht.
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