Mikrofone und Sensoren Erste US-Schule mit Amok-Warnsystem

Innerhalb von einer Minute soll das Warnsystem ShotSpotter erkennen, wo sich ein Amokläufer in einem Schulgebäude befindet. Nun hat sich die erste High School in den USA mit der hochsensiblen Technik ausgerüstet.

Schüler im Flur (Archiv): Neue Technik soll potenzielle Amokläufer lokalisieren
Corbis

Schüler im Flur (Archiv): Neue Technik soll potenzielle Amokläufer lokalisieren


Zehn Minuten hat die Polizei in Newton im US-Bundesstaat Connecticut gebraucht, um die Sandy-Hook-Grundschule zu erreichen, nachdem der Notruf eingegangen war. Die Polizisten durchsuchten das Schulgebäude, sie gingen von Raum zu Raum. Sie wussten nicht, wo der Täter ist, wo er langgelaufen war, ob er überhaupt noch lebte. Mindestens hundert Schuss hatte Adam Lanza im Dezember 2012 abgegeben und damit 26 Menschen getötet.

Um schneller auf Amokläufer reagieren zu können, hat die Newark Memorial High School in Nordkalifornien ein neues Sicherheitssystem installieren lassen. ShotSpotter soll es ermöglichen, einen Attentäter innerhalb von 60 Sekunden ausfindig zu machen, wie die "Contra Costa Times" berichtet.

Das Sicherheitssystem besteht nach Informationen des Herstellers aus Mikrofonen und Sensoren, die in verschiedenen Teilen der Schule angebracht werden. Die Mikros nehmen auf, wo ein Schuss fällt, und die Sensoren leiten die Informationen an die Polizei, den Schulleiter und den Schulrat weiter. Einsatzkräfte können so schneller und gezielter als bisher eingreifen.

"Unglücklicherweise nimmt die Zahl der Gestörten zu, die Schulen, Kirchen, Einkaufszentren und Kinos heimsuchen", sagte Schulrat Dave Marken. Das System könne Leben retten. Wie viele Mikrofone und Sensoren installiert wurden und an welchen Stellen in der Newark Memorial High School sie angebracht worden sind, verriet die Schulleitung nicht.

Bislang wird ShotSpotter in 90 Städten auf der Welt eingesetzt, etwa in öffentlichen Gebäuden oder Straßenzügen, wie "San Jose Mercury News" berichtet. Zudem wurde das System im Jahr 2014 bereits am Savannah College of Art and Design im US-Bundesstaat Georgia installiert.

kha

insgesamt 31 Beiträge
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archback 26.06.2015
1.
Einfacher und billiger wäre es, den Waffenbesitz zu unterbinden.
Art. 5 26.06.2015
2.
Da gäbe es ja noch Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Anlage. Nachdem die Sonsoren aufgespürt haben, wo sich der Amoktäter befindet, könnten installierte Selbstschussvorrichtungen, diesen in Sekunden eliminieren.
bz-mof 26.06.2015
3. Hätte im im Artikel beschriebenen Fall wenig gebracht,
denn er hätte immer noch zehn Minuten gehabt bis die Polizei da gewesen wäre bzw. um seine 100 Schuss abzugeben...
Max Super-Powers 26.06.2015
4.
Selbstschussvorrichtungen??? Die Ideen werden immer verrückter. Warum nicht einfach Lehrer an Waffe und Schusstechnik ausbilden und gut ist?
geddon 26.06.2015
5. Problem ist...
... und bleiben liberale Waffengesetze. Geben Sie jemandem eine Waffe, z.B. eine AR-15 mit bis zu 100 Schuss/Magazin, ein paarolle Magazine und lassen sie ihn loslegen in einer voll besetzten Schule, Einrichtung oder wo auch immer. Selbst wenn die Polizei noch so schnell am Tatort ist, können in kurzer Zeit Dutzende Menschen ihr Leben verlieren. Letztendlich nur eine perfide Möglichkeit aus der Angst und Ohnmacht der Leute weiter Kapital zu schlagen. Die einzige Lösung heißt: Waffengesetze verschärfen und selbstverständlich auch durchsetzen. Träumerei, ich weiß..
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