Auf Klassenfahrt Betrunkener Lehrer stürzt Treppe hinunter

Polizeieinsatz um 4 Uhr morgens: Einem niedersächsischen Lehrer, der während einer Klassenreise betrunken eine Treppe hinunterfiel, droht Ärger. Er hatte sich gegen Sanitäter gewehrt, die seine Platzwunde versorgen wollten.

Betrunkener Mann (Archivbild): Wo geht es hier zur Jugendherberge?
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Betrunkener Mann (Archivbild): Wo geht es hier zur Jugendherberge?


Dass Schüler von einer Klassenfahrt nach Hause geschickt werden, weil sie Alkohol getrunken haben, kommt öfter vor. Wenn Lehrer sich nach dem Zubettbringen noch einen einschenken, merken das, wenn überhaupt, nur die Schüler oder der Herbergsvater.

Doch zwei Lehrer einer Realschule in Niedersachsen schauten bei einer Klassenfahrt in der Nacht zum Dienstag offenbar viel zu tief ins Glas: Sie hatten im Aufenthaltsbereich einer Hamburger Jugendherberge einiges getrunken. Einer der beiden stürzte anschließend volltrunken eine Treppe hinunter und holte sich eine Platzwunde, berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" ("NOZ").

Nach dem Treppensturz rief ein Herbergsmitarbeiter den Rettungsdienst. Der Lehrer wehrte sich jedoch gegen die medizinische Versorgung, sodass um 4 Uhr morgens zusätzlich die Polizei anrücken musste. Die Pädagogen hatten eine 10. Klasse zu beaufsichtigen. Schüler sagten später bei der Polizei aus, die Lehrer hätten auch schon am ersten Abend große Mengen Alkohol getrunken.

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Die Polizisten protokollierten den Vorfall und verständigten nach Tagesanbruch die Schule. Diese beorderte daraufhin zwei weitere Lehrer nach Hamburg und organisierte einen Bus, der die Schüler am Dienstagnachmittag abholte. Die trinkfreudigen Pädagogen durften nicht mitfahren und mussten ihre Rückfahrt selbst organisieren, schreibt die "NOZ".

Den Eltern der Schüler teilte die Schulleitung zunächst mit, die Klassenfahrt müsse aufgrund einer Erkrankung des Klassenlehrers beendet werden. Am Donnerstag sollen die Eltern der Zehntklässler umfassend informiert werden. Ob die Lehrer ihre Schüler weiterhin unterrichten werden, steht noch nicht fest. Auch über mögliche disziplinarische Konsequenzen für die beiden Pädagogen ist noch nichts bekannt.

An dem Abend sei nichts strafrechtlich Relevantes passiert, erklärte ein Polizeisprecher. Die Beamten hätten aber einen Bericht für die Landesschulbehörde in Lüneburg verfasst. Deren Sprecherin sagte: "Wir arbeiten das gemeinsam mit der Schulleitung auf"; und: "Es ist ein absoluter Einzelfall."

clm/dpa

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