Schüler interviewen Alexander Gerst "Stimmt es, dass man im All nicht rülpsen kann?"

Nach elf Minuten war alles vorbei: So viel Zeit hatten die Schüler von zwei Gymnasien, um Astronaut Alexander Gerst auf der ISS mit Fragen zu löchern. Für das Interview mussten sie Antennen auf den Schuldächern errichten.

Schüler des Werner Heisenberg Gymnasiums
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Schüler des Werner Heisenberg Gymnasiums


Es war ein kurzes Date. Genau elf Minuten blieb den Schülern des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Leverkusen und des Schickhardt-Gymnasiums in Herrenberg bei Stuttgart, um Astronaut Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS zu interviewen - dann war sie schon wieder aus der Reichweite der Antennen auf den beiden Schuldächern verschwunden.

Es reichte für insgesamt 20 Fragen.

"Stimmt es, dass man im Weltraum nicht rülpsen kann? Over!", wollte etwa eine Oberstufenschülerin wissen. "Das ist tatsächlich schwierig. Die Luft im Magen schwimmt nicht oben", lautete die Antwort aus dem All.

"Wie verändert sich der menschliche Körper im Weltall?", fragte eine Fünftklässlerin. "Der menschliche Körper passt sich an", war die Antwort. Der Biorhythmus werde künstlich im 24-Stunden-Takt gehalten.

Ein 17-Jähriger fragte Gerst, was er davon halte, Müll im All zu entsorgen. "Gar nichts", sagte der. "Das wäre die dümmste Idee, die es gibt."

400 Kilometer über den Schülern erzählte der Astronaut unter anderem, dass er einmal die Woche Staub wischen muss, dass eine Kerzenflamme auf der ISS rund ist und dass Astronauten bei einem medizinischen Notfall innerhalb eines Tages auf der Erde sein könnten.

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Alexander Gerst im Live-Interview: So stellten Schüler Kontakt zur ISS her

Auf die Sekunde genau endete der Funkkontakt um 12.34 Uhr - die Stimme des 42-Jährigen verschwand im Rauschen.

Video: Mit Alexander Gerst auf der ISS

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Lange Vorbereitung

Der in Baden-Württemberg geborene "Astro-Alex" ist seit dem 8. Juni auf der ISS - schon zum zweiten Mal - und wird im Herbst als erster deutscher Astronaut das Kommando an Bord übernehmen.

Die Schüler hatten sich auf die spektakulären Minuten mit dem Megastar lange vorbereitet. Eigene Arbeitsgemeinschaften waren gegründet worden, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Funker des Deutschen Amateur-Radio-Clubs halfen mit.

Die Schüler mussten sich nicht nur überlegen, welche Fragen sie Alexander Gerst stellen wollen, sondern auch Antworten auf einige technische Fragen finden, wie etwa: Zu welchem Zeitpunkt genau überfliegt die Raumstation die Schulen? Wann ist ein Funkkontakt möglich? Was für Antennen braucht man dazu?

In einem YouTube-Video haben Schüler des Gymnasiums Herrenberg festgehalten, wie sie sich auf das Interview vorbereitet haben:

lie/dpa



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