Schulen Merkel wünscht sich mehr Lehrer mit Migrationshintergrund

Mehr als ein Drittel aller Schüler unter 15 Jahren in Deutschland hat ausländische Wurzeln. Darauf müssen die Schulen reagieren, fordert Bundeskanzlerin Merkel - zum Beispiel mit Lehrern, die auch einen Migrationshintergrund haben.

Merkel in Leipzig: "Deutschkenntnisse und Bildungsabschlüsse hängen zusammen"
DPA

Merkel in Leipzig: "Deutschkenntnisse und Bildungsabschlüsse hängen zusammen"


An Deutschlands Schulen fehlen aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Lehrer mit Migrationshintergrund. Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren in Deutschland habe ausländische Wurzeln, sagte Merkel am Mittwoch beim 80. Deutschen Fürsorgetag in Leipzig. Darauf müssten die Schulen reagieren.

Die Kanzlerin wies außerdem auf die Bedeutung der deutschen Sprache für die Integration hin. Deutschkenntnisse seien das A und O, damit junge Menschen mit Migrationshintergrund teilhaben könnten. "Das leuchtet jedem ein. Denn wenn man sich nicht verständigen kann, dann ist es schwierig. Und wir wissen, dass gerade Deutschkenntnisse und Bildungsabschlüsse aufs engste zusammenhängen."

Zudem wiesen Menschen mit Migrationshintergrund immer noch schlechtere Ausbildungsstatistiken auf, sagte Merkel. "Das heißt, auch hier muss weiter gearbeitet werden."

Schnell dürfte sich durch Merkels Anliegen, mehr Lehrer mit Migrationshintergrund an Schulen zu beschäftigten, allerdings nichts ändern. Schulen sind in Deutschland Ländersache. Der Bundesregierung ist es per Verfassung verboten, sich in diesen Bereich einzumischen. Das sogenannte Kooperationsverbot im Grundgesetz, das die Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Bildungsfragen ausschließt, wurde kürzlich lediglich für die Hochschulpolitik gelockert.

bkr/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 63 Beiträge
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Seite 1
123mayer 17.06.2015
1.
Ich wünsche mir mehr Poltitiker mit gesunden Menschenverstand statt diese Träumer.
lupidus 17.06.2015
2.
wie wärs denn erstmal mit überhaupt "mehr lehrer" ? offenbar brauchen wir mehr lehrer/facharbeiter/studenten mit migrationshintergrund. alles gut und schön, nur wohin mit den 12 mio mitbürgern, die unterhalb der armutsgrenze leben ?
elzoido 17.06.2015
3.
Wie wäre es überhaupt erstmal mit mehr Lehrern? Oder einem System das Lehrer über die Ferien nicht arbeitslos werden lässt ohne zu wissen ob sie im neuen Schuljahr wieder eingestellt werden? Aber in Deutschland wird Bildung ja mittlerweile klein und falsch geschrieben...
TS_Alien 17.06.2015
4.
Anstatt die bestehenden Probleme im Bildungsbereich anzugehen, wird ein neues Thema aufgemacht. So sind sie, die heutigen Politiker. Wer das Studium und Referendariat mit guten Noten schafft, hat als Mensch mit Migrationshintergrund alle Chancen auf eine Stelle an einer Schule. Es gibt keine Nachteile, es hat keine gegeben. Was also soll diese Forderung? Ich wünsche mir fähige Politiker und eine angemessene Bezahlung für meine Kollegen und mich.
fortelkas 17.06.2015
5. Mehr Lehrer mit Migrationshintergrund
So pauschal gesprochen ist das einfach Unsinn! Wir brauchen nicht statistisch gesehen mehr Lehrkräfte mit Migrationshintergrund, sondern erst einmal eine gesellschaftlich tragfähige Akzeptanz von Migration grundsätzlich. Wir brauchen einen ganz anderen Bildungsbegriff: Mehr Förderung z. B. und Förderung auf allen Ebenen. Dazu gehören mehr Lehrkräfte, die dies auch können. Die bestehenden Bildungsprobleme werden in Deutschland eben nur halbherzig, wenn überhaupt, angepackt. Wenn, wie zur Zeit, genügend Geld vorhanden ist, wird über den Bildungsbereich kaum gesprochen. Wenn das Geld wieder knapp wird, zucken die Politiker mit den Achseln und sagen. Na ja, wir haben eben zur Zeit kein Geld für den Bildungsbereich! Erwin Fortelka
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