Schulunfall Stuhl weggezogen - 15-Jähriger verklagt Mitschüler

Ein Schüler zog einem Klassenkameraden kurz vor Unterrichtsbeginn den Stuhl weg. Der schlug mit dem Kopf auf - und musste für drei Tage ins Krankenhaus. Nun verlangt er Schmerzensgeld.

Stühle mit Butter beschmieren, wegziehen, durch die Gegend werfen: Pubertierende machen mitunter wilde Sachen mit dem Sitzmobiliar im Klassenzimmer
DPA

Stühle mit Butter beschmieren, wegziehen, durch die Gegend werfen: Pubertierende machen mitunter wilde Sachen mit dem Sitzmobiliar im Klassenzimmer


Ein 15-Jähriger hat einen Mitschüler auf die Zahlung von 1400 Euro Schmerzensgeld verklagt, weil dieser ihm kurz vor Unterrichtsbeginn den Stuhl weggezogen haben soll. Der Neuntklässler aus Hannover fiel laut der Klage aufs Steißbein und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf, wie das Amtsgericht Hannover am Montag mitteilte.

Weil er vor Schmerzen nicht mehr habe aufstehen können und außerdem an der sogenannten Bluterkrankheit leide, sei er für drei Tage in eine Klinik gekommen. Da er längere Zeit nur habe stehen oder liegen können, habe er auch einen geplanten Urlaub absagen müssen. Der Fall wird Ende Juli verhandelt (Az: 465 C 15083/14).

Eine Zivilklage auf Schmerzensgeld hat nach Schulunfällen laut der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn der Schüler vorsätzlich gehandelt hat. In der Regel springt die gesetzliche Unfallversicherung nach folgenschwerem Unfug in der Schule ein, um Schüler vor langwierigen finanziellen Folgen zu bewahren.

bkr/dpa



insgesamt 108 Beiträge
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distel61 29.06.2015
1. Ein Unfall ...
... ist das ja nun wohl eher nicht, wenn einer einem anderen mit Absicht Schaden zufügt. Von daher: Viel Erfolg bei der Klage!
kasam 29.06.2015
2. Da kann man
nur sagen---blöd gelaufen---- Wäre nichts passiert, wäre nichts passiert. Das kennen wir doch alle. Schade das man das Gericht damit beauftragen muss, das war früher eher eine Privatsache die man noch selber regeln konnte.
happlebee 29.06.2015
3. Lssen sie mich raten
die Eltern sind Beamte.
dergenervte 29.06.2015
4. Früher
Früher haben wir so etwas auf dem Schulhof oder nach der Schule unter Uns geregelt. Heute rennt man zum Anwalt und beschäftigt die Gerichte. Die Welt wird immer alberner.
thunderstorm305 29.06.2015
5. Muss das sein?
Das gab es früher auch schon, aber niemand ging zum nächsten Anwalt. Hier hat sich schon einiges geändert. Leider zum Negativen!
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