Baden-Württemberg Schüler verbreiten Deutsch-Prüfungen auf WhatsApp

In Baden-Württemberg sind Aufgaben für die Realabschlussprüfungen im Fach Deutsch an ungewöhnlicher Stelle aufgetaucht: in sozialen Netzwerken.

Kurz vor der Abschlussprüfung
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Kurz vor der Abschlussprüfung


"Wir haben heute Morgen festgestellt, dass Bilder von Aufgaben in WhatsApp-Gruppen kursieren", sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums in Baden-Württemberg der "Schwäbischen Zeitung".

Sie hat sich damit auf die Prüfungsaufgaben für die Realschulen des Bundeslandes im Fach Deutsch bezogen. Allerdings soll es sich bei den Aufgaben nicht um die aktuellen Prüfungsaufgaben handeln. Die Aufgaben seien bereits überarbeitet worden, weil es zuvor eine andere Panne gegeben hatte: In Bad Urach war vor einigen Tagen ein geöffneter Umschlag mit Deutsch-Aufgaben gefunden worden.

Eine Schule habe das Ministerium am Donnerstag auf die Bilder hingewiesen. Unklar ist, ob die Bilder der Aufgaben tatsächlich aus der Gemeinschaftsschule in Bad Urach kommen.

Die Abschlussprüfungen für die Realschulen im Fach Deutsch mussten bereits verschoben werden - da für etwa 40.000 Schüler neue Prüfungen gedruckt werden müssen. Die Kosten dafür beziffert das Ministerium laut "Schwäbischer Zeitung" auf 25.000 und 30.000 Euro.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte sich verärgert über die Panne in Bad Urach gezeigt. "Sicherheit beim Umgang mit den Prüfungsaufgaben hat für uns einen zentralen Stellenwert." Umso ärgerlicher sei es, "wenn die Verantwortlichen vor Ort nicht mit der gebotenen Sorgfalt und Sensibilität agieren".

kha/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
wo_st 19.04.2018
1. Wie verstehe ich das?
"Die Aufgaben seien bereits überarbeitet wollen, weil es zuvor eine andere Panne gegeben hatte:"
papaeidea 19.04.2018
2. Cool down!
Richtig! Hier ist jemandem ein ärgerlicher Fehler unterlaufen. Ein Fehler, der den Steuerzahler Geld kostet und vielen Schulleitungen zusätzliche Arbeit bereitet. Aber: Würde man sich über jegliche Steuerverschwendung, die von Seiten der Politik passiert und meist nicht auf Unkenntnis, sondern auf kalkuliertem Interesse beruht, ebenso breit treten und nach Ahndung rufen, wäre das eine oder andere Ministerium längst verwaist. Und wenn man dann die Verantwortlichen ebenso zur Rechenschaft ziehen wollte (im Übrigen mit demselben Argument der Ministerin, dass nämlich, wer Verantwortung trägt, mit dieser sorgsam umgehen muss), dann sähe es gerade in ihren eigenen Reihen ziemlich düster aus. Also, Frau Ministerin Eisenmann, lassen Sie doch bitte bei allem berechtigten Ärger die Kirche im Dorf! Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Und wer Fehler macht, ist auf Verzeihung und Hilfe angewiesen statt auf Schelte und Häme oder Besserwisserei. Vielleicht, Frau Eisenmann, unterläuft auch Ihnen mal ein Fehler, der viel Geld kostet und ärgerlich ist (wie Ihren Vorgängern zum Beispiel die Gemeinschaftsschule; wer zahlt da eigentlich die mittelfristigen Schäden?). Also: Schütteln, Prüfungen neu richten und zur Abwechslung mal die Großzügigkeit zeigen, die man von den eigenen Bürgern und Wählern als Politiker auch haben möchte. Wäre mal was wirklich Neues und darüber hinaus anständig.
dummzeuch 19.04.2018
3. Ungewöhnliche Stelle?
> In Baden-Württemberg sind Aufgaben für die Realabschlussprüfungen im Fach Deutsch an ungewöhnlicher Stelle aufgetaucht: in sozialen Netzwerken. < Ungewöhnlich kann das nur jemand finden, der keine Ahnung hat, wie solche Netzwerke funktionieren. Natürlich werden die Aufgaben früher oder später dort landen, wenn sie erstmal einem Schüler in die Hände gefallen sind. Ob in einer öffentlichen oder privaten Gruppe, das ist dann höchstens die Frage.
carlitom 19.04.2018
4.
Zitat von wo_st"Die Aufgaben seien bereits überarbeitet wollen, weil es zuvor eine andere Panne gegeben hatte:"
Ist doch nicht so schwer zu verstehen. Die Aufgaben waren vorher geöffnet worden (deshalb kursieren sie jetzt auch). Daraufhin wurde die Prüfung verschoben und es wird neue Aufgaben geben, die aber bisher noch nicht in den Schulen gelandet sind.
carlitom 19.04.2018
5.
Zitat von papaeideaRichtig! Hier ist jemandem ein ärgerlicher Fehler unterlaufen. Ein Fehler, der den Steuerzahler Geld kostet und vielen Schulleitungen zusätzliche Arbeit bereitet. Aber: Würde man sich über jegliche Steuerverschwendung, die von Seiten der Politik passiert und meist nicht auf Unkenntnis, sondern auf kalkuliertem Interesse beruht, ebenso breit treten und nach Ahndung rufen, wäre das eine oder andere Ministerium längst verwaist. Und wenn man dann die Verantwortlichen ebenso zur Rechenschaft ziehen wollte (im Übrigen mit demselben Argument der Ministerin, dass nämlich, wer Verantwortung trägt, mit dieser sorgsam umgehen muss), dann sähe es gerade in ihren eigenen Reihen ziemlich düster aus. Also, Frau Ministerin Eisenmann, lassen Sie doch bitte bei allem berechtigten Ärger die Kirche im Dorf! Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Und wer Fehler macht, ist auf Verzeihung und Hilfe angewiesen statt auf Schelte und Häme oder Besserwisserei. Vielleicht, Frau Eisenmann, unterläuft auch Ihnen mal ein Fehler, der viel Geld kostet und ärgerlich ist (wie Ihren Vorgängern zum Beispiel die Gemeinschaftsschule; wer zahlt da eigentlich die mittelfristigen Schäden?). Also: Schütteln, Prüfungen neu richten und zur Abwechslung mal die Großzügigkeit zeigen, die man von den eigenen Bürgern und Wählern als Politiker auch haben möchte. Wäre mal was wirklich Neues und darüber hinaus anständig.
Das sind Abschlussprüfungen, für die strenge Regeln gelten, die hier ein paar Gemeinschaftssschullehrer (!) gleich in der ersten Runde, wo sie gefordert waren, vollkommen und in mehrere Hinsicht außer Acht gelassen haben. DAS ist nicht einfach nur eine Kleinigkeit oder was, was mal passieren kann, wenn solche Aufgaben statt im Tresor an fünf verschiedenen Stellen, u.a. bei Lehrern privat daheim gelagert und dann auch noch geöffnet werden.
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