Abitur Bayern kehrt zum G9 zurück

Die CSU hat das Ende des achtjährigen Gymnasiums in Bayern beschlossen. Künftig soll es das Abitur auch dort in der Regel wieder nach 13 Schuljahren geben.

Schriftzug an der Tafel
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Das Abitur nach der zwölften Klasse ist nun auch in Bayern Geschichte. Die CSU-Fraktion im bayerischen Landtag hat das Zurück zum neunjährigen Gymnasium beschlossen.

Damit schließt sich Bayern dem Trend mehrerer anderer Bundesländer an: Niedersachsen ist bereits wieder komplett beim G9 - leistungsstarke Schüler haben aber weiter die Möglichkeit, ein Jahr früher Abi zu machen. Hessen und Schleswig-Holstein haben Wahlfreiheit eingeführt. Nordrhein-Westfalen bietet beide Optionen: G8 an Gymnasien und G9 an weiteren Schulen. In Baden-Württemberg wird in 44 Schulen G9 erprobt. In den ostdeutschen Ländern wird das Abitur in der Regel nach zwölf Schuljahren abgelegt.

Die CSU unter Horst Seehofer macht mit der Rückkehr zu G9 eine Hauruck-Entscheidung des früheren Ministerpräsidenten Edmund Stoiber rückgängig: Zum Schuljahr 2004/05 war das um ein Jahr verkürzte Gymnasium (G8) in Bayern an den Start gegangen - ein Schnellschuss. Anlass für die Reform war der damalige späte Berufseinstieg deutscher Akademiker, etwa wegen der Wehrpflicht und vergleichsweise langer Studienzeiten.

"Mittelstufe Plus"

Doch die Reform war unausgegoren - mit der Folge, dass das Gymnasium über all die Jahre eine große Baustelle blieb. Im Herbst 2014 begann der langsame Abschied vom G8: Die CSU beschloss die Einführung einer "Mittelstufe plus" zum Schuljahr 2015/16 - wenn auch nur an 47 Pilot-Gymnasien. Doch dort haben Schüler seither die Möglichkeit, zwischen acht- und neunjährigen Zügen zu wählen. Und: Zwei Drittel entschieden sich für die neunjährige Variante. Was viele in der CSU-Fraktion lange nicht wahrhaben wollten: Damit war praktisch das Tor Richtung G9 aufgestoßen.

Nun soll es in Bayern nicht nur eine Gymnasialreform geben, sondern gleich ein ganzes Bildungspaket. Es soll 1000 neue Lehrer fürs Gymnasium geben und 800 Stellen für alle anderen Schularten, etwa für berufliche und Förderschulen. Seit dieses Paket auf dem Tisch liegt, ist CSU-intern der Weg zum G9 frei.

Auf der Überholspur

Doch auch künftig soll es in Bayern noch möglich sein, das Abitur nach acht Jahren abzulegen. So ist eine sogenannte Überholspur geplant. Schüler, die zwei Jahre lang Zusatzkurse besuchen, dürfen dann die elfte Klasse auslassen. Für alle übrigen Schüler wird es weniger Nachmittagsunterricht geben als in den vergangenen Jahren, aber über die gesamte Gymnasialzeit einige Schulstunden mehr. Zudem wird Informatik ein Pflichtfach.

Nach dem Beschluss der CSU-Fraktion ist das Gesetzgebungsverfahren jetzt nur noch eine Formsache. Startdatum ist das Schuljahr 2018/19, für Schüler, die dann die Klassen fünf und sechs besuchen.

ler/dpa



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