Armut in der Schule "Ich habe mich so geschämt"

Klassenfahrten, Theaterkurse, Bücher, Ranzen, Stifte - Bildung kostet Geld. Doch was ist, wenn Familien das nicht aufbringen können? Sieben Betroffene erzählen.

Kindergarten in Hamburg: Wer wie viel hat, ist schon früh wichtig
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Kindergarten in Hamburg: Wer wie viel hat, ist schon früh wichtig

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Es gibt Geschichten, die auf den ersten Blick von einem einzelnen Schicksal erzählen - und dann aber doch sehr viele Menschen berühren. Kürzlich machte solch eine Geschichte bundesweit Schlagzeilen: Eine Krankenschwester mit vier Kindern hatte auf Twitter davon berichtet, wie schwer es für sie ist, das Geld für Klassenfahrten und Ferienbetreuung zusammenzukratzen.

Die 35-Jährige erlebte daraufhin eine riesige Solidaritätswelle. Mehr als 15.000 Euro an Spenden kamen zusammen. Und viele berichteten auf Twitter, dass sie ähnliche Erfahrungen gemacht hätten.

Das Problem ist ein großes: Laut Bundesagentur für Arbeit leben knapp zwei Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Hartz-IV-Haushalten, das sind fast 15 Prozent. Mehr als jedes fünfte Kind lebt mit Eltern, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte verdienen.

Wie sich Armut anfühlt, hat dabei auch viel damit zu tun, wie reich die anderen sind - und welche Ausgaben die Gesellschaft Menschen abverlangt, um dazuzugehören.

In der Schule zeigt sich beides besonders deutlich: Klassenfahrten, Theaterkurse, neue Bücher, Ranzen, Stifte - Bildung kostet Geld. Und staatliche Zuschüsse kommen oft nur bei einem kleinen Teil derer an, die sie benötigen.

Hier erzählen sieben Menschen, welche Erfahrung sie mit Armut in der Schule gemacht haben. Manchen fiel es schwer, diese Zeilen aufzuschreiben oder zu erzählen. Manche fanden es erleichternd. Und alle wollten anonym bleiben, weil sie sich dafür schämen.

Video: Kinderarmut in Deutschland - Hungrig in die Schule

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insgesamt 177 Beiträge
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adam01 19.06.2018
1. Deutschland
geht es so gut wie nie. Das ist eine Verdummung hoch drei. Und es wird noch weitergehen. Die Reichen werden verschont, die Unter- und Mittelschicht wird ausgeblutet.
Kater Bolle 19.06.2018
2. Hier wird es allerhöchste Zeit für die politischen Eliten....
das in Ordnung zu bringen. Sie schmeißen unser Steuergeld mit vollen Händen raus. Der größte und teuerste Bundestag aller Zeiten. Eine überbordende Parteienfinanzierung. Jedes Jahr lesen wir in den Berichten der Bundes und Landesrechnungshöfe nach, was alles vergeudet wird. Unsere Leute reisen durch die Welt und geben zig Mill. bei jeder Geberkonferenz. Nur für unsere Kinder = Kinder sind Zukunft gibts nichts Dazu Schulen in teilweise desolaten Zustand. Ausgestattet mit den Lehrmitteln von annodunemal. Man redet über die Digitalisierung hat aber ein grottenschlechtes Netz. Man gibt das Geld scheinbar lieber in EU-Töpfe oder dem neuen EU-Haushalt. Dann wundert man sich drüber wie die Bevölkerung wählt. Irgendwann schäumt die Wut über. Siehe Italien. Da haben die etablierten Parteien es geschafft und wundern sich auch noch.
index77 19.06.2018
3. Aber das ist doch nicht Thema Nr 1!
Dafür war kein Geld da und jetzt ist es das bestimmt auch immer noch nicht. Die SPD hat einzige Partei ein umfassendes Gesetzeswerk zum Thema Arbeitslosigleit und Armut umgesetzt: Die HartzIV Reformen. Nicht so wirklich Sozialdemokratie aber dafür können sie sich ja bald ihre 12 Prozent abholen.
alex2k 19.06.2018
4. Ich hatte sowas aehnliches
schon Mal auch. Bin mit 12 nach Deutschland eingereist. Auf eine meiner ersten Klassenfahrten hat mein Vater mir damals 12 DM gegeben, als Taschengeld. Für glaube ich 10 Tage oder so. Als die anderen Kinder das erfuhren, Haben diese mir dann ihr Geld gespendet.
Reinhold Schramm 19.06.2018
5. Konfuzius hatte keine Ahnung vom Sozialstaat
»Konfuzius hatte keine Ahnung vom Sozialstaat. "Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben" Was für ein Blödsinn. Gib einem Mann jeden Tag einen Fisch und du schaffst neue Arbeitsplätze für die Fischumverteilung an deren Spitze du deine Parteifreunde setzt. Du machst ihn Abhängig von deinen Wohltaten, so dass er dich wählen wird und vergrößerst so deine Macht mit den Fischen anderer Leute. Rede ihm ein, dass er niemals in der Lage sein wird selber zu fischen, sondern das nur du sein Retter sein kannst. Allen die fischen erzählst du sie seien Ausbeuter der Natur und des Menschen, daher ist es nur gerecht, wenn du ihnen die Hälfte ihres Fanges nimmst. So, mein lieber Konfuzius, macht man soziale Politik.« – im Kapitalismus und Bourgeoissozialismus. – Vgl. User-Kommentar 169. von OLAF auf Spiegel-Online: »Sozialer Aufstieg in Deutschland. Sechs Generationen lang arm. Kinder aus armen Familien verdienen oft später kaum mehr als ihre Eltern. Die OECD hat nun berechnet, wie lange es dauern kann, die Hürde Herkunft zu überwinden.«
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